Energiebilanz (Ernährung)

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Unter der Energiebilanz versteht man in der Ernährungslehre die Differenz zwischen Energiezufuhr und Energiebedarf eines Menschen. Wird mehr Energie zugeführt als verbraucht, so ist die Energiebilanz positiv. Wird dagegen weniger Energie aufgenommen als verbraucht, ist sie negativ.

Die Energiebilanz hat nach den Standardlehrwerken der Ernährungslehre wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Körpergewichts: Ein Zuviel an Energie werde letztlich in Körperfett gespeichert, egal ob diese durch Fett oder Kohlenhydrate bezogen würden. Proteine hingegen werden nur in sehr geringem Umfang gespeichert. Solle hingegen eine Gewichtsreduktion erreicht werden, sei das Erzielen einer negativen Energiebilanz entscheidend. Überschreitet der Verbrauch die durch die Ernährung aufgenommene Energie, könne der Körper dieses Defizit nur abdecken, indem er eigene Reserven angreift. In der Diätetik werden deshalb eine Ernährungsumstellung zur Senkung der Aufnahme sowie zusätzlicher Verbrauch durch sportliche Aktivitäten empfohlen. Dies habe auch den Vorteil, dass es den Gewöhnungseffekt umgeht. Der Körper könne bei einem Mangelangebot den Energieverbrauch reduzieren, was bei einem Rückfall in alte Nahrungsgewohnheiten zu einer um so schnelleren Gewichtszunahme führe (Jo-Jo-Effekt).

Sportliche Betätigung als Instrument scheint jedoch häufig ungenutzt zu bleiben: Ernährungsexperten kritisieren einen starken Rückgang der körperlichen Bewegung und somit ein zunehmendes Risiko für Übergewicht. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies vor allem Kinder und Jugendliche betrifft: Kinder, die mehr als fünf Stunden pro Tag mit Fernsehen verbrachten, wiesen ein mehr als achtfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Übergewicht auf.

Studien[Bearbeiten]

Eine ausführliche zeitgenössische Kritik des Energiebilanzmodells, wie es in der Diätetik verwendet wird, findet sich bei Gary Taubes[1] und Robert Lustig[2].

Fredrik Nyström überprüfte die Folgen einer massiven Überernährung bei Bewegungsarmut wie in Super Size Me unter Laborbedingungen.[3] Dazu verdoppelten 18 Studenten ihre Energiezufuhr durch Fastfood und vermieden dabei, sich zu bewegen. Nach dem Energiebilanzmodel hätten alle Studenten massiv zunehmen müssen. Dies war nur teilweise der Fall. Die Probanden setzen sehr unterschiedlich stark an Gewicht zu. Nur einer der Teilnehmer der Studie erreichte die kritische Grenze von 15 Prozent Gewichtszunahme und musste mit 150 kg die Studie abbrechen. Nyström sieht dieses Ergebnis als Beweis, dass ein ungesunder Lebensstil, solange man ihn nicht auf Dauer beibehalte, keine bleibenden Schäden bei gesunden Menschen anrichten muss.[4]

Eine in Science veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass es nicht nur darauf ankommt, wie viel Energie man zu sich nimmt und wie viel man sich bewegt, sondern auch darauf, wie der Körper auf überschüssige Energie reagiert.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gary Taubes: Good Calories, Bad Calories, 2007, ISBN 9781400040780
  2. Robert Lustig: Fat Chance. The Bitter Truth About Sugar, 2012, ISBN 0007514123
  3. Kate Douglas: "Super size me" revisited - under lab conditions. New Scientist, Ausgabe 2588 vom 27. Januar 2007
  4. New Scientist Nr. 2588 vom 27. Januar 2007
  5. J. A. Levine, N. L. Eberhardt, M. D. Jensen: Role of nonexercise activity thermogenesis in resistance to fat gain in humans. In: Science. Band 283, Nummer 5399, Januar 1999, S. 212–214, ISSN 0036-8075. PMID 9880251.
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