Englische Pantomime

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Lithographie, 1890

Die Englische Pantomime [ˈpæntəmaim] oder kurz Panto, nicht zu verwechseln mit der deutschen Wortbedeutung Pantomime, ist ein seit dem 17. Jahrhundert im Vereinigten Königreich und anderen englischsprachigen Ländern bekanntes Theatergenre. Sie ist eine Art Mischung aus Theaterstück, Märchen, Komödie und Musical. Bei den Aufführungen wird gesungen, getanzt, Slapstick aufgeführt, oft von als Frauen verkleideten Männern und umgekehrt, während die Handlung meist einem Volksmärchen oder einer bekannten Sage folgt.

Die Bezeichnung stammt von altgriechisch παντόμιμος (pantomimos, etwa „der alles spielt“). Im alten Griechenland und Rom gab es Theaterstücke für einen einzelnen Schauspieler. Über mittelalterliche volkstümliche Heldenspiele entwickelten sich im 17. Jahrhundert, unter dem Einfluss von italienischen und französischen Schauspielertruppen der Commedia dell’arte[1] die bis heute vor allem vor Weihnachten gepflegte britische Tradition.

Pantomimen richten sich an alle Altersgruppen. Sie enthalten Umgangs- und Jugendsprache, komplizierte Wortspiele und sexuelle Andeutungen für Erwachsene. Häufig besuchen ganze Familien die Pantomimes. Die Bühnenbilder sind sehr farbenfroh und dekorativ. In jeder Pantomime führt ein bunt gekleideter Erzähler (genannt Buttons) durch die Handlung. Er kommentiert, beteiligt sich aber auch auf der Seite der Guten am Geschehen und versucht, das Publikum miteinzubeziehen. Auch die anderen Figuren können die vierte Wand brechen. Das Publikum engagiert sich ebenfalls, z. B. rufen sie „Buh“, wenn böse Charaktere die Bühne betreten, oder „He is behind you!“ („Er ist hinter dir!“), wenn sich eine Figur der anderen von hinten nähert. Die Rollen sind holzschnittartig, einem klaren Gut/Böse-Schema folgend, und werden ähnlich einer Harlekinade übertrieben gespielt. Es gibt Tier- und Feenrollen und einen Chor, der auch tanzen kann. Traditionell betreten die „Guten“ die Bühne von rechts, die Schurken treten von links auf. Slapstick kommt beispielsweise als Tortenschlacht vor.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simon Trussler: The Cambridge Illustrated History of British Theatre. Cambridge University Press, 21 September 2000, ISBN 978-0-521-79430-5, S. 156.