Enigmatische Leiter

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Enigmatische Leiter auf c
Absteigende enigmatische Leiter auf c

Die enigmatische Leiter oder enigmatische Skala (enigmatisch = ‚rätselhaft‘, von griechisch αἴνιγμα aínigma ‚das Rätsel‘) ist eine nichtdiatonische (aber heptatonische) Tonleiter, die der Bologneser Musikprofessor und Komponist Adolfo Crescentini (1854–1921) entwickelte.

Die Skala wurde als Harmonisierungsaufgabe in der Mailänder Zeitung Gazzetta musicale veröffentlicht und dann von Giuseppe Verdi 1889 im ersten seiner Quattro pezzi sacri, einem Ave Maria für vier solistische Stimmen (Sopran, Alt, Tenor und Bass), vertont.

Sie besteht in der aufwärtsgerichteten Form aus den Tönen C, Des, E, Fis, Gis, Ais und H. In der abwärtsgerichteten Form wird das Fis durch ein F ersetzt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass drei Halbtonschritte zusammen gruppiert sind und dadurch im Rest der Leiter eine (aufwärts) oder zwei (abwärts) übermäßige Sekunden (Hiatus) entstehen und Parallelbildungen in Tetrachorden vermieden werden.

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