Erdspaten

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Erdspaten an der PAK-40 (im Bild links unten)
Umklappbare Erdspaten an der PAK-43

Der Erdspaten dient bei Geschützen, ob Mörser, Haubitze oder Kanone dazu, die Waffe in der Feuerstellung zu halten, sie zu stabilisieren und dem Richtschützen das Feuern zu erleichtern.

Im Artilleriekampf werden Geschütze für gewöhnlich stark beansprucht. Der Rückstoß beim Feuern bewirkt eine Verschiebung des Geschützes, so dass der Richtschütze die Waffe neu ausrichten muss. Um diese Arbeit zu erleichtern, wurde der Erdspaten entwickelt. Dieses Gerät wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts an beinahe allen Geschützen angebracht. Dabei handelte es sich um ein Schaufelblatt, das am Ende der Holmen oder des Holmes angebracht wurde. Zum Erstellen der Feuerbereitschaft musste es möglichst tief eingegraben werden. Durch den Rückstoß grub sich das Schaufelblatt weiter in die Erde und verhinderte so ein Verrücken des Geschützes oder minimierte es, so dass ein neuerliches Anrichten zum Beispiel bei direktem Feuer einfacher wurde. Moderne Geschütze mit Spreizholmen haben zwei Erdspaten, einen an jedem Holm und fangen so auch den seitlichen Stoß des Geschützes beim Feuern ab.

St. Chamond 1898 Rücklaufgeschütz mit gefedertem Erdspaten

Um den Rückstoß des Geschützes etwas weicher abzufangen, wurden bis 1898 auch Versuche mit Lafetten unternommen, bei denen der Erdspaten gefedert angebracht war. Das Geschütz konnte so kurz zurücklaufen, bevor es wieder in Position geschoben wurde. Da das System wenig Verbesserung brachte und 1897 die französische Kanone Canon de 75 mm modèle 1897 mit Rohrrücklauf erschien, wurde das System nicht weiterentwickelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Hogg: Artillerie des 20.Jahrhunderts. 1. Aufl., Gondromverlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1878-6.