Erhaltungszucht

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Erhaltungszucht ist die Züchtung gefährdeter Tierarten und Nutztierrassen mit dem Ziel, diese vor dem Aussterben zu bewahren.

Erhaltungszucht von Wildtieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erhaltungszucht von Wildtieren wird durch verschiedene regionale Programme koordiniert:

  • Europa (inkl. Naher Osten): Europäische Erhaltungszuchtprogramme EEP (Europäischer Zooverband EAZA)
  • Amerika: Species Survival Plans SSP (American Zoo and Aquarium Association AZA)
  • Ozeanien: Australasian Species Management Program ASMP (Australasian Regional Association of Zoological Parks and Aquaria ARAZPA)
  • Afrika: African Preservation Program APP (African Association of Zoological Gardens and Aquaria PAAZAB)
  • Japan: Erhaltungszuchtaktivitäten der Japanese Association of Zoos and Aquariums JAZA
  • Südasien: Erhaltungszuchtprogramme der South Asian Zoo Association for Regional Cooperation SAZARC
  • Südostasien: Erhaltungszuchtaktivitäten der South East Asian Zoo Association SEAZA

Eine internationale Dachfunktion führt die World Association of Zoos and Aquariums WAZA aus, der 22 regionale oder nationale Zoo- und Aquarienverbände sowie 213 individuelle Zoos und Aquarien in 46 Ländern als institutionelle Mitglieder angehören.

Tierarten, die ohne Erhaltungszuchtprogramme Zoologischer Gärten bereits ausgestorben wären, sind z. B.: Wisente, Przewalskipferde, Mhorrgazellen, Kalifornische Kondore und Arabische Oryx.

Erhaltungszucht von Nutztieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuchtprogramme zur Erhaltung und Verbesserung von Nutztieren existieren seit Anbeginn der Tierzucht[1]. Nach Verbreitung der Zuchtbücher und Abgrenzung der unterschiedlichen Varianten (Rassen) hatte die organisierte Zucht grundsätzlich eine erhaltende Funktion. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten entstanden im Rahmen der weltweiten Interesse für die Biodiversität[2] viele Initiative um bedrohte Nutztierrassen gezielt und systematisch vor dem etwaigen Aussterben zu bewahren[3].

Eine koordinierende Rolle für viele Zuchtprojekte spielt in Deutschland tierartübergreifend die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (G.E.H.), welche 1981 gegründet wurde und seit 1984 eine Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen in Deutschland führt.

In praxi gestalten sich die meisten Erhaltungszuchtprojekte für Nutztierrassen in der Form eines Zuchtringes.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1. Mose 30,34-40
  2. Michael Türkay, Was ist Biodiversität? in: Leben ist Vielfalt, Kleine Senckenberg-Reihe, Band 41, Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart 2001
  3. Katharina Roscher, Wiedergeburt der alten Rassen: Wie sinnvoll sind Rückzüchtung und Erhaltungszucht? Diplomica Verlag, Hamburg 2014