Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen

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Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen
(GEH)
Zweck: Förderung der Erhaltung alter Haustierrassen
Vorsitz: Peter Schweiger
Gründungsdatum: 1981
Mitgliederzahl: 2.200 (Stand 2017)[1]
Sitz: Witzenhausen
Website: www.g-e-h.de

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) ist eine am 5. Dezember 1981 im niederbayerischen Rottal gegründete Vereinigung mit Sitz im hessischen Witzenhausen – Standort der Agrarwissenschaften an der Universität Kassel –, die sich die Erhaltung alter Haustierrassen zum Ziel gesetzt hat. Die derzeit (2017) etwa 2200 Mitglieder entstammen einem breiten Spektrum von Interessierten, Landwirten, Nebenerwerbslandwirten, Hobbyhaltern, Agrarwissenschaftlern, Tierärzten mit oder ohne eigene Tierhaltung. Innerhalb der GEH gibt es einzelne Regionalgruppen.

Aufgabenschwerpunkte sind:

  • Erhaltung alter, traditioneller Nutztierrassen, Schwerpunkt ist die Lebenderhaltung
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für gefährdete Nutztierrassen
  • Beschreibung der aktuellen Eigenschaften und Leistungen der Rassen
  • Hervorheben des kulturhistorischen Wertes
  • Proklamation der regionalen Besonderheiten der heimischen Rassen
  • Einbinden der Rassen in die offizielle Herdbuchzucht
  • Zusammenarbeit mit der Verwaltung im Bereich der Tierzucht
  • Mitarbeit bei politischen Maßnahmen zu tiergenetischen Ressourcen
  • Internationale Zusammenarbeit zur Erhaltung tiergenetischer Ressourcen

Das Motto lautet „Erhalten durch Nutzen“, d. h. die gefährdeten Haustierrassen sollen durch geeignete Nutzungsformen einen kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert behalten.

Seit 1984 kürt die GEH die Gefährdete Nutztierrasse des Jahres. Mit dieser Auswahl soll exemplarisch auf die Situation des Verlustes der Vielfalt im landwirtschaftlichen Umfeld aufmerksam gemacht werden.

Im Jahre 1995 wurde von der GEH ein „Arche-Hof“-Projekt ins Leben gerufen, in dem anerkannte Mitgliedsbetriebe, „Arche-Höfe“, gefährdete Haustierrassen halten und züchten. Zurzeit gibt es ca. 100 Arche-Höfe in ganz Deutschland. Die Ausweisung sogenannter Arche-Regionen, Arche-Dörfer und des Arche-Parks entstanden in Anlehnung an das Arche-Hofprojekt und stellen in besonderer Weise die Öffentlichkeitsarbeit zu den gefährdeten Rassen in den Vordergrund. Verdiente Züchter gefährdeter Rassen werden von der GEH als „Arche-Züchter“ ausgezeichnet.

Durch ehrenamtlich tätige Mitglieder wird ein Informationsaustausch und eine Koordination der Züchter gefährdeter Rassen auch über Ländergrenzen hinweg sichergestellt. Für die Mitglieder werden Workshops, Exkursionen, Literatursammlungen und weitere Informationsmöglichkeiten angeboten.

Die GEH bearbeitet und betreut interne und öffentlich geförderte Projekte in Zusammenhang mit gefährdeten Nutztierrassen. Hauptthemen sind hierbei Vernetzung der Zucht, weitere Entwicklungsmöglichkeiten und Förderung von traditionellen und erschließen von neuen Nutzungsmöglichkeiten von gefährdeten Rassen.

In Tierausstellungen, Pressemitteilungen und mit Informationsmaterial wird die Öffentlichkeit auf die Problematik von aussterbenden Haustierrassen und deren Erhaltung aufmerksam gemacht.

Der Verein bringt viermal jährlich die Mitgliederzeitschrift „Arche Nova“ heraus, die sich mit vielen Aspekten gefährdeter Nutztierrassen befasst.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ziele und Aufgaben. Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V., abgerufen am 21. Oktober 2017.