E. O. Köpke

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E. O. Köpke (auch EO Köpke, eigentlich Ernst Otto Köpke; * 19. November 1914 in Diez; † 16. August 2009 in Hamburg) war ein deutscher Maler, Glasmaler, Schöpfer von Kirchenfenstern und großflächigen Mosaiken.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Otto Köpke war Sohn des Arztes Ernst Köpke und seiner Frau Elisabeth, geb. Schmidt. Er lebte seit 1921 in Düsseldorf und studierte von 1933 bis 1936 an der Kunstschule Carp, sowie von 1936 bis 1939 an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Werner Heuser und Erhardt Klonk. Sein besonderes Interesse galt immer der Glasmalerei und schon im zweiten Semester machte er Chorfenster-Entwürfe für die romanische Kirche St. Lambertus in Kalkum bei Düsseldorf, die auch ausgeführt wurden. Weitere Interessengebiete waren Mosaik, Malerei und Holzschnitt.

Seine künstlerische Laufbahn wurde 1939 unterbrochen, als er zur Wehrmacht eingezogen wurde. 1944 geriet Köpke in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Auch während der Kriegszeit versuchte er Kontakt zur Kunst zu halten, in dem er porträtierte und Unterkünfte und Kantinen mit Bildern schmückte. So gestaltete er die Lagerkirche, malte mit Erdfarben Porträts des amerikanischen Lagerkommandanten und dessen Frau, und entwarf ein Kinderbuch.

1943 heiratete er Margret Ruhfus und 1944 kam sein Sohn Peter zur Welt. 1946, nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft, lebte er mit seiner Frau in einem Dorf in der Nähe von Minden, in das sie nach der Zerstörung des Düsseldorfer Hauses gezogen war. Da die ländliche Abgeschiedenheit nicht dem Naturell des Künstlers entsprach, kehrte er 1947 nach Düsseldorf zurück und die Ehe wurde geschieden. In Düsseldorf heiratete Köpke 1950 die Schauspielerin Paula Emilie („Milli“) Geib. Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder, Wulf und Christiane Köpke. Das Ehepaar führte ein offenes Haus, in dem viele Düsseldorfer Künstler und Schauspieler verkehrten. Nach seiner Trennung von Milli wohnte er allein in Düsseldorf, bis er 2006 nach Hamburg zog, um in der Nähe seines Sohnes Wulf zu leben. Dort ist er 2009 gestorben, wurde aber in seiner Heimatstadt Düsseldorf beerdigt.

Die Vornamen Ernst Otto wurden nie benutzt, sondern immer zu E.O. beziehungsweise EO zusammengezogen. Dies galt sowohl für die mündliche Anrede, als auch für seine Unterschrift und die Signatur seiner Werke, EOK.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fenster in St. Lambertus in Düsseldorf-Kalkum

In der großen Zeit des modernen Kirchenbaus, in den 1950er-Jahren, hat E. O. Köpke in vielen Kirchen, aber auch in Kliniken und anderen öffentlichen Bauten, Fenster mit figürlich-ikonographischen Darstellungen gestaltet. Später schuf er überwiegend architekturbezogene Fenster und Fensterwände, mit einem dynamischen Spiel von Farbe und Form. „Seine Kunstrealisationen sind … als illustrierte Denkbereiche zu verstehen, deren vielfältige Rezeptionsmöglichkeiten unter anderem eine therapeutisch-didaktische Wirkung gerade in ihrer intensiven Farbigkeit hervorrufen sollen. Allein schon die Tatsache, dass sich die meisten seiner Arbeiten in Schulen, Kirchen und Landeskrankenhäusern befinden, scheint diesen pädagogischen Anspruch zu bestätigen.“ (Alberg, 1985). Die Glasmalereien und Mosaiken müssen so nicht als museale Kunstwerke verstanden werden, sondern besitzen einen selbstverständlichen Öffentlichkeitswert. Speziell bei den Kirchenfenstern ist die Leuchtkraft der Farben von besonderem Reiz, auch durch den variablen Eindruck mit unterschiedlicher Beleuchtung bei Sonne oder Bewölkung. Von Köpke geschaffene Fenster befinden sich unter anderem in Kirchen in Andernach, Berlin-Schlachtensee, Duisburg, Düsseldorf, Dinslaken, Essen, Erkelenz, Euskirchen,Knapsack und Efferen, Kalkum, Kleve, Köln, Königsdorf, Mühlheim, Neuss, Rheinbach und Velbert. Noch 1999, also im Alter von 85 Jahren, schuf er für die gotische Kirche in Tennenlohe bei Nürnberg abstrakte Fenster, die hervorragend mit der Bausubstanz harmonieren und der Kirche ein besonderes Licht geben. Durch die Planung des Abrisses der Apostelkirche in Düsseldorf-Gerresheim, bei der ein rund 140 m² (12 m×12 m) großes Fenster von Köpke die Altarwand bildete, geriet er in den Jahren 2009 und 2010 immer wieder in die Presse. Die Kirche ist inzwischen einem Neubau gewichen, aber das Fenster wurde in zerlegter Form gesichert.

Die Gemälde von Köpke aus der Zeit vor 1950 sind Porträts und Landschaften, aber es sind nur wenige erhalten. Seit den 1960er-Jahren hat er großflächige, abstrakte Bilder gemalt, „Signalbilder“ und Bilder „Mit heller Mitte“. Für die Signalbilder, ausgezeichnet durch eine kräftige Farbigkeit, gilt: „Ohne Abbild und Fabel wird Raumstruktur in Farbgeflecht verwandelt … Zeichen bleiben ohne ihren Zeichencharakter. Sie sind nur noch Präsenz von Raumschnitten und Farbfeldern. Ihre bleibende Relevanz ist ihre ‚Heilungsfunktion‘ … Es bleibt in den Bildern kein Nebeneinander der Elemente, es entstehen auch nicht kinetische Illusionen oder optische Täuschungen, auf die so mancher bekanntere Künstler nicht verzichtet.“ (Pfaff, 1974). Die Bilder mit heller Mitte erzeugen eine charakterisierende Suggestion, ziehen den Betrachter in die Bildmitte. „Ganz auf die innere Befindlichkeit des Rezipienten abgestellt, kommt dies Malweise mit einer gemilderten, in ihren Werten uneindeutigen Farbstruktur aus. … E.O. Köpkes Bilder ‚mit heller Mitte‘ entfalten … eine der vielen elementaren Relationen und Verhältnisse einer großen Strukturästhetik dessen, was wir uns Schönheit zu nennen trauen.“ (Alberg, 1985).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Otto Köpke auf der Seite der Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V.