Errachidia

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Errachidia
الرشيدية
ⵉⵎⵜⵖⵔⵏ
Wappen von Errachidia
Errachidia (Marokko)
Errachidia
Errachidia
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Drâa-Tafilalet
Provinz: Errachidia
Koordinaten 31° 56′ N, 4° 25′ WKoordinaten: 31° 56′ N, 4° 25′ W
Einwohner: 92.374 (2014[1])
Fläche: 27,79 km²
Bevölkerungsdichte: 3.324 Einwohner je km²
Höhe: 1030 m
Website der Stadtverwaltung:
Stausee bei Errachidia
Stausee bei Errachidia

Errachidia (auch Er Rachidia geschrieben; arabisch الرشيدية, DMG ar-Rašīdīya, mazirisch ⵉⵎⵜⵖⵔⵏ Imetɣern; alter Name Ksar Es-Souk arabisch قصر السوق, DMG Qaṣr as-sūq) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der marokkanischen Region Drâa-Tafilalet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Errachidia liegt südlich der Berge des Hohen Atlas am Oued Ziz in ca. 1030 m in der historisch bedeutsamen Oasenregion des Tafilalet im Südosten Marokkos.[2] Die Entfernungen nach Fès und Meknès betragen etwa 340 respektive 330 km; die touristisch bedeutsameren Städte Erfoud und Rissani befinden sich etwa 78 km bzw. 95 km südlich von Errachidia. Das Klima ist trocken und warm; Regen (ca. 125 mm/Jahr) fällt nahezu ausschließlich in den Wintermonaten.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1994 2004 2014
Einwohner 62.542 76.759 92.374

Die Bevölkerung der Stadt ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Zuwanderung aus den umliegenden Berg- und Wüstenregionen enorm gewachsen. Man spricht normalerweise Marokkanisches Arabisch und Tarifit.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Errachidia ist Kreuzungspunkt der Nord-Süd-Verbindung Fès–Rissani (N13) und der West-Ost-Verbindung OuarzazateFiguig (N10). Die Einwohner leben im Wesentlichen vom Kleinhandel sowie von Handwerk und Dienstleistungen und von der Garnison.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bereits lange existierende und am wichtigen Karawanenweg zwischen Sijilmassa und Fès gelegene kleine Oasensiedlung Ksar Es-Souk wurde im Jahre 1916 von den französischen Kolonialherren zu einer Garnisonsstadt ausgebaut und mit einem Netz von geradlinig verlaufenden Straßen versehen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs richteten die Franzosen hier ein Kriegsgefangenenlager für 1.500 deutsche Unteroffiziere ein. 1976, also zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit Marokkos im Jahre 1956, wurde die Stadt von König Hassan II. zu Ehren Moulay Rachids, des jüngeren Bruders des designierten Thronfolgers Prinz Mohammed VI., in „Er Rachidia“ umbenannt.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das koloniale Straßennetz Errachidias wurde nach der marokkanischen Unabhängigkeit weiter ausgebaut und mit rotverputzten Häusern aus Hohlblocksteinen sowie betonierten Treppen und Decken gesäumt. Die meisten Häuser sind zweigeschossig und haben eine Dachterrasse; das Erdgeschoss dient in vielen Fällen als „Garage“ bzw. Lagerraum und als kleines Geschäft – nicht selten werden hier auch Hühner gehalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt selbst bietet – außer dem etwas versteckt gelegenen alten Ksar mit seinen teilweise überbauten Wegen – nur wenige touristische Attraktionen: In erster Linie zu nennen ist das Sijilmassa-Museum (Musée Sijilmassa)[4] mit Fotos der alten Karawanenstadt, Textilien, Gebrauchsgegenständen sowie einer schönen Sammlung von beschnitzten Holztüren der Berber. Nur wenige Kilometer nördlich von Errachidia liegen ein vom Oued Ziz gespeister Stausee und die reizvolle Oasenlandschaft mit der eindrucksvollen Schlucht des Oued Ziz (Gorges du Ziz). Etwa 15 km östlich der Stadt befindet sich die „Blaue Quelle von Meski“ (Source bleue de Meski) mit einem kleinen, während der Kolonialzeit für die Soldaten der Fremdenlegion angelegten Schwimmbad, das heutzutage vor allem von Marokkanern aufgesucht wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Errachidia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Oued Ziz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Errachidia – Bevölkerungsstatistik
  2. Errachidia – Karte mit Höhenangaben
  3. Errachidia – Klimatabellen
  4. Errachidia – Musée Sijilmassa