Ertragsanteil

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Dieser Artikel beschreibt die Bedeutung des Ertragsanteiles in Deutschland. Für die Bedeutung des Begriffes in Österreich siehe Finanzausgleich (Österreich)

Der Ertragsanteil ist der (einkommen-)steuerpflichtige Anteil einer Leibrente. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils ist abhängig vom Alter des Rentenberechtigten bei Beginn der Rente sowie der der Rentenart. Geregelt ist der Ertragsanteil in § 22 Einkommensteuergesetz (EStG).

Der Ertragsanteil ist der (annualisierte) Zinsertrag einer Anlage während des Rentenbezuges. Beiträge in eine Lebensversicherung mit Kapitaloption oder Rentenversicherung werden teilweise aus versteuertem Einkommen geleistet, sodass die aus diesen, schon versteuerten Beiträgen resultierende Rentenleistung später nicht nochmals versteuert werden darf.

Gesetzliche Rente und Rürup-Rente[Bearbeiten]

Im Rahmen der Umstellung der Rentenbesteuerung auf die nachgelagerte Besteuerung steigt der steuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente jährlich, bis im Jahr 2040 die Rente voll steuerpflichtig ist (sogenannte Kohortenversteuerung). Im Gegenzug werden immer größere Teile der Rentenbeiträge durch den Sonderausgabenabzug von der Steuer freigestellt.

Dieses Verfahren betrifft Renten und andere Leistungen aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, den landwirtschaftlichen Alterskassen und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen.

Beiträge und Leistungen aus privaten Rürup-/Basis-Renten unterliegen im Grundsatz derselben steuerlichen Behandlung wie die gesetzliche Rente.

Andere Leibrenten[Bearbeiten]

Der Ertragsanteil herkömmlicher Lebens-/Rentenversicherungen (außerhalb der sogenannten Basisversorgung) hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab. Seit 2005 beläuft sich die Bemessungsgrundlage des Ertragsanteils einer Privatrente bei Rentenbeginn im Alter von 65 Jahren auf 18 % der Gesamtrente. Vor 2005 hatte der 65-Jährige einen Ertragsanteil von 27 % der Gesamtrente gegen sich stehen.

Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge[Bearbeiten]

Die Beiträge (Zuwendungen bei Unterstützungskassen) können steuerlich im Rahmen von Höchstbeträgen steuerlich regelmäßig voll geltend gemacht werden. Im Gegenzug sind die Rentenzahlungen voll steuerpflichtig, es sei denn, es wurden nicht geförderte Zahlungen in den Altersvorsorgevertrag geleistet:

Leistungen die auf geförderten Beiträgen beruhen (einschließlich Erträge und Wertsteigerungen), sind in der Auszahlungsphase in voller Höhe im Rahmen der Einkommenssteuerveranlagung (nach § 22 Nr. 5 Satz 1 EStG) steuerpflichtig. Bei Rentenzahlungen, die auf nicht geförderten Beiträgen und darin enthaltenen Erträgen und Wertsteigerungen beruhen, erfolgt eine Besteuerung mit dem Ertragsanteil (nach § 22 Nr. 1 Satz 3 lit. a lit. bb EStG).

Bei einer Kapitalauszahlung, die auf nicht geförderten Beiträgen beruht, sind nur die enthaltenen Erträge (im Rahmen weiterer Voraussetzungen gegebenenfalls hälftig) zu versteuern, sofern diese nach den allgemeinen Vorschriften als Kapitalerträge der Besteuerung unterliegen würden.

Wirkung der Pauschalisierung[Bearbeiten]

Der Ertragsanteil bestimmt sich grundsätzlich als Differenz zwischen angespartem Vermögen zum Zeitpunkt des Rentenbeginns und Barwert(Gegenwartswert) aller zu erwartenden Renten (in denen von Anfang an die Erträge aus dem, über die Rentenlaufzeit langsam abschmelzenden Anfangsvermögen enthalten sind).

Beispiel: Jemand spart 35 Jahre lang 100 € monatlich bei 8 % Verzinsung in eine Versicherung und erhält am Ende der Laufzeit etwa 230.000 €, wovon er 42.000 € selber eingezahlt hat. Der angesammelte Ertrag entspricht folglich 230.000 € - 42.000 € = 188.000 €. Dieser Ertrag ist steuerfrei (sofern die Versicherung vor 2005 begann). Werden nun die 230.000 € mit Alter 65 in eine anfängliche Rente von z.B. 1000 € im Monat umgewandelt, dann sind davon 18 %, also 180 € mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Die 18 % repräsentieren die zukünftig erwarteten, aus dem langsam abschmelzenden Kapital gewonnenen und in Rente umgewandelten Erträge.

Während Renten aus "Riester-Verträgen" von Anfang an und Renten aus "Rürup-Verträgen" ab 2040 voll versteuert werden müssen, werden staatlich nicht geförderte, also private Rentenversicherungen, nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Aus diesem Grund gestaltet sich staatlich geförderte Altersvorsorge in der steuerlichen Gesamtbetrachtung nicht zwingend als lohnender denn in der Anwartschaftsphase staatlich nicht geförderte Versorgung; dies insbesondere dann, wenn der Versteuerung im Alter (nach Rentenantritt) wesentlich höher liegt als die Gesamtersparnis (Steuerersparnis und Fördergelder) auf die (ehemaligen) Sparraten. Sind Steuersatz im Alter und Förderquote (diese beinhaltet auch die Steuerersparnis) der Sparraten identisch, ergeben sich dagegen rechnerisch steuerfreie Erträge.

Hinweis: Die Darstellung der Besteuerung von Renten ist in diesem Artikel deutlich verkürzt und dient der Erklärung des Begriffs Ertragsanteil. In Abhängigkeit vom geltenden Recht bei Abschluss des Vertrags und Beginn der Rentenzahlung ergibt sich eine Vielzahl von Varianten, die den Rahmen in der Wikipedia sprengen.

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