Etablissement Gschwandner

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Etablissement Gschwandner, Ansicht Geblergasse 40

Das Etablissement Gschwandner ist ein Veranstaltungsgebäude auf Geblergasse 40 und der Hernalser Hauptstraße 41 im 17. Wiener Bezirk Hernals. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Etablissement Gschwandner war ab den 1830er Jahren ein Heurigenlokal[1] an der Hernalser Hauptstraße 39 und hat sich als eines der letzten ehemaligen vorstädtischen Vergnügungsstätten des 19. Jahrhunderts erhalten. Es wurde 1877 nach Abbruch des 1839 auf der sich ursprünglich bis zur Ottakringer Straße erstreckenden Liegenschaft erbauten Saales als Salon[2] sowie dessen 1846 entstandenen Zubaus nach Plänen des Baumeisters Johann Gschwandner[3] (Sohn des ursprünglichen Grundstückseigentümers und Weinschänkers Johann Gschwandner, 1802–1862) im Gartenteil der von jenen Tagen an von der Stiftgasse ab 1894 Geblergasse durchschnittenen Liegenschaft Hernalser Hauptstraße 41 errichtet.[4] Der im Auftrag von Georg Gschwandner († 1901; Alter 69),[5] ein Bruder des Baumeisters, erbaute basilikale Saal stammt aus der Bauzeit und wurde 1887 sowie 1906 erweitert.

Das Gebäude wird 2017 restauriert.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der große basilikale Saal aus 1877 wurde 1887 und 1906 erweitert und zeigt an der Rückfront in der Geblergasse eine Rustikagliederung. Der westliche eingeschoßige Zubau wohl aus 1894 beinhaltet den sogenannten Strauß-Lanner-Saal. Die straßenseitige Front auf Geblergasse hat eine schlichte Putzquaderung. Der Zugang von der Hernalser Hauptstraße erfolgt durch ein späthistoristisches Zinshaus aus 1894, ebendort hat das Etablissement ein repräsentatives Foyer mit einem folgenden breiten Stiegenaufgang aus 1883/1884.

Der große basilikale Saal ist ein dreischiffiger Rechtecksaal mit Holzsäulen mit Stuckummandelung, korinthischen Kapitellen und einem reich dekorierten Gebälk. Die Obergadenfenster sind rundbogig, das Spiegelgewölbe hat einen Stichkappenkranz und Lüftungsgitter. Dekorative Wandmalerei wurde übertüncht.

Unter den Sälen befinden sich ausgedehnte gewölbte Kellereien mit einem zugehörigen umgebauten Presshaus aus dem 17. Jahrhundert, welches ein Restbestand eines ehemaligen Gutes vom Domkapitel von St. Stephan war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Wien Vororte 1996. XVII. Bezirk, Wohnbauten, Hernalser Hauptstraße Nr. 41, Geblergasse Nr. 40, S. 441–442.

Wikilinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Etablissement Gschwandner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. B.: „Der Stolz von Hernals“. 90. Geburtstag von Frau Gschwandner. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ, Nr. 44/1930 (LXIV. Jahrgang), 14. Februar 1930, S. 5, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwg.
  2. † Franziska Gschwandner. In: Wiener Vororte-Zeitung, Nr. 58/1877 (III. Jahrgang), 1. Juni 1877, S. 1. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wvz.
  3. Johann Nepomuk Gschwandner. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.
  4. Felix Czeike: Gschwandtner. In: wien.gv.at/wiki/, 7. November 2014, abgerufen am 26. Jänner 2016.
  5. Tagesbericht. (…) Georg Gschwandner †. In: Neues Wiener Abendblatt, Nr. 313/1901 (XXXV. Jahrgang), 14. November 1901, S. 3, Mitte oben. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwg.

Koordinaten: 48° 12′ 59″ N, 16° 20′ 10″ O