Eufrosia Siracusa Valdaura

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Eufrosia Siracusa Valdaura war Tochter des Barons Vincenzo Siracusa.

Als Tochter aus wohlhabendem Haus erhielt sie eine hervorragende Ausbildung im Kloster, was damals Sitte war. Mit 16 Jahren wurde sie mit dem Baron Calcerano Corbera verheiratet. Ihre Schönheit soll sehr bemerkenswert gewesen sein. Anlässlich eines Empfanges erregte sie die Aufmerksamkeit des Vizekönigs Marcantonio Colonna, der sie regelrecht belagerte und schließlich verführte. Die Beziehung blieb nicht verborgen. Als der Schwiegervater davon Kenntnis bekam, fuhr er nach Palermo um den Vizekönig zur Rede zu stellen. Seine Position als Mitglied der Inquisition gewährte ihm gewisse Immunität. Marcantonio Colonna griff zu einer List und ließ zur Untersuchung des Vorwurfes, dass Calcerano Corbera Schulden nicht beglichen hätte, seine Immunität für wenige Tage aufheben. Er kam ins Gefängnis. Drei Tage nach seiner Inhaftierung wurde er vergiftet in der Zelle aufgefunden.

Auch der Ehemann wurde sehr bald in Malta, wohin der Vizekönig ihn gesendet hatte, ermordet aufgefunden. Auch Racheversuche von Vincenzo Siracusa wurden vereitelt. Eufrosina lebte schließlich als offizielle Geliebte des Vizekönigs. Beim Umbau von Palermo ließ der Vizekönig sogar einen Brunnen errichten mit einer Sirene, die deutlich als Eufrosina zu erkennen war.

Ob die Siracusa oder die Corbera beim Tod von Colonna involviert waren, weiß man nicht, Tatsache ist, dass Marcantonio Colonna, während einer Dienstfahrt nach Spanien, auf dem Weg nach Madrid, in Medinaceli einen plötzlichen Tod erlitt. Es bleibt nach wie vor unklar, ob er vergiftet wurde oder nicht.

Völlig schutzlos geblieben, heiratete Eufrosina, gegen den Wille seiner Kinder, den Marquis Lelio Massimo aus Rom. Seine Kinder schienen die Heirat nunmehr zu akzeptieren und meldeten sich am Tag nach der Hochzeit zum Besuch an. Unter diesen Vorwand gelangen sie in den Palast und schossen mit geschmuggelten Waffen auf die Stiefmutter, die sofort tot war. Für diese Tat wurden sie in Rom enthauptet.

Ihr Testament und das Verzeichnis des testamentarischen Inventars befinden sich unter den Jahren 1556 und 1585 im Staatsarchiv von Sciacca.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Leben blieb in den sizilianischen Legenden bis heute in Erinnerung. Die Figur von Eufrosina gilt im Volksmund als Beispiel der gerechten Strafe für eheliche Untreue und wurde von Luigi Natoli in dem Roman „La Dama tragica“ verewigt.

Auch in der Neuzeit war sie Gegenstand der Erzählung „Eufrosina. Siracusa Valdaura, Baronessa del Miserendino“ von Gaspare Cannizzo, erschienen 1996 in Palermo, sowie einer Erzählung von L. Sciascia.