Euterpe (Musikgesellschaft)

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Euterpe war ein von 1824 bis 1886 existierender Orchesterverein in Leipzig.

Euterpe wurde 1824 als Liebhaber-Vereinigung gegründet und zog eher jüngere Leipziger Musiker an. Konzerttag war Dienstag, eine Spielzeit ging etwa von Oktober bis März. Es handelte sich um Subskriptionskonzerte, es waren jedoch auch Eintrittskarten einzeln erhältlich.

Veranstaltungsorte für die Konzerte waren die Leipziger Buchhändlerbörse, die Central-Halle, das Alte Theater sowie ab 1885 das Alte Gewandhaus.

Heute wird das ehemalige Euterpe-Orchester in Leipzig unter dem Namen „Sinfonischer Musikverein Leipzig“ weitergeführt. Seit 1994 dirigiert es Frank Lehmann. Jährlich finden etwa 3 bis 4 Konzerte statt. Die heutigen Konzerte finden hauptsächlich im Rahmen des Markranstädter Musiksommers in der St. Laurentiuskirche in Markranstädt und im Neuen Gewandhaus zu Leipzig statt.

Geschichte[edit | edit source]

1824 wurde der Orchesterverein „Euterpe“ gegründet.

1838 wurden Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann in den Kreis der Ehrenmitglieder aufgenommen.

1901 kam es zur Spaltung in „Berger’s Orchesterverein“ und einen namentlich unbekannten Verein von Karl Schwerin, der sich im Ersten Weltkrieg auflöste.

1922 wurde „Berger’s Orchesterverein“ in „Leipziger Orchesterverein“ umbenannt.

1923 wurden der „Leipziger Orchesterverein“ und das 1921 gegründete Orchester „Musikalische Vereinigung Leipziger Gemeindebeamter“ zur „Musikalischen Vereinigung Leipzig e. V.“ zusammengeschlossen.

1948 erfolgte die Umbenennung der „Musikalischen Vereinigung Leipzig e. V.“ in Sinfonieorchester „Euterpe“.

1953 wurden in der DDR alle Musikvereine aufgelöst – somit auch das Sinfonieorchester „Euterpe“ – und an das „Große Orchester im Leipziger Volkskunstensemble Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ (DSF) angeschlossen. 1989/90 resultierte aus dem Zusammenbruch der DDR auch derjenige der DSF.

Am 15. Mai 1990 (nach der Wiedervereinigung Deutschlands) gründeten die damaligen Orchestermitglieder den „Sinfonischen Musikverein Leipzig e. V.“, der 1991 auch zum Gründungsmitglied des Landesverbandes Sächsischer Liebhaberorchester wurde.

Seit diesem Zeitpunkt etabliert sich das Orchester Sinfonischer Musikverein Leipzig immer weiter in Leipzig und Umgebung.

Das Orchester verfügt noch heute über einige alte Textschriften und verwaltet noch immer das sehr umfangreiche originale Notenmaterial, das bis in die Gründungszeit zurückverfolgt werden kann. Teilweise werden diese Noten noch in Konzerten verwendet.

Musikdirektoren der „Euterpe“[edit | edit source]

(nach K. W. Whistling, ab 1875 nach Programmzetteln)

Amtsantritt Amtsende Name
  1829   1831 Karl August Reichardt
  1831   1838 Christian Gottlieb Müller
  1838   1842 Johannes Josephus Hermanus Verhulst
  1843   1844 Johann Ludwig Gebhard von Alvensleben
  1844   1845 Josef Netzer
  1845   1846 Friedrich Wilhelm Meyer
  1846   1847 Johann Christian Lobe
  1848   1849 Josef Netzer
  1849   1855 August Ferdinand Riccius
  1855   1859 Hermann Langer
  1860   1860 Julius von Bernuth
  1860   1862 Hans von Bronsart
  1862   1864 Adolph Blassmann
  1864   1867 Julius von Bernuth
  1867   1869 Salomon Jadassohn
  1869   1875 Alfred Volkland
  1875   1881 Wilhelm Treiber
  1881   1886 Paul Klengel

Literatur[edit | edit source]

  • Deaville, James: The New-German School and the Euterpe Concerts, 1860–1862: A Trojan Horse in Leipzig.In: Festschrift Christoph-Hellmut Mahling zum 65. Geburtstag, = Mainzer Studien zur Musikwissenschaft Bd. 37, Tutzing: Hans Schneider, 1997, S. 253–270.
  • Whistling, K. W.: Der Musikverein Euterpe zu Leipzig 1824–74. Ein Gedenkblatt auf Grund der Acten herausgegeben bei der Jubelfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Euterpe. Leipzig: C. F. Kahnt, 1874.
  • Würzburger, Manfred: Die Konzerttätigkeit des Musikvereins "Euterpe" und des Winderstein-Orchesters im 19. Jahrhundert. In: Die Musikstadt Leipzig Bd. 4, Leipzig: Stadt Leipzig, 1966.