Evangelische Stiftung Pflege Schönau

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Sitz der Stiftung in Heidelberg

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Heidelberg. Sie ist Rechtsnachfolgerin des „Unterländer Evangelischen Kirchenfonds“, der auf die 1560 eingerichtete Verwaltung der Besitztümer des 1558 aufgehobenen Klosters Schönau zurückgeht. Ihre Aufgabe ist heute die Bauunterhaltung von 85 Kirchen und 41 Pfarrhäusern auf dem Gebiet der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Pflege (Pflege ist hier im Sinne von Pflegschaft gebraucht) Schönau verwaltet und vertritt daneben die Evangelische Pfarrpfründestiftung Baden, ehemals „Evangelische Zentralpfarrkasse“, die 40 bis 45 badische Pfarrstellen finanziert. Vorstand der Stiftung ist Ingo Strugalla, daneben existiert ein Stiftungsrat.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterländer Evangelischer Kirchenfonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurfürst Ottheinrich führte in der Kurpfalz die Reformation ein und bestimmte testamentarisch, dass die Einkünfte aus Kirchenvermögen nur zu kirchlichen Zwecken verwendet werden dürfe. Als sein Nachfolger Kurfürst Friedrich III. 1560 endgültig alle Klöster aufhob, setzte er deshalb einen Pfleger über das Vermögen des Klosters Schönau ein, der aus den Erträgen die Unterhaltung bestimmter Kirchen und Pfarrhäuser zu bestreiten hatte. Unter wechselnden Bezeichnungen und Leitungsstrukturen entstand so eine eigene kirchliche, über lange Zeit aber konfessionsübergreifende Vermögensverwaltung.

1697 und 1803 musste die Pflege Schönau im linksrheinischen Gebiet starke Vermögensverluste hinnehmen. 1803 wurde die Aufteilung des kurpfälzischen Kirchenvermögens auf Katholiken und Protestanten abgeschlossen, wobei der Besitz des ehemaligen Klosters Schönau den Reformierten zugeschlagen wurde. 1821 brachten sie diesen „Unterländer Evangelischen Kirchenfonds“ in die neu gegründete, unierte Evangelische Landeskirche in Baden ein. Dort wurde der Pflege Schönau zusätzlich das Vermögen der Evangelischen Kirchenschaffnei Rheinbischofsheim und der Evangelischen Stiftschaffnei Lahr unterstellt. Auch dieses Vermögen ist mit Baupflichten belastet.

Evangelische Zentralpfarrkasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1881 wurde die kirchliche Anstalt des öffentlichen Rechts „Evangelische Zentralpfarrkasse“ gegründet. In ihr wurde das Pfründevermögen von 475 evangelischen Pfarreien zusammengefasst, also von örtlichem Kirchengut, das der Besoldung des jeweiligen Pfarrers gewidmet ist.

Die Verwaltung der Anstalt wurde der Pflege Schönau übertragen.

Evangelische Stiftung Pflege Schönau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 2003 wurden der Unterländer Evangelische Kirchenfonds und die Evangelische Zentralpfarrkasse zu rechtlich selbständigen Stiftungen. Seitdem tragen sie den Namen Evangelische Stiftung Pflege Schönau bzw. Evangelische Pfarrpfründestiftung Baden. Die Stiftung verfügt über Außenstellen in Freiburg und Mosbach.

Vermögen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Stiftungen haben zusammen 14.000 ha Grundbesitz, darunter große Waldflächen wie etwa das gemeindefreie Gebiet Michelbuch bei Neckarsteinach. Etwa 90 Arbeitnehmer sind bei ihr beschäftigt. Die Pflege Schönau ist der größte Erbbaurechtsgeber Deutschlands.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während in vielen anderen Gebieten das Kirchenvermögen säkularisiert wurde, gliederte man es in der Kurpfalz nie ganz dem Staat ein. So gelangte das kirchliche Vermögen zur Kirche zurück und es treffen die auf dem Vermögen lastenden Bau- und Besoldungspflichten heute nicht den Staat, wodurch Staatsleistungen in erheblicher Höhe entstanden wären.

Für die Evangelische Landeskirche in Baden und die örtlichen Kirchengemeinden ist der Bauunterhalt durch die Pflege Schönau eine erhebliche Hilfe. Die Zusammenfassung des Pfründenvermögens in der Pfarrpfründestiftung ermöglicht eine effektive Vermögensverwaltung und entlastet durch ihre Erträge den kirchlichen Personalhaushalt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]