Ex-In

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Die Bezeichnung Ex-In (häufig als Experienced Involvement ausgeschrieben, aus dem Englischen, dt. erfahrene, erprobte Beteiligung, Verwicklung)[1] steht für eine Person, die in der Rolle eines Patienten selbst in psychiatrischer Behandlung war, nun jedoch ihrerseits anderen Psychiatrie-Patienten zu helfen versucht.

Der Begriff steht darüber hinaus für ein 2005 von der Europäischen Union aufgelegtes Modell, bei dem Psychiatrie-Erfahrene sich mit psychiatrischen Fachkräften austauschen und über einen Lehrplan (Curriculum) die Qualifikation erhalten, selbst auszubilden oder Patienten zu betreuen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einbeziehung Therapie-erfahrener Patienten in die Behandlung anderer Patienten geht auf Ideen der 1980er Jahre in Großbritannien und den Niederlanden zurück. Auch Norwegen blickt auf eine längere Tradition dieses Ansatzes zurück, wenn auch nicht auf psychiatrischem Gebiet, sondern auf dem körperlicher Behinderungen. Hier ist häufig auch die Rede von Peer Support bzw. Peer Counseling.[3]

Zwischen 2005 und 2007 entwickelte die EU im Rahmen des Berufsbildungsprogramms Leonardo da Vinci[4] die Grundlage für das europaweite Projekt. Neben der Initiative zur sozialen Rehabilitation e. V.[Anmerkung 1] und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sind in Deutschland zahlreiche weitere lokale Einrichtungen und Vereine mit Ex-In-Projekten beschäftigt. Die anderen beteiligten Länder sind Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Slowenien und Schweden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Verein wurde 1982 nach Auflösung der Städtischen Nervenklinik im Kloster Blankenburg gegründet, um sich kritisch mit der rein medizinisch ausgerichteten Psychiatrie auseinanderzusetzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. das Kunstwort „Ex-In“ ist in seiner Kurzform fast nur im Deutschen Sprachgebrauch üblich
  2. Projektbeschreibung: ex-in-owl.de: Curriculum zur Qualifizierung von Experten durch Erfahrung in der Gesundheitsversorgung (193 kB)
  3. Mark Salzer: Consumer-delivered services as a best practice in mental health care and the development of practice guidelines. Psychiatric rehabilitation skills 6: 355–382, 2002
  4. ec.europa.eu: Lifelong Learning, Leonardo da Vinci-Förderprogramm