Föderation Europäischer Nationaler Ingenieurverbände

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Die Föderation Europäischer Nationaler Ingenieurverbände (eingetragen im Register in Brüssel auf französisch als Fédération Européenne d’Associations Nationales d’Ingénieurs, abgekürzt FEANI; englisch European Federation of National Engineering Associations) ist eine Non-Profit-Organisation nach belgischem Recht (AISBL).[1][2]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FEANI ist als internationale Interessenvertretung der europäische Dachverband nationaler Ingenieur-Vereinigungen, ihre drei Arbeitssprachen sind als Englisch, Französisch und Deutsch festgeschrieben.[2] Mitglieder können nur nationale Ingenieurvereinigungen werden, die wiederum die Interessen ihrer Einzelmitglieder vertreten. Zum Stand 2014 werden 350 nationale Professionisten- und wissenschaftliche Organisationen aus 32 europäischen Ländern als Mitglieder angegeben, die 3,5 bis 4 Millionen Ingenieure repräsentieren.

Bis 2008 war der Direktor des Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Willi Fuchs, der Präsident der FEANI. Am 3. Oktober 2008 wurde er durch den Dänen Lars Boytoft Olsen abgelöst.

Interessenvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Eigenangaben ist die FEANI anerkannt als Autorität in allen Belangen der Ausbildung und der Berufsentwicklung der Ingenieure, sowohl in Europa als auch weltweit.

Als Mission der Repräsentation und der Stärkung der europäischen Ingenieure sind angegeben:

  • Steigerung der Karriereentwicklung der Mitglieder
  • Bemühung, eine gemeinsame Stimme der europäischen Ingenieure zu sein
  • Stärkung der beruflichen Identität

In ihrer Vision 2014 hat die FEANI fünf strategische Themenfelder definiert:

  • Ausbildung und kontinuierliche berufliche Weiterbildung
  • Mobilität (über die Nationalstaaten)
  • Berufliche und ethische Standards
  • Societal Engineering Issues
  • European Engineering Culture in Global Fora

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EngineerING Card[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von der FEANI ausgegebene EngineerING Card ist eine standardisierte Karte im Scheckkartenformat. Ähnlich wie beim EU-Führerschein sind die Datenfelder alphanumerisch nummeriert, sodass die Inhalte in allen Ländern, in denen die Karte anerkannt ist, trotz anderer Sprache problemlos identifiziert werden können. Die Karte sei ein Werkzeug der Mobilität und zur Validierung der beruflichen Erfahrung und sei über EU-Richtlinien gefördert.

Es werden fünf hauptsächliche features angegeben:

  • Completeness: education, professional experience, continued training
  • Standardized: based on EU standards (EQF)
  • Reliable: independent testing and recognition
  • Flexible: through decentralised administration
  • Voluntary

Auf der Vorderseite der Karte sind offen (Positionen 1. bis 7.) die persönlichen Daten (in deutsch und englisch) und als Schlüssel für Qualifikationen (Position 8.) alphanumerisch in drei Merkmalen die Ausbildung und die berufliche Erfahrung als Ingenieur aufgedruckt:

  • 01. Name / Titel
  • 02. Vorname
  • 03. Geburtsdatum und -ort
  • 04a. Ausstellungsdatum
  • 04b. Gültig bis
  • 05. Verbandszugehörigkeit (= nationale Organisation des Mitglieds)
  • 06. Ausweisnummer
  • 07. Unterschrift
  • 08. Schlüssel für Qualifikationen

Auf der Rückseite (ebenfalls zweisprachig) sind die in Position 8 eingetragenen Schlüssel für die Qualifikationen aufgeschlüsselt:

  • Studium (und je Zeile ein Feld für das) Datum
    • A1 Bachelor / Diplom (FH)
    • A2 Master / Diplom (TU/TH)
    • A3 Dr.-Ing.
  • Berufserfahrung
    • B1 Unternehmen
    • B2 öffentl. Dienst
    • B3 selbstständig
  • Weiterbildung
    • C1 Seminar mit Teilnahmebescheinigung
    • C2 Seminar mit Abschlussprüfung
    • C3 Fortbildung mit Zeugnis

EUR ING[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Europaingenieur

→ Siehe auch: DVT, Abschnitt: EUR ING

Die FEANI verleiht an Mitglieder der nationalen Mitglieds-Ingenieurvereinigungen den Titel EUR ING (englisch European Engineer) in der jeweiligen nationalen Sprache (in Österreich: Europaingenieur; in Deutschland, sofern nicht in der englischen Form angewendet oftmals als Europa Ingenieur). Voraussetzung dafür ist, dass das den Antrag stellende Mitglied (als natürliche Person) die dafür erforderliche Qualifikation und Berufserfahrung nachweisen kann.

Die Anträge sind an die nationalen FEANI-Mitglieder zu richten, dies sind

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Website der FEANI
  • Presentation der European Federation of National Engineering Associations in der Fassung 2014 (englisch; PDF; 1,74 MB) auf der Website der FEANI

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (en entier): Fédération Européenne d’Associations Nationales d’Ingénieurs, (en abrégé): FEANI, Forme juridique: AISBL, Siège: […] 1150 Bruxelles, N° d’entreprese: 460.576.487. In: Copie à publier aux annexes du Moniteur belge aprè dépôt de l’acte in der Fassung Bruxelles, 18. Januar 2011 (französisch; Online als PDF; 165 KB, abgerufen am 28. Mai 2016).
  2. a b Statutes: Adopted by the General Assembly, Gdansk 10 October 2014” (deutsch: „Statuten: Angenommen von der Generalversammlung, Danzig (am) 10. Oktober 2014“), S. 4 (Online als PDF; 227 KB, abgerufen am 28. Mai 2016): “The association is an International Association in accordance with the Belgian law of 25th October 1919 (as amended) called “Fédération Européenne d’Associations Nationales d’Ingénieurs” (European Federation of National Engineering Associations − Föderation Europäischer Nationaler Ingenieurverbände), commonly known as FEANI. It is a not-for-profit association of national engineering associations in European countries and does not provide any financial benefits to its National Members or Officers.