Fakir Hausgeräte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo

Die Fakir-Werk GmbH & Co. KG ist ein Hersteller von Haushaltsgeräten mit Sitz in der baden-württembergischen Stadt Vaihingen an der Enz.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1933 von Wilhelm Kicherer in Mühlacker gegründet. Der Unternehmensname Fakir wurde als Apronym aus den beiden Wörtern "Familie Kicherer" gewählt. Ziel des Unternehmens war zunächst die Produktion von Maschinen und Apparate für die Bodenreinigung. In den 1950er Jahren wurden Elektroheizgeräte für den Haushaltsbereich ins Produktionsprogramm mit aufgenommen. 1978 wurde ein neues großes Werksgelände in Vaihingen an der Enz erworben, in dem aktuell produziert wird.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen vertreibt seine Geräte bundesweit im Fachhandel und hat weltweit 60 Vertretungen. Aktuell bietet Fakir Produkte aus den Bereichen Bodenreinigungs- und Bodenpflegegeräte, Heizgeräte,[1] Ventilation/Klimageräte, Dampfreinigen/Bügeln und Küchenkleingeräte an.

Brandkatastrophe von Kaprun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun 2 am 11. November 2000 mit 155 Todesopfern löste ein unsachgemäß eingebauter Heizlüfter der Modellreihe Fakir Hobby TLB (Produktion 1996 eingestellt) den Brand in dem zur Bergstation fahrenden Zug aus. Das Gerät war von Fakir für die Verwendung im Haushalt – und laut Betriebsanleitung ausdrücklich nicht zum Betrieb in Fahrzeugen – konzipiert[2] und von einer österreichischen Fremdfirma 1994 nach eigenen Veränderungen am Gerät für den Komfort des Zugbegleiters eingebaut worden. Durch undichte Leitungen im Wagen der Standseilbahn tropfte Hydrauliköl in das Fakir-Gerät und geriet durch die heiße Heizspirale in Brand. Nachdem die Gletscherbahnbetreiber Fakir im Januar 2004 (ursprünglich bei der Staatsanwaltschaft Salzburg[3], die den Fall aber an die Staatsanwaltschaft Heilbronn weiterleitete) auf Schadenersatz verklagten, gründete das Unternehmen 2005 die Fakir Hausgeräte GmbH, um im Zuge der drohenden Schadenersatzforderungen in Höhe von 16 Millionen Euro „das operative Geschäft mit Haftungsausschluss von der KG“ zu übertragen.[4] Das Unternehmen Fakir wurde 2007 durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn vollständig entlastet und das Verfahren eingestellt.[5] Durch die starke Rufschädigung geriet Fakir in wirtschaftliche Schwierigkeiten und die Firma musste an türkische Investoren verkauft werden.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. u. a. Karin Berkemann: Architektur im Alltagstest: Der Fakir Hobby TE, in: moderneREGIONAL Oktober 2016 (http://www.moderne-regional.de/der-fakir-hobby/, anlässlich der im Auftrag der Straße der Moderne in Zusammenarbeit mit dem Dommuseum Mainz von Karin Berkemann kuratierten Ausstellung "Auf ewig. Moderne Kirchen im Bistum Mainz", Fotos: Marcel Schawe).
  2. Freispruch für den Heizlüfter, sueddeutsche.de, 17. Mai 2010
  3. Ermittlungen gegen Fakir nach Kaprun-Urteil, oberpfalznetz.de, 24. Februar 2004
  4. Krimi-Stunde in der Kantine: Fakir-Krisenmanagement, vkz.de, Oktober 2008
  5. Ermittlungen gegen Verantwortliche des Heizlüfter-Herstellers im Zusammenhang mit Gletscherbahnunglück eingestellt, baden-wuerttemberg.de, 25. September 2007 (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.is)
  6. https://www.welt.de/geschichte/article129410473/Wie-Oesterreicher-die-Schuld-auf-Deutsche-abwaelzten.html