Federring

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Federring unter einer noch nicht festgezogenen Mutter

Ein Federring ist eine Schraubensicherung und wird bei Schraubverbindungen genutzt, um deren ungewolltes Lockerwerden zu vermeiden. Federringe werden seit langem verwendet und sind preiswert herzustellen. Im Laufe der Zeit wurde jedoch erkannt, dass ihre Eignung als Schraubensicherung insbesondere bei hochfesten Verbindungen ungenügend ist[1]. Die betreffende Norm DIN 127 A wurde zurückgezogen.

Ein Federring ist ein aus federhartem Stahl gefertigter Ring mit rechteckigem Querschnitt, der an einer Stelle aufgeschnitten und zu einem Gang einer Schraubenlinie verformt ist.

Die Schnittkanten sind nach veralteter DIN 127 A nicht entgratet. Sie können sich in die Kontaktflächen von Mutter oder Schraubenkopf und zu klemmendes Teil eingraben und einen Formschluss bilden. Dieser ist insbesondere beim Lösen (Rechtsgewinde) wirksam, da der Schnitt derart schräg geführt ist, dass die Gratspitzen Widerhaken bilden.

Nach veralteter DIN 127 B weisen die Ringe keine Widerhaken auf, und es besteht lediglich Kraftschlüssigkeit. Solche Ringe beschädigen beim Lösen der Schraubverbindung keine der Flächen.

Beim Festziehen der Schraubverbindung wird der Federring elastisch in seine ebene Ausgangsform zurückgebogen. Die in ihm gespeicherte Verformungsarbeit hat Anteil an der elastischen Verformung, der die Schraubverbindung als Ganzes unterliegt und somit kraftschlüssig ist.

Bei Sperrzahnschrauben oder -muttern ist der erreichbare Formschluss wesentlich besser als mit nur je einer Gratspitze pro Seite beim aufgebogenen Federring.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So liegt ein Federring schon bei 5 % der Nennvorspannkraft von Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 auf Block und wirkt nur noch wie eine Unterlegscheibe. Vgl. Hubert Hinzen, Maschinenelemente 1, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2007, ISBN 3-486-58081-7, S. 370