Feldbahn des Sodawerkes Staßfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Feldbahn des Sodawerkes Staßfurt
Zug der Feldbahn
Zug der Feldbahn
Streckenlänge: 2 km
Spurweite: 600 mm (Schmalspur)
Stromsystem: 520 V ~
Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h
BSicon KDSTa.svgBSicon .svg
0,0 Verladebunker Verladung vom Tagebau
BSicon eABZg+r.svgBSicon .svg
von der Grube Förderstedt
BSicon BUE.svgBSicon .svg
Verladestraße der Feldbahn
BSicon KRZo.svgBSicon .svg
Bahnstrecke Schönebeck–Güsten
BSicon BUE.svgBSicon .svg
Butterwecker Weg
BSicon STR.svgBSicon exSTR+l.svg
normalspurige Eisenbahn vom Bahnhof Staßfurt
BSicon KDSTe.svgBSicon exDST.svg
2,0 Sodawerk Staßfurt
BSicon .svgBSicon exSTRl.svg
normalspurige Eisenbahn nach Löderburg

Die Feldbahn des Sodawerkes Staßfurt ist eine Lorenbahn in Staßfurt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt, die dem Transport von Kalkstein dient. Ihre Spurweite beträgt 600 mm. Die Strecke ist eingleisig und elektrifiziert. Betrieben wird sie mit Elektrolokomotiven.

Förderung der Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Herstellung von Soda werden im Wesentlichen drei Rohstoffe benötigt: Steinsalz, Kalkstein und Kohle. Die elektrische Feldbahn des Sodawerkes Staßfurt dient der Beförderung von Kalkstein aus dem werkseigenen Steinbruch. Der Kalkstein wird im Tagebau gewonnen, über einen Brecher zerkleinert und in einem Verladebunker, der sich abseits des Tagebaus befindet, zwischengelagert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das große Sodavorkommen veranlasste die Chemische Fabrik Magdeburg-Buckau AG, am 27. Juli 1882 ein Tochterunternehmen in Staßfurt zu gründen. Bereits in der Anfangszeit herrschte ein so großer Bedarf an Kalkstein, dass die Pferdegespanne mit der Förderung nicht mehr nachkamen und der Bedarf der Firma nicht gedeckt werden konnte. Die Aktiengesellschaft entschloss sich daraufhin, eine Feldbahn zu bauen, um das Gestein aus den Gruben bei Staßfurt und Förderstedt effektiver zum Sodawerk transportieren zu können.

Die Jahresproduktion des Sodawerkes Staßfurt GmbH & Co. KG liegt bei über 430.000 Tonnen Leichtsoda.

Streckenverlauf und Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sodawerk in Staßfurt

Am Verladebunker, dem Ausgangspunkt der Feldbahn, befindet sich ein geräumiger Lokschuppen mit Werkstatt, in dem sechs Lokomotiven des LEW-Typs EL 12 untergebracht sind. Der Einsatzbedarf liegt allerdings nur bei drei Maschinen täglich, die rund um die Uhr im Zweizugbetrieb verkehren.[1] Die Züge bestehen aus Ellok und vier Drehgestell-Selbstentladewagen. Die Bahn wird bedarfsweise auch an Wochenenden und Feiertagen betrieben.

Lokschuppen und Verladebunker der Kalksteingrube befinden sich unmittelbar neben der Landesstraße von Staßfurt nach Förderstedt. Die anschließende Feldbahnstrecke verläuft bis auf die Überführung über die Bahnstrecke Schönebeck–Güsten neben der Ladestraße zum Sodawerk, wo die Schüttgutwagen über eine Rampe entladen werden.

Eine der Lokomotiven ist ganzjährig mit einem fest angebauten Schneepflug versehen.

Weitere Bahnen des Sodawerks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In das Sodawerk Staßfurt führte vom Bahnhof Staßfurt eine normalspurige Anschlussbahn, die von Dampfspeicherlokomotiven des Werkes befahren wurde. 2001 wurden täglich ein bis zwei von drei verfügbaren Lokomotiven eingesetzt.[1]

Bis 1992 gab es ein werksinternes Dieselnetz mit 600 mm Spurweite. Dort wurden zuletzt fünf Lokomotiven des Typs LKM Ns2f.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rolling stock of Sodaworks Stassfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Drehscheibe Nr. 154, 2001, S. 100