Schmalspurbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Systemvergleich bei Jindřichův Hradec in Tschechien, wo das 760-mm-Gleis der Schmalspurbahn Jindřichův Hradec–Nová Bystřice vom Normalspurgleis rechts abzweigt.

Als Schmalspurbahn wird eine Bahn bezeichnet, deren Spurweite kleiner als die Normalspur (1435 mm/4′ 8,5″) ist. Dies gilt auch dann, wenn es sich dabei, wie zum Beispiel in Südafrika, um die vorherrschende Spurweite handelt. Das Gegenstück zur Schmalspurbahn ist die Breitspurbahn, welche eine breitere Spurweite als die Normalspur hat.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalspur- 750-mm- und 500-mm-Gleis bei der Internationalen Rhein­regulierung in Lustenau (Vorarlberg). Das Bild zeigt, dass bei schmaleren Spurweiten ein leichterer Oberbau verwendet wird.

Schmalspurige Bahnen sind einfacher und billiger zu bauen als Normalspurbahnen. Bei den kleineren Wagen der Schmalspurbahnen ist der Radstand kürzer, womit engere Bogenradien realisiert werden können.[1] Die kleineren und leichteren Fahrzeuge ermöglichen eine sparsamere Dimensionierung des Oberbaus.[2]

Die beiden schmalspurigen Spurweiten mit der größten Verbreitung – oft auch als Hauptbahnen betrieben – sind:

In Österreich und den anderen Nachfolgestaaten der Habsburger Monarchie wird bei Schmalspurbahnen in der Regel die Bosnische Spurweite mit 760 Millimeter verwendet.

Abgrenzung zur Kleinbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wird in der Umgangssprache der Ausdruck „Schmalspurbahn“ fälschlicherweise oft mit der Bezeichnung „Kleinbahn“ gleichgesetzt. Eine nach dem preußischen Kleinbahngesetz gebaute und betriebene Kleinbahn kann aber auch in Regelspurweite gebaut sein. Dagegen gibt es in vielen Ländern schmalspurige Hauptbahnen, zum Beispiel in Indien, Kenia oder Tunesien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personenzug auf der Šarganska osmica mit Bosnaspur.

Ausschlaggebend für die Schmalspur waren zunächst keine technisch-topografischen Gründe, sondern ausschließlich die wesentlich niedrigeren Kosten für Bau und Betrieb. Nur dadurch konnte mit den Erträgen des Betriebes, die auch bei Normalspur mangels lokalem Aufkommen nicht größer gewesen wären, das Anlagekapital verzinst und somit wirtschaftlich gearbeitet werden. Die Baukosten für vergleichbare Normalspurstrecken waren für die Bahninteressenten und Betreiber nicht aufzubringen, auch der Betrieb wäre nicht finanzierbar gewesen. Hinzu kam, dass die Hersteller von Eisenbahnmaterial die Schmalspur preisgünstig anboten, um den seit Anfang der 1870er-Jahre überwiegend brachliegenden lokalen Bahnbau wieder in Schwung zu bringen. Der zusätzliche Vorteil, topografisch anspruchsvolle Gebiete durch die Schmalspur preisgünstig oder überhaupt sinnvoll erschließen zu können, kam erst als zweiter Schritt und Nebeneffekt dazu.

Zur Anfangszeit der Schmalspurbahnen wurde auf vergleichbaren Normalspurstrecken nicht schneller gefahren. Die Bosnisch-Herzegowinischen Staatsbahnen beförderten 1902 auf Bosnaspur die gleiche Gütermenge wie die normalspurige Schweizerische Nordostbahn auf ihrem gleichgroßen Normalspurnetz.[3] Da das Verhältnis von Fahrzeuggewicht zur Nutzlast oft günstiger war als bei der Regelspur und das Verkehrsaufkommen anfangs nicht groß war, genügte die Schmalspur allen Anforderungen.

Dank enger Kurven passen sich Schmalspurbahnen gut dem Gelände an. Talwärts fahrender Zug der Berninabahn.

Spitzenreiter beim Bau der Schmalspur war Frankreich, wo bis zu 17 000 Kilometer Meterspur existierten. Das größte zusammenhängende Schmalspurnetz Europas lag in Jugoslawien mit Bosnischer Spurweite (760 mm). Dort fand der umfangreichste und hochwertigste Verkehr auf Schmalspur in Europa statt, mit Schnellzügen, Speise- und Schlafwagen. Die bosnischen Gebirgsabschnitte standen den schweizerischen an Anspruch und Kühnheit nicht nach. Ein kleiner als Museumsbahn betriebener Abschnitt, die Šarganska osmica, gibt heute wieder einen Eindruck davon.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südafrikas Bahnen verkehren auf Kapspur. Sie stehen in ihrer Leistungs­fähigkeit den europäischen Normalspurbahnen nicht nach. Schnellzug „Shosholoza Meyl“.

Wegen den engeren Bogenradien können sich schmalspurige Bahnen besser dem Gelände anpassen und haben kleinere Achslasten.[4] Durch die geringere Spurweite ist der Rollwiderstand im Gleisbogen geringer. Sie sind deshalb einfacher und billiger zu erstellen als Normalspurbahnen. Schmalspurwagen stellen geringere Ansprüche an die Strukturfestigkeit ihrer Wagenkästen. Die Fahrzeuge können leichter gebaut werden, was insbesondere bei steigungsreichen Gebirgsbahnen von Vorteil ist. Diesen Vorteil machen sich Zahnradbahnen zu Nutze, die meistens auf Schmalspur verkehren.

Die kleineren und leichteren Fahrzeuge ermöglichen eine sparsamere Dimensionierung des Oberbaus. Dank des kostengünstigen Betriebs konnten viele Schmalspurbahnen trotz relativ bescheidenen Verkehrs überleben.

Leistungsfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Bahnen mit Kapspur in Japan und im südlichen Afrika erreichen Leistungen, die mit europäischen Normalspurbahnen vergleichbar sind oder sie sogar übertreffen. In Japan und Südafrika fahren Personenzüge auf Kapspur mit Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h. In Südafrika verkehren Güterzüge mit bis 16 000 Tonnen Gewicht.[5]

Auf europäischen Meterspurbahnen wird planmäßig bis zu 120 km/h gefahren[6], in Tunesien 130 km/h und Queensland mit Kapspur-NeigezügenQR Tilt Train“ 160 km/h. Ein solcher Zug stellte 1999 mit 210 km/h den australischen Geschwindigkeitsrekord auf. Im Güterverkehr erfüllen die Steiermärkische Landesbahnen oder die Rhätische Bahn alle Anforderungen bis zum Transport von 20-Fuß-Containern. Auf 750- und 760-mm-Spurweite erreichen die Waldenburgerbahn oder die Zillertalbahn dank guter Gleislage 80 km/h mit gutem Fahrkomfort.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Rollwagen lässt sich das Umladen von Gütern vermeiden. Güterzug der Döllnitzbahn im Bahnhof Oschatz.
Container vereinfachen das Umladen von Normal- auf Schmalspur. Trag­wagen der Rhätischen Bahn mit einem Wechselbehälter einer Detailhandels­unternehmung.

Während am Übergang zum Normalspurnetz die Reisenden zum Umsteigen gezwungen sind, müssen die Güter umgeladen werden. Für die Schmalspurbahnen, die noch Güterverkehr betreiben, ist das mit Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden. Zur Vermeidung des Umladens werden auf Strecken mit passendem Lichtraumprofil Normalspurwagen auf Rollwagen oder Rollböcke verladen, wobei jedoch das Schmalspurgleis der erforderlichen Achs- und Meterlast genügen muss.

Die kleinste Breite gedeckter Güterwagen ergab sich durch die Größe des zu transportierenden Großviehs. Bei der 760-mm-Spur wurden zunächst 1,8 Meter breite Wagen mit nur drei Sitzplätzen nebeneinander eingesetzt. Später kamen Fahrzeuge mit der gleichen Breite wie bei Meterspur zum Einsatz. Bei Meterspur wird teilweise die Fahrzeugbreite der Normalspur angewendet. Die größere Wagenbreite wird mit vermehrten Wanken und einer geringeren Stabilität der Fahrzeuge gegen Kippen erkauft. Um dem breiten Wagenkasten einen ruhigen Lauf und genügend Standfestigkeit zu geben, ist ein kräftiger Oberbau mit genügend langen Schwellen und einem entsprechend breiten Unterbau nötig. Der Vorteil geringerer Baukosten von Schmalspurbahnen geht dadurch zu einem Teil verloren.[1]

Die Lokomotive 4 der Zillertalbahn, vormals JDŽ 83-076, zeichnet sich durch eine gute Kurvenläufigkeit aus. Die hintere Kuppelachse ist mit der nachfolgenden Laufachse in einem Krauss-Helmholtz-Gestell zusammen­gefasst.

Die Betriebskosten einer Bahn hängen nicht primär von ihrer Spurweite, sondern von ihren Kurvenradien ab. Enge Kurven führen zu einem vermehrten Verschleiß von Schienen, Schwellen und Radreifen und zu einem erhöhten Verbrauch von Traktions­energie. Für den Bau von schmalspurigen Dampflokomotiven mussten zur Gewährleistung der Kurvenläufigkeit komplizierte Konstruktionen entwickelt werden, die teuer im Bau und im Unterhalt waren. Lokomotiven mit axial verschiebbaren Kuppelachsen setzen einen Oberbau mit einer guten seitlichen Steifigkeit voraus. Oder man setzte Stütztenderlokomotiven, Getriebelokomotiven und Lokomotiven mit Dampfdrehgestellen der Bauarten Mallet, Fairlie und Garratt ein. Kraftfressende Zahnradübersetzungen und bewegliche Dampfeinströmungen wurden in Kauf genommen.[1] Bewährt hatten sich Lokomotiven mit Krauss-Helmholtz-Lenkgestellen. Auch bei den heute üblichen Drehgestelllokomotiven und Triebwagen sind die beengten Platzverhältnisse eine Herausforderung für die Ingenieure. Je schmaler die Spurweite, desto komplizierter der Einbau der Fahrmotoren und Getriebe in die Triebfahrzeuge.

Ungesicherter Bahnübergang der Frauenfeld-Wil-Bahn im Kanton Thurgau. Auf solchen Kreuzungen von Bahn- und Straßenverkehr kommt es oft zu Kollisionen, immer wieder auch mit Todesopfern.

Auf Schmalspurstrecken ist kein Hochgeschwindigkeitsverkehr möglich. Auf dem japanischen Kapspurnetz konnten die Züge in den 1950er-Jahren höchstens 100 km/h fahren. Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen, wurden die Shinkansen-Schnellfahrstrecken in Normalspur gebaut.

Weitere Nachteile von Schmalspurbahnen stehen nur in einem indirekten Zusammenhang mit der Spurweite: Viele Schmalspurbahnen bilden abgeschlossene Stichstrecken oder Inselnetze. Bei den Schweizer Schmalspurbahnen des öffentlichen Verkehrs kommen vier Spurweiten[7], rund ein halbes Dutzend Stromsysteme[8], zwei Bremssysteme[9] und fünf Zugsicherungssysteme zum Einsatz. Bei den schmalspurigen Zahnradbahnen werden zudem vier verschiedene Zahnstangensysteme verwendet. Beim Bau einer Bahn wurde die damals modernste Technologie ausgewählt. Eine Vereinheitlichung unterblieb weitgehend, wird aber längerfristig so weit als möglich angestrebt. Diese Zersplitterung führt bei Fahrzeugbeschaffungen zu Kleinstserien mit entsprechend hohen Anschaffungspreisen.
Die kostengünstige Trassierung vieler Schmalspurbahnen führte dazu, dass viele Streckenabschnitte entlang von Straßen verlaufen. Die Seitenstraßen kreuzen das Bahngleis, was an vielen Stellen zu einer großen Zahl von Bahnübergängen führt. Mit der Zunahme des Motorfahrzeugverkehrs und oft auch des Bahnverkehrs sind die Kreuzungen zu einem Gefahrenschwerpunkt geworden. Die Sicherung dieser Bahnübergänge mit Warnlichtanlagen oder Schranken ist aufwendig und teuer.

Eine weite Verbreitung fanden schmale Spurweiten bei Straßenbahnen. Allerdings hatten die lange Zeit in Europa dominierenden zweiachsigen Straßenbahnwagen in der Regel Radstände, die auch bei Normalspur möglich waren. Die Schmalspur erschwert auch hier den Einbau von Fahrmotoren und Getrieben.

Umspurungen von Schmalspurbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die tschechische Stadt Liberec baute ihr Straßenbahnnetz von Meter- auf Normalspur um. Auf dem Dreischienengleis im Stadtzentrum fährt ein Meterspurtriebwagen der Überlandlinie nach Jablonec.

Zur Vermeidung dieser Nachteile wurden viele Schmalspurbahnen auf Normalspur umgebaut. Durch Verkehrszunahmen stießen viele dieser Bahnen an ihre Kapazitätsgrenzen. Den Güterverkehr konnten sie nur im Bereich ihres eigenen Schmalspurnetzes ohne Umladen abwickeln. Abhilfe durch einen Rollwagen- oder Rollböckebetrieb war auf Dauer zu umständlich und zu kostenintensiv.

Seltener ist der Umbau von Normalspurstrecken in Schmalspur. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg spurten die Chemins de fer du Jura in der Schweiz den Abschnitt von Saignelégier nach Glovelier um, die damit ein zusammenhängendes Meterspurnetz von 74 Kilometer Länge erhielten. Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) haben 2006 die vormalige Normalspurstrecke Gernrode–Quedlinburg auf Meterspur umgebaut, weil diese stilllegungsbedroht war und die HSB so in Gernrode den Anschluss an das (normalspurige) Eisenbahnnetz verloren hätte. Die Wynental- und Suhrentalbahn übernahm die Strecke Aarau–Suhr von den Schweizerischen Bundesbahnen und baute sie auf Meterspur um, damit sie auf ihre alte Überlandstraßenbahn-Strecke verzichten konnte.
→ Siehe auch: Liste umgespurter Eisenbahnstrecken

Umspuranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umspuranlage, die für Versuchs­zwecke in Montreux installiert war.

Das Umspuren von Eisenbahnfahrzeug von Normal- auf Meterspur scheiterte bis vor kurzem an der großen Spurweitendifferenz von 435 Millimetern. Beim Umspuren auf russische oder iberische Breitspur muss die Spurweite nur 85 bis 233 Millimeter verändert werden. In Japan wurde 1998 mit dem Kikan Kahen Densha ein erster Zug in Betrieb genommen, der von Normal- auf Kapspur wechselt. Bei der Montreux-Berner Oberland-Bahn ist die Entwicklung eines Spurwechseldrehgestells für Meterspur in Entwicklung. Wegen der geringeren Strukturfestigkeit von Schmalspurwagen können die umspurbaren Fahrzeuge nicht freizügig auf dem Normalspurnetz verkehren.[10]
→ Siehe auch: Umspurung (Eisenbahnfahrzeug)

Gebräuchliche Spurweiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe auch: Liste der Spurweiten

Nebst der Kapspur (1067 mm, 3,5 Fuß) und der Meterspur (1000 mm) sind zahlreiche weitere Spurweiten gebräuchlich, wie etwa 750 mm, 760 mm (Bosnische Spurweite), 762 mm (2,5 Fuß), 900 mm, 914 mm (3 Fuß). Manche Spurweiten sind für bestimmte Länder typisch, etwa die 891 mm für Schweden oder die 950 mm für Italien. 600 mm und 610 mm (2 Fuß) waren einst typische Spurweiten für nicht öffentliche Eisenbahnen (Feldbahnen), es gab aber auch öffentliche Eisenbahnen in diesen Spurweiten, von denen einige wenige bis heute erhalten sind. Bei Parkeisenbahnen hat die Spurweite 381 mm (1,25 Fuß) große Verbreitung. Im Südosten Englands existiert mit der Romney, Hythe and Dymchurch Railway eine 22 km lange Strecke in dieser Spurweite.

Schmalspurbahnen nach Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe auch: Liste von Schmalspurbahnen

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele deutsche Schmalspurstrecken werden als Museumsbahn betrieben, auf anderen wie hier bei Weißeritztal­bahn kommen auch im Regelverkehr Dampflokomotiven zum Einsatz.
Das RSE-Museum erinnert an die Bröltalbahn, die erste Schmalspurbahn Deutschlands.

Allgemein wird die 1860 eröffnete Bröltalbahn als erste deutsche Schmalspurbahn angesehen (Spurweite 785 mm). Zu dieser Zeit bestand mit den oberschlesischen Schmalspurbahnen in einem anderen Teil Preußens bereits ein Schmalspurbahnnetz in der Spurweite von 30 preußischen Zoll, entsprechend 785 mm, auf dem etwa seit 1853 auch Dampftraktion eingesetzt wurde.[11] Dieses Netz wuchs in der Folge zu einem großen Netz von elektrischen Straßenbahnen (Stand 1922: etwa 130 km), Überland-Kleinbahnen (z. B. Gleiwitz-Trynek–Ratibor) und Industriebahnen an. Eine Reststrecke ist als Touristenbahn bis heute in Bytom (heute Polen) in Betrieb.

Ihre große Zeit hatten Schmalspurbahnen in Deutschland ab den 1880er Jahren bis zur allgemeinen Motorisierung des Straßenverkehrs mittels LKWs und Bussen nach dem Ersten Weltkrieg. Sie waren auch als Feldbahnen oder Waldbahnen in großer Zahl im Einsatz. In den Gebirgen, wie z. B. im Harz, kamen sie wegen schwieriger Geländebedingungen zum Einsatz, da Schmalspurbahn oft kostengünstiger als entsprechende normalspurige Strecken errichtet werden konnten. Vereinzelt wurden in Deutschland schon vor dem Zweiten Weltkrieg Schmalspurstrecken stillgelegt und abgebaut, da sie zunehmend unrentabel wurden. Im Sommer 1945 wurden von der Sowjetunion als Reparationsleistung bis zum September 1945 bei den vorpommerschen Klein- und Nebenbahnen insgesamt 435,28 km Schmalspurstrecken abgebaut.[12] Später wurden dann viele Schmalspurstrecken in Deutschland stillgelegt und abgebaut, zunächst vor allem die meist als Privatbahnen betriebenen Strecken in der Bundesrepublik, ab ca. 1960 auch zunehmend die Schmalspurbahnen in der DDR und diejenigen der Deutschen Bundesbahn im Westen. Bereits gegen Mitte der 1970er Jahre waren in Deutschland nur noch wenige Schmalspurbahnen übrig geblieben. Die heute noch vorhandenen (teilweise durch Vereine wiedererrichteten) Schmalspurbahnen dienen meist touristischen Zwecken oder als Museumsbahnen.

Baden-Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Albbähnle auf der Fahrt nach Oppingen.
Museumsbahn Öchsle unterwegs bei Herrlishöfen.

Neben Sachsen war das damalige Land Württemberg der einzige Staat im Deutschen Kaiserreich, in dem durch die Staatsbahn eine größere Anzahl an Schmalspurbahnen errichtet wurden. Die erste schmalspurige Bahnlinie der K.W.St.E. war die im Jahre 1891 eröffnete Strecke von Nagold nach Altensteig im nordöstlichen Schwarzwald, im Volksmund bald „Altensteigerle“ genannt. Wurde diese Linie noch in Meterspur ausgeführt, entschied man kurz darauf, alle weiteren Linien in der als kostengünstiger erachteten Spurweite von 750 mm (wie in Sachsen, was einen Lokaustausch ermöglichte) zu errichten. So folgten in den Jahren von 1894 bis 1899 noch die Bottwartalbahn, die Zabergäubahn, die Federseebahn und die bis heute als Museumsbahn betriebene und unter dem Namen „Öchsle“ bekannte Schmalspurbahn Biberach-Warthausen-Ochsenhausen, die alle mit weitestgehend einheitlichen Fahrzeugen betrieben wurden.

Nach 1900, als auch in Württemberg neue Verordnungen den Bau von kostengünstigen normalspurigen Lokalbahnen ermöglichten, wurden kaum weitere Schmalspurbahnen errichtet – nur drei Strecken wurden noch gebaut. Als erstes die private Jagsttalbahn, sie war bis 1901 noch in 750-mm-Spur errichtet worden. Ihr folgte im Oktober 1901 die von der privaten Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) errichtete, meterspurige Bahnstrecke Amstetten–Laichingen. Diese wird heute noch auf einem Reststück von den Ulmer Eisenbahnfreunden als Museumsbahn betrieben.

Als allerletzte Schmalspurbahn Württembergs wurde dann noch von der K.W.St.E. die Fortsetzung der Federseebahn von Bad Buchau nach Riedlingen gebaut. Der Bau dieser Strecke kam im Gegensatz zu vielen anderen Strecken auch nach Beginn des Ersten Weltkrieges nicht völlig zum Erliegen, so dass Mitte November 1916 die Verlängerung bis Dürmentingen und Ende November 1916 die weitere Strecke bis Riedlingen in Betrieb genommen werden konnte.

In Baden wurde durch die Staatsbahn nur die meterspurige Strecke von Mosbach nach Mudau im Odenwald errichtet, es gab aber mehrere private und meist ebenfalls meterspurige Schmalspurbahnen wie die Zell-Todtnau-Bahn im Schwarzwald oder das Netz der Mittelbadischen Eisenbahnen (MEG) in der Oberrheinischen Tiefebene. 1887 bis 1892 wurde die Mannheim-Weinheim-Heidelberg-Mannheimer Eisenbahn erbaut, die heute Rhein-Neckar-Verkehr gehört und mit Stadtbahnfahrzeugen betrieben immer noch einer der wichtigsten öffentlichen Verkehrsträger im Rhein-Neckar-Raum ist.

Alle ehemals staatlichen Schmalspurbahnen in Baden-Württemberg kamen noch zur Deutschen Bundesbahn, die interessanterweise durch die Neubeschaffung von modernen Diesellokomotiven (Baureihe V51/V52) den Betrieb auf den bereits damals als altertümlich und unrentabel geltenden Schmalspurbahnen sogar noch modernisieren wollte. Allerdings überlebte nur das Öchsle im Güterverkehr bis 1983, alle anderen Bahnen wurden, wie die meisten privaten Schmalspurbahnen auch, trotz ihrer inzwischen überregionalen Bekanntheit und touristischen Attraktivität bis ca. 1970 eingestellt.

Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zugspitzbahn ist die bekannteste Schmal­spurbahn Bayerns.

Schmalspurbahnen sind hier wenig verbreitet, da der Bayerische Staat bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Gesetz über den Bau sogenannter „Lokalbahnen“ erließ, das den Bau und Betrieb von normalspurigen Nebenbahnen in stark vereinfachter Ausführung und zu sehr geringen Kosten ermöglichte. Damit bestanden keine nennenswerten Mehrkosten gegenüber schmalspurigen Strecken mehr. Dennoch wurden durch die K.Bay.Sts.B. und die halbstaatliche LAG einige Schmalspurstrecken errichtet, die alle in Meterspur ausgeführt waren. So gab es die sogar noch bis in die 1960er Jahre von der Bundesbahn betriebene Walhallabahn bei Regensburg, die bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg eingestellte Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting sowie die bis 1938 auf Normalspur umgebaute Strecke von Eichstätt nach Kinding. Vereinzelte weitere Planungen für Schmalspurstrecken wurden nicht mehr realisiert beziehungsweise nach dem Erlass des Lokalbahngesetzes gleich in Normalspur ausgeführt.

In Betrieb sind derzeit noch die beiden schmalspurigen Bergbahnen zum Wendelstein und zur Zugspitze, zudem die noch heute mit Dampf betriebene kurze Chiemsee-Bahn vom Ferienort Prien zum Schiffsanleger der Chiemseeflotte in Stock. Von Kiefersfelden aus verkehrt an bestimmten Tagen in den Sommermonaten der elektrifizierte Wachtl-Express mit 900 Millimetern Spurweite nach Thiersee (Ortsteil Wachtl) in Österreich (fünf Kilometer).

Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lok 05 mit einem Zug der Cottbuser Parkeisenbahn.

In Brandenburg gab es einige Schmalspurbahnen, beispielsweise die meterspurige Spreewaldbahn oder die in 750 mm Spurweite ausgeführte Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen sowie die Kleinbahnen der Kreise West- und Ostprignitz. Alle Strecken wurden bis 1970 aufgegeben. Ein Abschnitt der Prignitzer Schmalspurbahnen von Mesendorf nach Lindenberg wurde jedoch wieder aufgebaut und wird seitdem unter dem volkstümlichen Namen „Pollo“ als Museumsbahn betrieben. Die 750-mm-Strecke von Müncheberg-Dahmsdorf nach Buckow (Märkische Schweiz) wurde später ebenso auf Normalspur umgespurt wie die 1000-mm-Strecke der „Friedeberger Kreisbahn“ zwischen Friedeberg-Ost und der Kreisstadt Friedeberg (Neumark), heute Strzelce Krajenskie, Polen. Schmalspurige Wirtschaftsbahnen bestanden im Bereich der Ziegeleien bei Zehdenick-Mildenberg (als Museumsbahnen bis heute) oder auch die von 1905 bis 1945 bestehende, elektrisch (!) betriebene Gutsbahn zwischen Bärfelde (heute Smolnica) und Ringenwalde (Dyszno) im Kreis Soldin (Neumark), heute Myślibórz, Polen.

Die einzige Parkeisenbahn in Brandenburg verbindet in Cottbus den Stadtteil Sandow mit dem Tierpark und Pücklers Branitzer Park. Die heute 3,2 km lange Strecke der Parkeisenbahn Cottbus mit einer Spurweite von 600 mm wurde 1954 in Betrieb genommen und fährt auch heute noch in den Sommermonaten.

Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich für den Transport von Moor, gegenwärtig für Gäste verkehrend, gibt es die Bad Schwalbacher Kurbahn.

Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mecklenburg-Vorpommern gab es eine Reihe von Schmalspurbahnen mit den Spurweiten 1000 mm (darunter die Franzburger Kreisbahnen Nord), 750 mm (Kleinbahn-Gesellschaft Greifswald-Wolgast, Kleinbahn-Gesellschaft Greifswald–Jarmen, Demminer Bahnen, Klockow). Daneben gab es im Nordosten des heutigen Bundeslandes ein größeres Netz aus Schmalspurbahnen auf nur 600 mm Spurweite, nämlich die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn MPSB und die an diese anschließende Anklam-Lassaner Kleinbahn. Eine Strecke aus dem Netz der MPSB konnte sich bei der Deutschen Reichsbahn immerhin bis 1969 halten. Heute existiert von diesem ausgedehnten 600-mm-Netz nur noch ein kleiner wiederhergestellter Teil der früheren MPSB als Museumsbahn in Schwichtenberg.

In Mecklenburg-Vorpommern sind heute noch drei Schmalspurbahnen regelmäßig im Betrieb zu erleben. Die sogenannte Bäderbahn Molli ist auch eine noch regelmäßig aktive Schmalspurbahn in Mecklenburg-Vorpommern. Sie fährt mehrmals täglich mit Dampfzügen planmäßig von Kühlungsborn nach Bad Doberan und zurück.
Weiter gibt es den „Rasenden Roland“, der mehrmals täglich zwischen Putbus und Göhren planmäßig mit Dampfzügen verkehrt.
Eine weitere Schmalspurbahn ist der schon erwähnte wiederhergestellte Teil der MPSB. Hier finden in der Sommersaison, manchmal auch mit einer Dampflok, Wochenends Fahrten statt.
Eine weitere Schmalspurbahn befindet sich in einem Park vor dem Salzmuseum in Bad Sülze, doch dort finden nur noch unregelmäßig und in großen Zeitabständen Fahrten statt. Bei dieser Bahn werden ausschließlich Dieselloks eingesetzt und das Streckennetz beträgt nicht viel mehr als einen Kilometer.

Niedersachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im täglichen Betrieb (2016): Borkumer Kleinbahn, Inselbahn Langeoog, Inselbahn Wangerooge.

Museumsverkehr: Spiekerooger Inselbahn, Deutscher Eisenbahn-Verein (Bruchhausen-Vilsen - Asendorf).

Rheinland-Pfalz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier verkehrt (sowohl im Güter- als auch im Museumszugverkehr) von Brohl am Rhein nach Engeln in der Eifel die Brohltalbahn.

Die Linie 4 (ehemals Rhein-Haardt-Bahn, auch Bahnstrecke Bad Dürkheim Ludwigshafen-Oggersheim) der Rhein-Neckar-Verkehr ist rechtlich gesehen eine Schmalspurbahn nach der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung, wird jedoch (außerhalb der Städte Mannheim und Ludwigshafen) wie eine Stadtbahn betrieben.

Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Zittauer Schmalspurbahn sind die Züge heute noch mit Dampflokomotiven bespannt.

Hauptartikel: Sächsische Schmalspurbahnen, Liste der Schmalspurbahnen in Sachsen

Sachsen besaß einst das größte einheitlich betriebene Schmalspurbahnsystem in Deutschland, das als Besonderheit ausschließlich durch den Staat errichtet und betrieben wurde. Bereits 1881 wurde mit der Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Kirchberg die erste Strecke eröffnet. In den Folgejahren entstanden vor allem im Erzgebirge, aber auch im landwirtschaftlich geprägten Mittelsächsischen Hügelland und in der Oberlausitz eine Vielzahl von Strecken. Nach dem Ersten Weltkrieg erreichte das Netz mit 29 Einzelstrecken und über 500 Kilometern Gesamtlänge seine größte Ausdehnung. Viele Strecken erlangten später neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch eine hohe Bekanntheit als Touristenbahnen. Um 1970 wurden die meisten Strecken aus Rentabilitätsgründen aufgegeben, nur ein geringer Teil blieb wegen ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung erhalten.

Auf fünf sächsischen Schmalspurbahnen wird heute noch regulärer Personenverkehr angeboten, der Betrieb dieser Strecken wird vor allem aus touristischen Gründen nach wie vor mit Dampflokomotiven abgewickelt. Weitere Strecken – wie die bekannte Preßnitztalbahn – wurden nach 1990 abschnittsweise als Museumsbahn wieder aufgebaut.

Sachsen-Anhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Schmalspurbahn Walkenried–Braunlage/Tanne (Streckenabschnitt (Brunnenbachsmühle)–Sorge–Tanne) von 1899 bis 1958 betrieben wurde, existieren noch die Mansfelder Bergwerksbahn als älteste betriebsfähige Schmalspurbahn Deutschlands in der Funktion als Museumsbahn und die Harzer Schmalspurbahnen, bestehend aus Selketalbahn, Harzquerbahn und Brockenbahn mit 1000 mm Spurweite. Sie bilden mit 140,4 km Streckenlänge das größte verbliebene Schmalspurnetz Deutschlands, sind längst eine überregional bekannte Touristenattraktion und werden bis heute überwiegend mit Dampf betrieben.

Schleswig-Holstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nördlichsten Bundesland wurden die ehemaligen Bahnen auf Amrum (900 mm) und Sylt (Meterspur) längst abgebaut. Nach dem Bau der Flensburger Kreisbahn entwickelten sich rasch schmalspurige Kreisbahnnetze in den damaligen Kreisen, so die Eckernförder Kreisbahnen, Rendsburger Kreisbahn und Kreisbahn Norderdithmarschen, die ebenfalls abgebaut worden sind. Mit der Abtretung Nordschleswigs 1920 gingen die Kreisbahn auf Alsen, die Apenrader Kreisbahn und die Haderslebener Kreisbahn an Dänemark und wurden später stillgelegt. Die heute noch betriebene Strecke Niebüll–Dagebüll wurde 1895 als Kleinbahn in Meterspur eröffnet und 1926 auf Normalspur umgespurt.

Nur die beiden schmalspurigen Materialbahnen des Amts für ländliche Räume (ALR) zu den Halligen Nordstrandischmoor (Feldbahngleis) sowie Oland und Langeneß (900 mm) sind noch in Betrieb.

Ab 2006 wurde die normalspurige Strecke Malente–Lütjenburg teilweise auf 600 mm umgespurt. Sie war 2008 bis Malente-Nord und 2009 bis Bruhnskoppel in Betrieb genommen worden. Die Bahn wurde als „Schienenbahn“ betrieben und inzwischen wieder eingestellt.

Andere Bundesländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch auf den Gebieten der restlichen heutigen Bundesländer wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Schmalspurbahnen in Betrieb genommen. So gab es in fast jeder Region eine oder mehrere schmalspurige Bahnen, die alle als Privatbahnen bzw. in Form einer sogenannten „Kreisbahn“ oder „Kreiskleinbahn“ von den Gemeinden selbst errichtet wurden, da die Staatsbahnen in diesen Fällen nicht an der Erschließung bestimmter, meist noch wenig entwickelter ländlicher Gegenden interessiert waren. Besonders in West- und Mitteldeutschland, in Pommern, West- und Ostpreußen und in Oberschlesien entstanden auf diese Art viele Schmalspurbahnen, die äußerst wichtig für den wirtschaftlichen Aufschwung einer Region wurden und in vielen Fällen sogar überregionale Bekanntheit erlangten, nach dem Aufkommen des motorisierten Straßenverkehrs um 1920 allerdings zunehmend an Bedeutung verloren und endgültig zum Verlustgeschäft wurden. Deshalb begann bereits ab 1950, also noch vor dem allgemeinen Abnehmen des Bahnverkehrs bedingt durch den zunehmenden Straßenverkehr in Deutschland, ein langjähriges „Schmalspurbahnsterben“. Bis Mitte der 1970er Jahre wurden fast alle Schmalspurbahnen in Deutschland stillgelegt, allerdings gelang es daraufhin zahlreichen Vereinen, verschiedene Strecken zu erhalten oder wieder aufzubauen, so dass heute ein nicht geringer Teil der deutschen Museumseisenbahnen schmalspurig ist.

Rhodopenbahn in Bulgarien

Übriges Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bulgarien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bulgarien gibt es mit der 1922 bis 1945 eröffneten Rhodopenbahn nur eine einzige dem öffentlichen Verkehr dienende Schmalspurbahn. Die 125 Kilometer lange Strecke verläuft in Nordost-Südwest-Richtung zwischen Rila- und Rhodopengebirge und endet östlich des Piringebirges. Wegen ihrer Trassierung als Gebirgsbahn wird sie oft mit Eisenbahnen in den Alpen verglichen und ist auch als Rhätische Bahn des Balkans“ bekannt. Die Spurweite beträgt 760 mm (Bosnische Spur).

Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Abtretung Nordschleswigs 1920 gingen die Kreisbahn auf Alsen, die Apenrader Kreisbahn und die Haderslebener Kreisbahn an Dänemark. Alle drei Bahnen wurden später stillgelegt.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stromversorgung des Train Jaune der Ligne de Cerdagne erfolgt über eine seitliche Stromschiene.
Triebzug Z800 auf der Strecke Saint-Gervais–Vallorcine in den französischen Alpen bei Chamonix.
Kreuzung eines Personenzugs mit einem Güterzug auf der Insel Korsika.

Vom ursprünglich umfangreichen Schmalspurnetz Frankreichs sind die meisten Linien verschwunden. Vom Netz der damaligen Chemins de Fer de Provence ist nur noch die Strecke Nizza–Digne-les-Bains übrig geblieben. Auch bei der Chemin de fer du Blanc-Argent wird nur noch ein Reststück betrieben. Die Chemin de Fer de la Baie de Somme und Chemin de Fer de La Mure verkehren weiterhin als Museumsbahnen.

Die Ligne de Cerdagne in den Pyrenäen wird trotz der großen Höhenunterschiede als reine Adhäsionsbahn befahren. Auf der Insel Korsika betreiben die Chemins de fer de la Corse ein durchwegs meterspuriges Bahnnetz, das eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für den Tourismus hat. Eine internationale Schmalspurstrecke der SNCF und der TMR verbindet Chamonix mit Martigny in der Schweiz. Die Zahnradbahnen Chemin de fer du Montenvers in den Alpen und Chemin de Fer de la Rhune in den Pyrenäen sind ebenfalls meterspurig.

Finnland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter und neuer, von Stadler Rail gelieferter Triebzug vor dem Betriebs­werk Diakopto.
Intercity-Zug in Pyrgos auf dem Peloponnes, Griechenland.

Ein Teilstück der früheren Bahnstrecke Jokioinen–Forssa mit 750 mm Spurweite wird heute als Museumsbahn betrieben.

Georgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bordschomi führt eine Schmalspurbahn namens "Kukuschka" (Kuckuck) mit 912 mm Spurweite über 37 km bis nach Bakuriani und überwindet dabei in etwa 2,5 Stunden einen Höhenunterschied von 1.200 m. Sie wurde 1912 in Betrieb genommen, wobei Gustave Eiffel eine der Brücken konstruierte. 1968 wurde die Strecke elektrifiziert, 1991 der Güterverkehr eingestellt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h.[13]

Griechenland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Griechenland befindet sich auf dem Peloponnes ein umfangreiches Meterspurnetz. Zwischen Athen und Korinth ist der Umbau auf Normalspur abgeschlossen, die Strecke bis Patras wird derzeit abschnittweise umgespurt. Ebenfalls auf dem Peloponnes befindet sich die 750-mm-Schmalspurbahn Diakopto–Kalavrita, die auch Abschnitte mit Zahnstange aufweist. Die thessalische Meterspurbahn von Volos nach Kalambaka wurde vor einigen Jahren auf Normalspur umgebaut, die Strecke von Volos nach Velestino stillgelegt. Als Touristikbahn in zwei Abschnitten wieder in Betrieb genommen wurde die Pilionbahn mit einer Spurweite von 600 mm.

Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem öffentlichen Schienennetz mit 1600 mm Breitspur betreibt Bord na Móna ein Schmalspurnetz mit einer Spurweite von 914 mm, mit dem auf der Clonmacnoise and West Offaly Railway und anderen Bahnen der abgebaute Torf transportiert wird. 850 Kilometer davon sind dauerhaft verlegte Gleise, der Rest wird je nach Bedarf gelegt und wieder abgebaut.

Isle of Man[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Insel existieren mit der Isle of Man Railway der Manx Electric Railway und der Pferdestraßenbahnen Douglas Bay Horse Tramway mehrere Bahnen mit 3-Fuß-Spur (914 mm). Die elektrische Bergbahn Snaefell Mountain Railway fährt auf Kapspur, die Touristenbahn Groudle Glen Railway auf einer Spurweite von 610 mm.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der Ferrovia Circumetnea mit dem Ätna im Hintergrund.
Panoramatriebzug der SSIF auf dem Weg von Domodossola nach Locarno.
„Metrostar“-Triebzug der Ferrovia Circumvesuviana in der Provinz Neapel

In Italien verbreitet ist die Spurweite von 950 mm (italienische Meterspur), zum Beispiel bei der Ferrovia Circumvesuviana, die mit einem dichten, S-Bahn-ähnlichem Betrieb Neapel mit umliegenden Gemeinden und Städten verbindet. Die Strecke CataniaRiposto der Ferrovia Circumetnea ist die letzte Strecke des ehemals ausgedehnten Schmalspurbahnnetzes Siziliens. Auch die Bahnstrecke Roma Laziali–Giardinetti ist nur noch auf einem kurzen Teilstück in Betrieb. Die Ferrovie della Sardegna betreiben das 950-mm-Netz auf Sardinien mit mehreren Regionalverkehrsstrecken, den Stadtbahnen Sassari und Cagliari und der Museumsbahn Trenino Verde.

Daneben existieren mehrere Schmalspurbahnen in Meterspur wie die Ferrovia Trento–Malè im Trentino, die Rittner Bahn im Südtirol und die Ferrovia Genova–Casella in Ligurien. Die ebenfalls meterspurige Ferrovia Vigezzina verbindet Domodossola an der Simplonlinie mit Locarno in der Schweiz. Auf dem südlichsten Abschnitt der Berninalinie dringt die Rhätische Bahn als einzige ausländische Bahn in italienisches Staatsgebiet vor.[14]

Als das Südtirol 1920 von Österreich-Ungarn an Italien übergeben wurde, kamen mit der Grödner Bahn und der Fleimstalbahn zwei Bahnen mit bosnischer Spurweite dazu. Deren Betrieb wurde 1960 beziehungsweise 1963 eingestellt.

Ehemaliges Jugoslawien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampfzug auf der Museumsbahn Šarganska osmica in Serbien.
Stütztenderlokomotiven JDŽ 189-
013 Bauart Klose der Jugoslawischen Staatsbahnen 1965 in Sarajevo.

In Bosnien-Herzegowina wurde ab 1878 (nach dem Berliner Kongress) von der österreichischen Militärverwaltung eine Versorgungsbahn von Bosanski Brod nach Sarajevo gebaut, aus der sich unter der Verwaltung von Österreich-Ungarn ein weites Netz an Schmalspurbahnen in der so genannten Bosnischen Spurweite entwickelte (760 mm). Nach dem Ersten Weltkrieg mit dem serbischen Schmalspurnetz in gleicher Spurweite verbunden, entstand so zwischen Belgrad und Dubrovnik, sowie zwischen Nordbosnien und Montenegro ein umfangreiches Streckennetz von Hauptbahnen auf schmaler Spur, auf dem auch Schnellzüge verkehrten.

Daneben existierten zahlreiche Waldbahnen in gleicher Spurweite (z. B. Steinbeisbahn im Raum Jajce/Prijedor/Drvar, die vor dem Bau der normalspurigen Hauptbahn Bihać-Split bis Knin führte oder die Usoratalbahn, die in ihrer größten Ausdehnung bis Banja Luka reichte; Krivaja-Waldbahn Zavidovići-Kusaće).

Alle Linien wurden aber spätestens in den 1970er-Jahren durch neu errichtete Normalspurstrecken ersetzt oder eingestellt. In den Nachfolgestaaten Jugoslawiens ist als Museumsbahn ein wieder aufgebautes Teilstück der Šarganska osmica (Šarganer Achter), am Šargan-Pass in Westserbien in Betrieb. Daran anschließend wurde im benachbarten Bosnien-Herzegowina ein Teilstück der Bosnischen Ostbahn bis Višegrad wieder aufgebaut.

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RTM-Dieseltriebwagen M1602 „Reiger“ bei Ouddorp, Niederlande.

Das Stichting voorheen RTM ist ein Eisenbahnmuseum in Ouddorp mit einer zugehörigen Museumsbahn auf dem Brouwersdam mit einer umfangreichen Sammlung historischer Straßenbahnen der früheren Rotterdamse Tramweg Maatschappij (RTM). Der erste Abschnitt der Bahnstrecke wurde 2007 in Betrieb genommen. Dies ist die einzige in den Niederlanden noch betriebene Linie mit Kapspur. In dieser Spurweite waren viele niederländische Überlandstraßenbahnen erbaut worden.

Die 1993 eröffnete Stoomtrein Katwijk Leiden ermöglicht den Betrieb der im benachbarten Eisenbahnmuseum untergebrachten Fahrzeuge mit 700 mm Spurweite.

Norwegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Verwendung in größerem Umfang der Kapspur geht auf den Norweger Carl Abraham Pihl zurück. Auf seine Initialen geht die ursprüngliche Schreibweise CAP-Spur zurück.[15] Die erste von Pihl erbaute Kapspurbahn war die 1862[16] eröffnete Hamar-Grundsetbahn in Norwegen. Bis 1880 wurden in Norwegen insgesamt 970 Kilometer kapspurige Eisenbahnen gebaut, die zwischen 1904 und 1949 auf Normalspur umgebaut wurden. Hingegen ist die meterspurige Thamshavnbahn, die als Museumsbahn betrieben wird, in Schmalspur erhalten geblieben.

Lettland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Diesellok bespannter Zug der Bānītis in Lettland.

Die Bahnstrecke Gulbene–Alūksne (750 mm) Bahnstrecke ist als Bānītis eine Touristenattraktion, aber auch eine der Personenbeförderung dienende Nahverkehrsgesellschaft. Der reguläre Betrieb wurde am 1. Februar 2010 stark eingeschränkt.[17]

Litauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1892 entstanden auf dem Gebiet des heutigen Litauen verschiedene Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 750 Millimetern. Während des Ersten Weltkriegs bauten die deutschen Truppen, die das Land ab 1915 besetzt hielten, weitere Strecken in 600-mm-Spur. Nach dem Krieg übernahm die neugegründete Staatsbahn Lietuvos geležinkeliai (LG) alle Strecken. 1929 betrieb die LG 125 km in 750-mm-Spur und 325 km in 600-mm-Spur. Ab Anfang der 1930er Jahre baute die LG einen Teil der 600-mm-Strecken auf 750 mm um und erweiterte das Streckennetz um einzelne Neubaustrecken. 1939 war das 750-mm-Netz auf 284 km gewachsen.[18] Auf diesem Netz setzte die LG unter anderem die von Škoda gebauten leistungsfähigen Dampfloks der Baureihen P4 und P5 ein, von denen erstere immerhin 60 km/h fahren durfte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die sowjetische Staatsbahn SŽD die Schmalspurbahnen und legte den größten Teil bis 1959 still, unter anderem alle 600-mm-Strecken. Nur ein Teil der 750-mm-Strecken wurde weiter betrieben, auf Dieselbetrieb umgestellt und blieb bis zum Ende der Sowjetunion in Betrieb. Im ab 1990 unabhängigen Litauen wurden weitere Abschnitte eingestellt. Übrig blieb die Strecke zwischen den Städten Panevėžys und Anykščiai mit Fortsetzung nach Rubikiai (69 km). Der weitere Streckenverlauf nach Utena ist stillgelegt.[18]

Eine neu errichtete Strecke einer 600-Millimeter-Schmalspurbahn mit einer Länge von nur 720 Metern befindet sich am See Galvio in Ignalina.

Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund 140 Kilometer umfassenden Meterspurbahnen in Luxemburg wurden in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg stillgelegt.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen und Touristen-Dampfzug auf der Murtalbahn

Die Österreichischen Schmalspurbahnen wurden aus militärischen Überlegungen fast ausschließlich in der Bosnischen Spurweite von 760 mm errichtet und gehörten meist zu den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Mittlerweile wurden jedoch alle Schmalspurbahnen stillgelegt oder privatisiert. Damit hatten sich die ÖBB komplett von der Schmalspur zurückgezogen. Die Meterspur fand hauptsächlich bei straßenbahnähnlichen elektrischen Lokalbahnen und Zahnradbahnen Verwendung. Die Straßenbahn Linz ist hingegen in einer Spurweite von 900 Millimetern gebaut.

Mehrere Strecken stehen heute noch als reguläre Träger des öffentlichen Verkehrs in Betrieb, auf einigen Strecken wurde nach Einstellung des regulären Betriebs Museumsverkehr eingerichtet.

Auf folgenden Strecken besteht heute noch planmäßiger Betrieb:

Eine Sonderstellung nimmt die Dienstbahn der Internationalen Rheinregulierung (Spurweite 750 mm) ein, die die Mündung des Alpenrheins in den Bodensee mit dem Steinbruch bei Koblach verbindet. Die Bahn führt über Schweizer und österreichisches Gebiet und wird nach Wegfall der ursprünglichen Transportaufgabe als Museumsbahn genutzt.

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiteiliger meterspuriger Diesel­triebwagen bei Aveiro in Portugal.

In Polen fanden sich bis etwa 1990 in fast allen Landesteilen teils sehr umfangreiche Schmalspurnetze, verbreitet waren vor allem die Spurweiten 1000 mm und 750 mm. In Kujawien gab es auch öffentliche Bahnen mit 600 mm Spurweite. Eine Besonderheit war die noch aus preußischen Zeiten stammende Spurweite von 785 mm des überwiegend für industrielle Zwecke genutzten Schmalspurnetzes in Oberschlesien. Die umfangreichsten Netze lagen in Pommern und Kujawien sowie rund um Posen. Die meisten Bahnen sind in den Jahren seit 1990 stillgelegt worden, auf einigen Reststrecken wird aber noch Museumsbetrieb angeboten.

Portugal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 1980er Jahre umfassten die von den Comboios de Portugal betriebenen Meterspurstrecken mehr als 500 Kilometer Länge. Die Vorortstrecke zwischen Porto und Póvoa de Varzim galt zu damaliger Zeit als eine der meistbefahrensten Meterspurstrecken Europas.[19] Die Linha de Matosinhos und die Linha da Póvoa wurden 2002 für den Betrieb der normalspurigen Metro do Porto umgebaut. Auf den meisten der anderen Linien wurde der Verkehr eingestellt. In Betrieb ist noch die Linha do Vouga, die sich jedoch wegen finanzieller Probleme in einem schlechten Zustand befindet.

Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampflokomotive der Wassertal­bahn beim Wasserfassen.

Die Wassertalbahn mit 760 mm Spurweite ist die letzte regulär betriebene Waldbahn Rumäniens.

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebzug der Baureihe Д2 in Poljakowo (Sachalin; 2011)
ТУ7А-3042 der Karinskaja-Schmalspurbahn mit Personenzug bei der Einfahrt nach Karintorf (2007)

Schmalspurbahnen in Russland verkehren fast ausschließlich auf den Spurweiten 1067 mm und 750 mm. Erstere befinden sich auf Sachalin und werden von den Russischen Eisenbahnen (Rossijskije schelesnyje dorogi; RŽD) betrieben. Von 1992 bildeten sie als Sachalinskaja schelesnaja doroga eine eigenständige Filiale, vor 1992 und heute gehört das Bahnnetz auf Sachalin zur Dalnewostotschnaja schelesnaja doroga. Das Streckennetz hatte 2006 eine Länge von 805 Kilometern. Die Spurweite hat ihren Ursprung im japanischen Bahnnetz, das vor 1945 auf dem Südteil Sachalins bestand. Betrieblich bestehen keine wesentlichen Unterschiede zum russischen Breitspurnetz. Als Personenwagen werden umgespurte Breitspurwagen verwendet, Güterwagen gehen im Fährverkehr auf das Festland über. Der Schnellzug- und Güterverkehr wird mit Diesellokomotiven der Baureihe ТГ16 (TG16) bedient, im Nahverkehr werden aus Japan importierte Triebwagen der Baureihe Д2 eingesetzt. Für die Anbindung an das russische Festlandnetz dient eine Eisenbahnfähre. Wegen der unterschiedliche Spurbreite ist das Umspuren der übersetzten Eisenbahnwagen erforderlich. Bauarbeiten zur Umrüstung des Streckennetzes der Insel auf russische Breitspur sind im Gange. Ihre Fertigstellung war ursprünglich für 2012 angekündigt.

Die Russischen Eisenbahnen betreiben in zahlreichen Städten Kindereisenbahnen, die die sowjetische Tradition der Erziehung von Kindern zum Interesse an Berufen im Eisenbahnwesen fortsetzen. Die Kindereisenbahnen erfüllen praktisch keine Verkehrsaufgaben und sind in der Regel nur im Sommer und oft nur am Wochenende im Einsatz. Sie haben fast ausschließlich eine Spurweite von 750 mm.

Die Sowjetischen Eisenbahnen (Sowetskije schelesnyje dorogi; SŽD) betrieben auf dem Gebiet des heutigen Russland zahlreiche Schmalspurbahnen, die noch vor Übernahme durch die Russischen Eisenbahnen weit überwiegend auf Breitspur umgespurt oder stillgelegt wurden. Mit Einstellung des Verkehrs auf der Tumskaja-Schmalspurbahn 2008[20] endete der Betrieb der Russischen Eisenbahnen auf 750 mm mit Ausnahme der Kindereisenbahnen.

In Russland bestehen noch zahlreiche Schmalspurbahnen der Forst- und Torfwirtschaft auf 750 mm, auf kürzeren Strecken auch von Industriebetrieben. 2006 waren noch etwa 150 Schmalspurbahnen in Betrieb,[21] mit deutlich abnehmender Tendenz. Der tatsächliche Status dieser Bahnen ist jedoch in vielen Fällen nicht zuverlässig zu erfassen, aufgrund rückläufiger Streckenlängen bei den noch in Betrieb befindlichen Bahnen sind auch Angaben über die Gesamtlänge der Schmalspurbahnen kaum möglich. Die meisten russischen Schmalspurbahnen sind Waldbahnen, die in erster Linie der Holzabfuhr dienen, teilweise aber auch die Versorgung von auf der Straße nicht erreichbaren Orten übernehmen. Diese Bahnen befanden und befinden sich weit überwiegend im Nordosten des europäischen Teils Russlands in den Oblasten Wologda, Archangelsk, Kirow und in der Republik Komi, aber auch im Nordwesten des asiatischen Teils Russland (Oblast Swerdlowsk). In den letzten Jahren deutlich rückläufig ist die Anzahl von Torfbahnen, ihr Schwerpunkt befand sich im zentralen Bereich des europäischen Teils Russlands (Oblaste Moskau, Rjasan und Kirow). Einige der Wald- und Torfbahnen führen auch Personenverkehr durch, wenn dies zur Bedienung von Orten ohne Straßenanbindung erforderlich ist. Nicht immer handelt es sich hierbei um echte öffentliche Personenverkehre, teilweise wird auch nur die Nutzung von Werkspersonenzügen durch Betriebsfremde geduldet. Die Bahnen befinden sich im Besitz der jeweiligen Forst- oder Torfbetriebe, in Einzelfällen auch von regionalen öffentlichen Verwaltungen.

Unter diesen Bahnen sind besonders hervorzuheben:

  • Die Waldbahn Alapajewsk betreibt ein Streckennetz mit einer Länge von etwa 280 Kilometern, auf dem mehrmals in der Woche über Nacht Personenzüge verkehren. Sie ist das größte 750-mm-Netz in Russland.[22]
  • Die Waldbahn Apscheronsk ist die einzige Schmalspurbahn im russischen Kaukasus, auf ihr verkehren zwischen Tschernigowskoje und Otdaljonny montags bis freitags Personenzüge mit Einrichtungstriebwagen.[23]
  • Die Torfbahn Karinskaja-Schmalspurbahn betreibt mangels einer Straßenbrücke über die Tschepza die einzige ganzjährige Verbindung zwischen Kirowo-Tschepezk und Karintorf und hat daher umfangreichen Personenverkehr. Je nach Jahreszeit verkehren bis zu fünf Personenzugpaare. Sie ist die einzige russische 750-mm-Bahn mit täglichem Personenverkehr.[24]
  • Die Kudemskaja-Schmalspurbahn südlich von Sewerodwinsk ist eine Waldbahn, auf der der Holztransport vollständig eingestellt wurde, sie dient heute nur noch dem Personenverkehr.[25]

Schweden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive in der schwedischen Spurweite von 891 mm auf der Jädraås–Tallås Järnväg.

In Schweden wurden seit 1873 Schmalspurstrecken überwiegend in der typisch schwedischen Spurweite von 891 mm (entsprechend drei schwedischen Fuß) erbaut. Die durch private Betreiber erbauten Netze erreichten teilweise beachtliche Größen. Das umfangreichste Netz wurde in Småland und Östergötland erbaut. Es reichte von Örebro bis nach Torsås südlich von Kalmar und hatte eine Länge von 1180 km. Das zweitgrößte Netz entstand in Västergötland, von Göteborg bis Gullspång, zwischen Vänern und Vättern gelegen, das 1930 in seiner größten Ausdehnung eine Länge von rund 550 km hatte. Kleinere 891-mm-Netze entstanden mit Stockholm–Roslagens Järnvägar nordöstlich von Stockholm und auf den Inseln Öland und Gotland.

Mit insgesamt 630 km erreichte auch das in Kapspur (1067 mm) erbaute Netz in Südschweden (zwischen Halmstad am Kattegat und Torsås) eine beachtliche Länge. Daneben entstanden in Schweden einzelne Strecken in 600 mm, 802 mm, 1093 mm, 1188 mm und 1217 mm Spurweite.

Die schwedischen Schmalspurbahnen waren sämtlich von privaten Gesellschaften erbaut worden – wie auch große Teile des Normalspurnetzes. Im Zuge der Verstaatlichung des schwedischen Bahnnetzes seit 1930 kamen von 1933 bis 1952 fast alle Schmalspurstrecken in den Besitz der Staatsbahn Statens Järnvägar (SJ). Die SJ hatte nun 2324 km 891-mm-Strecken und 433 km 1067-mm-Strecken in Besitz, begann aber bald mit der Stilllegung der meisten Strecken. Einige Strecken wurden zwischen 1954 und 1978 auf Normalspur umgebaut, etwa zwischen Kristianstad und Karlskrona (früher 1067 mm) oder zwischen Åtvidaberg und Västervik (zuvor 891 mm).

Einige Linien der Rhätischen Bahn (RhB) werden wie Hauptbahnen betrieben. Reisezug der RhB bei Langwies.

Zwar wurden noch neue Fahrzeuge für Teile der Schmalspurbahnen angeschafft, die meisten Strecken wurden jedoch von 1953 an, beginnend mit den Bahnen auf Gotland, bis 1986 stillgelegt. Übrig blieb lediglich ein elektrifiziertes Restnetz der ehemaligen Stockholm–Roslagens Järnvägar bei Stockholm, welches heute unter dem Namen Roslagsbanan in den Stockholmer Vorortverkehr integriert ist, sowie einzelne Museumseisenbahnen.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Schweizer Alpen besteht innerhalb des Alpenhauptkamms ein von Graubünden bis ins Wallis durchgehendes Meterspurschienennetz, das von der Rhätischen Bahn zur Gänze im Adhäsions-Betrieb und von der Matterhorn-Gotthard-Bahn mit zusätzlichem Zahnrad-Antrieb betrieben wird. Daneben finden sich fast in allen Teilen der Schweiz kleinere Netze oder Strecken, überwiegend in Meterspur (etwa im Berner Oberland, in der Zentralschweiz, im Mittelland oder im Jura). Die städtischen Straßenbahnen sind durchwegs meterspurig. Andere Spurweiten wie 750 mm oder 800 mm sind nur bei einzelnen Strecken zu finden.

Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die holzverkleideten Triebwagen aus der Eröffnungszeit der Ferrocarril de Sóller auf Mallorca sind noch in Betrieb.
Meterspur-Triebzug Stadler GTW 2/6 der Elektrischen Tatrabahn in der Slowakei.

In der Slowakei sind vor allem die meterspurige Elektrische Tatrabahn und die Schmalspurbahn Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice (760 mm) von Bedeutung. Die Strecke Ružomberok–Korytnica und die früher sehr ausgedehnte Waldbahn Považská lesná železnica sind nicht mehr in Betrieb. In Košice verkehrt noch die Parkeisenbahn Detská železnica Košice (ehemalige Pioniereisenbahn).

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Spanien existieren verschiedene schmalspurige Netze. Sehr umfangreich und mit ca. 1200 km eines der längsten europäischen Schmalspurnetze ist das Meterspurnetz von Ferrocarriles de Vía Estrecha (FEVE) und EuskoTren, das sich in Nordspanien entlang der Küste vom Baskenland an der französischen Grenze bis nach Galicien erstreckt. Die FEVE betreiben ebenfalls eine kaum befahrene Strecke von Bilbao nach León sowie eine kurze Regionalstrecke bei Cartagena. In Katalonien bietet der Betreiber Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) einige ergänzende S-Bahn-Linien in Schmalspur an. Die ehemaligen Schmalspurstrecken bei Valencia wurden vollständig in das Metro-Netz integriert. Die Strecke von Alicante nach Denia wird schrittweise in eine Straßenbahn umgewandelt. Die schmalspurigen Vorortstrecken von Málaga sind bis auf die Strecke nach Fuengirola, die in Breitspur umgebaut wurde, stillgelegt, wobei hier ebenfalls die Integration in das zukünftige Metro-Netz vorgesehen ist. Die Metro Bilbao basiert zum Teil auf einer ehemaligen FEVE-Schmalspurstrecke. Die Zahnradbahnen Montserrat und Núria fahren auch auf Meterspur.

Der Schienenverkehr auf Mallorca wird der von staatlichen Meterspurbahn Serveis Ferroviaris de Mallorca und der privaten Ferrocarril de Sóller mit 914 mm Spurweite betrieben. Auch die Metro de Palma verkehrt auf Schmalspur.
Hauptartikel: Schienenverkehr auf Mallorca

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der Jindřichohradecké místní dráhy bei Dolni Skrychov im Süden Tschechiens.
Auf der Waldbahn Lillafüredi Állami Erdei Vasút in Ungarn verkehren auch Personenzüge.
Diesellokomotive auf dem Schmal­spur­netz Hajworon in der Ukraine.

Im heutigen Tschechien gab und gibt es nur einige wenige Schmalspurbahnen, die meist wie in Österreich in der bosnischen Spurweite von 760 mm ausgeführt worden waren. Finanzielle Zuschüsse bewilligte der böhmische Landtag seinerzeit nur für Normalspurbahnen, so dass bei den meisten privaten Lokalbahnen eine schmalspurige Ausführung nicht in Frage kam. Eine Sonderstellung hatten die als Lokalbahn konzessionierten Strecken der Schlesischen Landesbahn, die im Mährisch-Schlesischen Industriegebiet ein ausgedehntes, elektrifiziertes Netz mit einer Spurweite von 760 mm betrieb.

Erhalten sind heute noch zwei Strecken der Jindřichohradecké místní dráhy und die Linie Třemešná ve Slezsku–Osoblaha, die alle nach wie vor im regulären Schienenpersonennahverkehr betrieben werden. Zwischen Liberec und Jablonec nad Nisou verkehrt eine meterspurige Überlandstraßenbahn. Darüber hinaus existierten noch einige schmalspurige Industriebahnen in verschiedenen Spurweiten.

Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Schmalspurbahnen (750 mm) für den Personenverkehr in der Ukraine: Borschawatalbahn in Transkarpatien, Bahnstrecke Antoniwka–Saritschne in der Oblast Riwne, und die Schmalspurnetz Hajworon in den Oblasten Winnyzja und Kirowohrad.

Es gibt auch Kindereisenbahnen in Dnipropetrowsk, Donezk, Charkiw, Kiew, Luzk, Lwiw, Riwne und Saporischschja.

Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten öffentlichen ungarischen Schmalspurbahnen hatten eine Spurweite von 760 mm, die touristische Nutzung einiger noch existierender Reststrecken gewinnt an Bedeutung. In mehreren Regionen bestanden ausgedehnte Wirtschaftsbahn- oder Waldbahnnetze mit Spurweite 600 mm oder 760 mm.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenbahnhof von Porthmadog der Ffestiniog Railway im Jahr 1994.
6,5-t-Kohlenwagen der Ffestiniog Railway. Dieser Wagen wurde 2013 aus Südafrika eingeführt und hat noch die Farbe der SAR.
Zug der Welsh Highland Railway mit 610 mm Spurweite. Die Garratt-Lokomotive SAR-Klasse NGG 16 wurde 1997 aus Südafrika importiert.

Ausgehend von schmalspurigen Grubenbahnen mit Spurweiten in einem Bereich zwischen etwa 2 und 3 Fuß entstanden Verbindungsbahnen zur „großen“ Eisenbahn oder zu Häfen, die praktischerweise in der Spurweite der angeschlossenen Gruben bzw. Steinbrüche ausgeführt waren. Zu den frühesten gehörte die 1828 eröffnete und heute verschwundene Nantlle Railway zwischen einigen Schiefersteinbrüchen im Nantlle-Tal und dem Hafen von Caernarfon in Wales. Sie hatte eine Spurweite von 3 Fuß (1067 mm) und wurde bis zu ihrer Einstellung in den 1960er-Jahren mit Pferden betrieben. Die 1832 eröffnete Ffestiniog Railway zwischen Blaenau Ffestiniog und Porthmadog war wie die angeschlossenen Schiefersteinbrüche in einer Spurweite von knapp unter 2 Fuß ausgeführt (597 mm). Auf dieser Bahn wurden 1863 erstmals erfolgreich Schmalspur-Dampflokomotiven eingesetzt. Die dampfbetriebene Ffestiniog Railway war ein großer Erfolg und wurde deshalb zum Vorbild für weitere 2-Fuß-Schmalspurbahnen, z. B. Welsh Highland Railway, Vale of Rheidol Railway und Lynton and Barnstaple Railway in Großbritannien und schließlich auch im südlichen Afrika und Indien (Darjeeling Himalayan Railway).

Die Talyllyn Railway gilt als erste britische Schmalspurbahn, die auch Passagiere befördern durfte und wurde 1951 die weltweit erste von Freiwilligen betriebene Museumsbahn. Die Spurweite von 2,25 Fuß (686 mm) konnte sich jedoch nicht durchsetzen; man findet sie sonst nur noch bei der in der Nähe liegenden Corris Railway. Auch die 2,5-Fuß-Spurweite (762 mm) der Welshpool and Llanfair Light Railway ist in Großbritannien vergleichsweise selten.

Die 1896 eröffnete Glasgow Subway ist in der ungewöhnlichen Spurweite von 4 Fuß (1219 mm) gebaut. Sie wird heute als einzige moderne Schmalspurbahn in Großbritannien betrieben. Viele andere Schmalspurbahnen sind als Museumsbahnen erhalten geblieben oder neu auf der Trasse stillgelegter Normalspurbahnen gebaut worden. Die Ffestiniog Railway bildet zusammen mit der wiederaufgebauten Welsh Highland Railway das mit 64 km Länge größte zusammenhängende Schmalspursystem in Großbritannien.

Zypern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Insel Zypern bestand von 1904 bis 1951 die schmalspurige, staatliche Eisenbahnlinie Cyprus Government Railway vom Hafen Famagusta über Nikosia bis zum Hafen von Morphou. Die Spurweite betrug 762 mm (2′ 6″). Zudem bestand mit gleicher Spurweite die Cyprus Mines Corporation Mineral Railway. Diese Strecke wurde spätestens nach der türkischen Invasion im Norden der Insel 1974 eingestellt.

Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garratt-Dampflokomotive der South African Railways. Garratt-Lokomotiven waren weit verbreitet auf den Schmalspurstrecken im südlichen Afrika. Ihr tiefer Schwerpunkt auch bei einem großen Kessel ist wegen der Kippgefahr bei Schmalspur vorteilhaft.
Kapspur-Züge der Metrorail Gauteng auf einem Abstellfeld bei Johannesburg.

Schmalspurbahnen sind in Afrika weit verbreitet und wurden dort von den jeweiligen Kolonialmächten erbaut. Im südlichen Afrika ist die Kapspur die vorherrschende Spurweite, in der ein hochwertiges Streckennetz errichtet wurde. Nebenstrecken wurden häufig in der Spurweite 610 mm errichtet; die Strecke von Port Elizabeth nach Avontuur ist mit 283 Kilometer die weltweit längste Strecke dieser Spurweite.

Die Ländernamen sind mit Artikel verlinkt, die den Schienenverkehr im entsprechenden Land beschreiben.

Kapspur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Afrika von der Demokratischen Republik Kongo bis nach Südafrika und Daressalam in Tansania besteht ein zusammenhängendes Kapspurnetz.

Personenzug mit EMD-Diesel­lokomotive in Simbabwe im Jahr 1990.

Südafrika hat mit rund 20 000 Kilometer Kapsur das längste Schmalspurnetz der Erde. Daneben gab es 2008 122 Kilometer 750-Millimeter-Bahnen und 314 Kilometer 610-mm-Bahnen. Neben dem Güterverkehr spielt der Vorortsverkehr in den Ballungsräumen eine wichtige Rolle. Daneben gibt es Fernzüge – meistens unter der Bezeichnung Shosholoza Meyl – mit teilweise langen Laufwegen. Lesotho verfügt lediglich über eine 1,6 Kilometer lange Anbindung der Hauptstadt Maseru an das Streckennetz Südafrikas. Der Swasiland gibt eine West-Ost-Strecke und eine Nord-Süd-Strecke für den Güterverkehr, die mit Südafrika und Mosambik verbunden sind. In Mosambik bestehen mehrere voneinander unabhängige Teilnetze in Kapspur. Die Verbindung der Eisenbahnnetze von Beira und Nacala erfolgt über Malawi. Seit 2004 wird der Betrieb in Mosambik international ausgeschrieben. Es findet vor allem Güterverkehr von und zu den Häfen am Indischen Ozean statt.

Güterzug der TransNamib mit den Karasbergen im Hintergrund.

Alle heute noch betriebenen Strecken in Simbabwe sind in der im südlichen Afrika üblichen Kapspur gebaut. Betreiber der meisten Strecken sind die staatlichen NRZ. Durch die Wirtschaftskrise in Simbabwe ist der Eisenbahnbetrieb der NRZ stark eingeschränkt. Botswana ist über die von den Botswana Railways betriebenen Nord-Süd-Verbindung in Kapspur mit Südafrika und Simbabwe verbunden. Etwas mehr als die Hälfte des Güterverkehrs in Sambia dient dem Abtransport der Kupfererze aus Copperbelt. Auf der 1976 eröffneten TAZARA-Strecke nach Daressalam in Tansania herrscht nur wenig Verkehr, weil der Hafen von Daressalam nicht effizient funktioniert. Die aus politischen Gründen gebaute Strecke sollte die Abhängigkeit Sambias von Südafrika und Simbabwe vermindern.

Das weitmaschige Kapspurnetz Namibias wird von TransNamib betrieben, wobei vor allem die Güterbeförderung eine Rolle spielt. Seit Mitte der 1990er-Jahre werden zahlreiche der mehr als 100 Jahre alten Streckenabschnitte saniert. Die von den Caminhos de Ferro de Angola betriebenen Bahnlinien Angolas wurden zum großen Teil in Kapspur erstellt und werden für Güter- und Personenverkehr genutzt. Die im Bürgerkrieg zerstörte Benguelabahn wurde auf Normalspur umgebaut und 2015 wiedereröffnet. Der Schienenverkehr in der Demokratischen Republik Kongo wird von der SNCC betrieben und findet auf mehreren voneinander unabhängigen Eisenbahnnetzen mit unterschiedlichen Spurweiten statt. Die Bahnen werden in erster Linie für den Abtransport von Bergbauprodukten genutzt. Das Südnetz in Kapspur ist an die aus Angola kommende Benguelabahn angeschlossen.

In weiteren Staaten bestehen isolierte Kapspurstrecken. Das von der Nigerian Railway Corporation betriebene Schienennetz in Nigeria beläuft sich auf 3505 Kilometer und befindet sich in einer guten Verfassung. Die Regierung will alle Hauptstrecken auf Normalspur umstellen. Die Kongo-Ozean-Bahn ist eine 510 Kilometer lange Kapspurstrecke in der Republik Kongo, eine Zweigstrecke führt an die Grenze zu Gabun.[26] Die gesamte Strecke der Kongo-Ozean-Bahn ist in schlechtem Zustand. Der Unterhalt des Schienennetzes in Ghana wurde in den letzten Jahren stark vernachlässigt, so dass 2006 nur noch die Strecke zwischen Kumasi und Sekondi-Takoradi regelmäßig befahren wurde. Aktuell gibt es Planungen, das Schienennetz auf Normalspur umzubauen und zu erweitern. Der Bahnverkehr im Sudan und im Südsudan wurde durch den Straßenverkehr abgelöst und besitzt seit den 1990er-Jahren nur noch eine untergeordnete Bedeutung. In Sierra Leone betreibt die Bergbaugesellschaft African Minerals eine Bahn für den Rohstoffstransport. Die Beförderung von Eisenerz auf der Mano-River-Railway in Liberia wurde wegen des Liberianischen Bürgerkriegs eingestellt.

Meterspur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ehemaligen East African Railways fuhr die größte Meterspur­lokomotive der Welt, die Klasse 59, eine Garratt-Gelenklokomotive.
Dieselzug auf Meterspur im tunesischen Bahnhof Sfax.

In Tunesien besteht ein Großteil des von den tunesischen Staatsbahnen SNCFT betriebenen Netzes aus Meterspurstrecken, unter anderem die Bahnstrecke TunisSfax, welche die Hauptachse im Nord–Süd-Verkehr ist. Mit Diesellokomotiven bespannte Personenzüge verkehren mit bis zu 130 km/h, was wahrscheinlich einem Rekord für Meterspur entspricht.

Ein zusammenhängendes Meterspurnetz gibt es in Tansania, Kenia und Uganda. Die Uganda-Bahn, die Mombasa in Kenia über Nairobi und Kampala mit Kasese in Uganda verband, ist noch bis Kampala in Betrieb. Ein grenzüberschreitender Verkehr von Tansania nach Uganda (Trajekt von Mwanza) und nach Kenia findet wegen politischer Differenzen und Unruhen seit Jahrzehnten nicht mehr statt.

Nachtzug auf der Bahnstrecke Douala–Ngaoundéré in Kamerun.

Die Abidjan-Niger-Bahn verbindet Abidjan in der Elfenbeinküste mit Ouagadougou in Burkina Faso. Die Bahnlinie, auf der täglich Güter- und Personenzüge verkehren, ist eine der wichtigsten Lebensadern des Binnenstaates Burkina Faso.

Die Nord-Süd-Strecke in Benin wird seit 2014 nach Norden verlängert, um sie mit der seit kurzem bestehenden Strecke in Niger zu verbinden. Außerdem gab es in Benin früher zwei Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 600 mm. In Niger gab es bis 2009 gar keine Eisenbahn und inzwischen eine Neubaustrecke mit 140 Kilometer Länge.[27]

Die Bahnen Kameruns werden sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr betrieben. Es besteht eine Nachtzugverbindung mit Schlafwagen zwischen Jaunde und Ngaundere. Das Bahnnetz besitzt keine Verbindung zu benachbarten Staaten. Das Schienenverkehrsnetz in Guinea besteht aus normal- und meterspurigen Stichbahnen, die von der Küste ins Landesinnere führen. Die fortschreitende Erschließung der Rohstoffvorkommen führt zu einer Wiederbelebung der Eisenbahn in Guinea. Sanierungsbedürftig ist die Bahnstrecke Dakar–Niger, die Dakar in Senegal mit Koulikoro in Mali verbindet. Auch in Madagaskar sind seit der Unabhängigkeit die dortigen vier Meterspurlinien in einem schlechten Zustand.

Nach dem Verfall der Meterspurstrecke von Addis Abeba–Dschibuti verlor das Binnenland Äthiopien den Zugang zu den Seehäfen in Dschibuti. Die Bahnstrecke wird zurzeit[28] in Normalspur neu aufgebaut. Vom Bahnnetz in Togo ist nur noch ein kleiner Teil in Betrieb. Der Schienenverkehr auf Réunion wurde aufgegeben, das Streckennetz ist aber größtenteils noch vorhanden.

Weitere Spurweiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eritreische Eisenbahn in italienischer Meterspur.

Etwa ein Fünftel des Schienennetzes in Algerien, das von der SNTF betrieben wird, besteht aus Strecken mit 1050 mm Spurweite. Neben den beiden Hauptspurweiten, Normalspur und 1055 mm, entstanden im Laufe der Zeit Eisenbahnen in den Spurweiten 1000 mm, 800 mm, 750 mm und 600 mm, die inzwischen stillgelegt oder umgespurt wurden.

Im Sudan liegen 1400 Kilometer 600-mm-Gleise in Baumwollplantagen.[29] Die Bahnstrecke Massaua–Biscia in Eritrea mit 950 mm Spurweite wird derzeit nur für touristische Zwecke genutzt. 1974 wurde der öffentliche Schienenverkehr in Sierra Leone auf einer Spurweite von 762 mm eingestellt. Der Eisenbahnbetrieb in Somalia auf drei unterschiedlichen Spurweiten wurde während des Zweiten Weltkriegs aufgegeben. In der Zentralafrikanischen Republik war bis um 1960 eine kurze Bahnstrecke mit 600 mm Spurweite in Betrieb. Der Schienenverkehr in Ruanda bestand aus lediglich drei werkseigenen Industriebahnen ebenfalls mit 600 mm Spurweite.

Amerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Südamerika spielt die Meterspur in Argentinien, Bolivien und Brasilien eine wichtige Rolle. Daneben kommen weitere Spurweiten vor.

Meterspur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güterzug auf Meterspur in der argentinischen Provinz Salta.
Netz der Bel­grano-Bahn[30]

In Argentinien hat das Schienennetz eine Länge von etwa 28 300 Kilometern in den drei Spurweiten 1676 mm, Normal- und Meterspur. Die längste Meterspurbahn ist die General-Manuel-Belgrano-Eisenbahn[30]. Die von Buenos Aires ausgehenden Strecken führen ins Zentrum und in den Norden des Landes und früher bis nach Bolivien. Der Touristenzug Tren a las Nubes stellt die Verbindung nach Chile her. Bis 1984 gab es mit der Transandenbahn eine weitere meterspurige Bahnstrecke mit Zahnstangenabschnitten nach Chile. Im Fernverkehr spielt die Eisenbahn im Personentransport wegen der im Vergleich zu den Überlandbussen geringen Geschwindigkeit kaum noch eine Rolle. Die Touristenbahn FCAF auf Feuerland mit 600 mmm Spurweite ist die südlichste Eisenbahn der Welt.

Ferrobús in Bolivien
Brasilianische Bergbaugesellschaf­ten sind auf den Bahnverkehr ange­wiesen. Meterspur-Diesel­lokomotiven der EFVM vor einem Güterzug.

Das veraltete Eisenbahnnetz in Bolivien umfasst 3700 Kilometer Strecken in Meterspur, ist zweigeteilt und wird von zwei Firmen betrieben, der FCA auf der Hochebene Altiplano und der FOSA im bolivianischen Tiefland. Auf von der Schließung bedrohten Strecken werden Ferrobússe eingesetzt. Die Fahrzeuge wurden ursprünglich für den Straßeneinsatz konzipiert und nachträglich mit einem Schienenfahrwerk versehen. Die Ferrocarril de Antofagasta a Bolivia und die Bahnstrecke Arica–La Paz verbinden Bolivien mit Chile. Das dortige Eisenbahnnetz besteht aufgrund verschiedener Spurweiten aus zwei Teilnetzen. Vom nördlich von Santiago bestehenden 2923 Kilometer langen Meterspurnetz werden 40 Kilometer elektrisch betrieben. Auf diesem Meterspurnetz findet kein Personenverkehr statt.

Das Bahnnetz in Brasilien umfasste 2008 30 247 Kilometer, davon 23 424 Kilometer Meterspur.[31] Weitere Spurweiten sind 600, 760, 1435 und 1600 mm. Das Netz ist im Verhältnis zur Größe des Landes sehr klein und allgemein in einem schlechten Zustand. Passagierverkehr findet kaum noch statt. Der Güterverkehr dagegen nimmt wegen der Überlastung der Straßen in einigen Bereichen wieder zu, insbesondere sind die großen Bergbaugesellschaften auf den Eisenbahnverkehr angewiesen. Von den touristisch genutzten Meterspurbahnen sind die Corcovado-Bergbahn und die Estrada de Ferro Campos do Jordão erwähnenswert.

Nebst dem regulären Normalspurnetz auf Kuba entstand durch den Zuckerrohranbau ein weit verzweigtes Netz an normalspurigen und 160 Kilometer schmalspurige Strecken. Sie dienen dem Transport des frisch geernteten Zuckerrohrs in die Zuckerraffinerien und der Endprodukte zu den Häfen.

Andere Spurweiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalspur-Museumsbahn Duran­go and Silverton Narrow Gauge Rail­road in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado.
Züge mit 914 mm Spurweite der PeruRail bringen Touristen nach Machu Picchu.

In den USA bestand ein umfangreiches Netz von Schmalspurbahnen mit der Spurweite 914 mm (3 Fuß). Zur Zeit der größten Ausdehnung um 1880 hatte es eine Länge von zirka 4500 km. Allerdings wurden die meisten Strecken später auf Normalspur umgebaut oder stillgelegt. So existieren heute nur noch wenige Schmalspurstrecken, die in aller Regel nur touristisch genutzt werden.

Kolumbien besitzt ein rund 2000 Kilometer langes Schienennetz in 914 -mm-Spur. Sein Unterhalt wurde vernachlässigt und die Gütertransporte gingen stark zurück. Der Personenverkehr beschränkt sich auf drei kurze touristische Strecken im Raum Bogotá. Perus Eisenbahnen fahren mit Ausnahme der 914-mm-Strecke Cusco–Machu Picchu, die Touristen zur prähistorischen Inka-Siedlung Machu Picchu bringt, auf Normalspur. Guatemala besaß einst ein Eisenbahnnetz mit 914 mm Spurweite von 896 Kilometer Ausdehnung. 2007 wurde der Bahnbetrieb eingestellt und alle Transporte auf Lastwagen und Busse verlagert. Vom Netz in El Salvador mit der gleichen Spurweite werden noch 12,5 Kilometer betrieben.

Die drei Bahnstrecken im Norden von Honduras, die hauptsächlich für den Bananentransport gebaut wurden, haben 1067 mm (Kapspur) und 914 mm Spurweite.

Ebenfalls auf Kapspur verkehren die Züge in Ecuador und Costa Rica. In Ecuador beschädigte 1998 El Niño weite Teile des Streckennetzes so stark, dass vom 965 Kilometer langen Streckennetz nur noch einige Abschnitte für Touristen in Betrieb blieben. Unter Präsident Rafael Correa wurde das Netz ab 2009 wieder hergerichtet. In Costa Rica wurde um das Jahr 2000 der Bahnverkehr komplett stillgelegt, seither wurden einige Strecken wieder reaktiviert.

Auf den 762-mm-Strecken der Dominikanischen Republik werden Zuckerrohr, Mais und Bananen transportiert. Eine 50 Kilometer lange Bahn in St. Kitts und Nevis mit 762 mm Spurweite dient dem Tourismus.[29]

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebzug E351 East Japan Railway Company als Express Super Azusa

Die meisten japanischen Bahnstrecken sind in Kapspur gebaut. Dadurch hat Japan eines der größten Schmalspurnetze der Welt. Weil diese Spurweite für richtigen Hochgeschwindigkeitsverkehr nicht geeignet ist, wurden ab den 1960er-Jahren die Shinkansen-Schnellfahrstrecken in Normalspur gebaut.

Neben einigen nicht elektrifizierten Strecken gibt es bei den Kapspurbahnen Japans drei verschiedene Stromsysteme. Mit 1500 Volt Gleichstrom ist das Streckennetz auf der südlichen Insel Shikoku und bis auf wenige Ausnahmen auf der Hauptinsel Honshū elektrifiziert. Das Netz auf der nördlichen Insel Hokkaidō wird mit 20 000 Volt 50 Hertz Wechselstrom betrieben. Auf der westlichen Insel Kyushu kommt das gleiche Stromsystem, aber mit 60 Hertz Netzfrequenz zum Einsatz.

Bei der Eisenbahngesellschaft Keiō Dentetsu und der Metrolinie Toei Shinjuku in Tokio wird die seltene Spurweite von 1372 mm verwendet. Diese sogenannte Schottische Spurweite kommt auch bei der Straßenbahn Tokio und der Straßenbahn Hakodate zum Einsatz. Die meisten Wald- und Industriebahnen mit 762 mm Spurweite sind inzwischen nicht mehr in Betrieb.

Siehe: Liste der Schmalspurbahnen in Japan

Naher Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampfsonderzug auf der Hedschas­bahn. Hinter der Lokomotive ist ein Wagen zum Transport von Wasser eingereiht.
Güterzug der Aqababahn in Jordanien auf 1050-mm-Spurweite.

Die Ländernamen sind mit Artikel verlinkt, die den Schienenverkehr im entsprechenden Land beschreiben.

Im Nahen Osten gab es mit der Hedschasbahn und den davon abzweigenden Stichstrecken ein Netz mit 1050 mm Spurweite. Die 1322 Kilometer lange Hauptlinie führte von Damaskus in Syrien über Dar'a und Amman in Jordanien nach Medina im heutigen Saudi-Arabien. Eine Nebenlinie zweigte von Dar'a in Syrien nach Haifa im heutigen Israel ab und wurde während des Ersten Weltkriegs bis zur Sinai-Halbinsel weitergebaut. Mit weiteren Zweigstrecken erreichte das Netz 1917 eine maximale Ausdehnung von 1585 Kilometern.

Die Libanonbahn und die mit ihr verbundene Hauranbahn führten von Beirut im Libanon über Damaskus in Syrien nach Muzairib. Trotz der gleichen Spurweite bestand keine Verbindung zur Hedschasbahn.

Von diesen Bahnlinien sind nur noch sind nur Teilabschnitte der Hedschasbahn in Betrieb. Von Damaskus über Dar’a nach Bosra findet Gelegenheitsverkehr statt. In Jordanien sind sämtliche Bahnlinien in Meterspur. Es verkehren Marktzüge von Amman nach Az Zarqa, und auf einem Abschnitt der Hedschasbahn und auf der Aqababahn wird Phosphat aus Abiad und Wadi el Hassa zum Hafen von Aqaba transportiert.

Südostasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Alstom gebaute Meterspur-Diesellokomotive der State Railway of Thailand.

Mit einer Gesamtlänge von über 13 000 Kilometern ebenfalls weit verbreitet sind Schmalspurbahnen in den Ländern der Hinterindischen Halbinsel. In Thailand, Myanmar und Kambodscha ist das gesamte Fernbahnnetz in Meterspur ausgeführt, ebenso in Vietnam und Malaysia, wo jeweils noch eine Normalspurstrecke existiert.

In Thailand betreibt die SRT ein Schienennetz von mehr als 4000 Kilometer in Meterspur, welches sternförmig von Bangkok ausgeht. Bekanntestes Bauwerk ist die Brücke über den Kwai der damaligen Thailand-Burma-Eisenbahn. Die thailändische Südbahn stellt den Anschluss zur Malaysischen Staatsbahn her. Ein kurzes thailändisches Gleisstück führt über den Mekong nach Laos, das sonst keinen Bahnverkehr kennt. Die Schienenverbindungen nach Myanmar (Burma) und Kambodscha sind nicht mehr in Betrieb.

Ein von Singapur kommender Zug der malaysischen KTM.

Das Meterspurnetz in Malaysia umfasst rund 1700 Kilometer, wobei der überwiegende Teil auf dem Festland verläuft und von der KTM betrieben wird. Eine Neubaustrecke wurde für 160 km/h ausgelegt. Im Süden führt eine Verbindung nach Singapur, wobei die gesamte Eisenbahnanlage im Eigentum Malaysias steht. Auf der Insel Borneo betreibt die Sabah State Railway eine 134 Kilometer lange Meterspurlinie.

Das Eisenbahnnetz in Vietnam besteht nebst einem kleineren Anteil Normalspur aus Meterspurstrecken von rund 2200 Kilometern Länge.[29] Hauptstrecke ist die 1700 Kilometer lange Strecke von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Im Norden Vietnams sind einige Streckenabschnitte als Dreischienengleis ausgeführt. Die Yunnan-Bahn verbindet Hanoi nach Kunming in China. Der chinesische Abschnitt soll auf Normalspur umgebaut werden.

Der Bahnverkehr in Myanmar wird von der staatlichen Gesellschaft Myanma Railways abgewickelt. Das rund 5100 Kilometer lange Meterspurnetz befindet sich weitgehend in einem schlechten Zustand. Das 602 Kilometer lange Eisenbahnnetz in Kambodscha besteht aus der Nordweststrecke und Südweststrecke. Grenzüberschreitende Linien existieren in beiden Ländern nicht mehr.

Das Schienennetz in Indonesien mit rund 4000 Kilometer Länge ist vorwiegend in Kapspur erstellt und wird von der Kereta Api Indonesia betrieben. Bei Neubauten in Aceh und auf Sulawesi kommt Normalspur zum Zug. Die Strecken um Jakarta sind mit 1500 Volt Gleichstrom elektrifiziert. Die Spurweite von 1067 mm wird auch in den Philippinen verwendet. Die im Wesentlichen einzige Bahnstrecke wird von den PNR betrieben.

Weitere Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Doppelstock­wagen der Straßen­bahn Hongkong sind bei Touristen äußerst beliebt.

Die ersten Eisenbahnen in China wie die 1876 eröffnete Wusung-Bahn wurden mit 762 mm Spurweite erstellt. Heute sind im Riesenreich die Schmalspurstrecken mit 670 Kilometer Meterspur und 500 Kilometer 762-mm-Spur[29] im Vergleich zum Normalspurnetz kaum mehr von Bedeutung.[32] Bei den Hongkonger Straßenbahnen mit 1067 mm Spurweite verkehren ausschließlich doppelstöckige Wagen. Das konventionelle Eisenbahnnetz in Taiwan mit rund 1100 Kilometer Länge ist – im Gegensatz zum Hochgeschwindigkeitsstrecke Taiwan High Speed Rail – in Kapspur erstellt. Die Alishan Forest Railway und die Taiwan Sugar Railways mit 762 mm Spurweite werden heute touristisch genutzt.

... und Nilgiri Mountain Railway, die einzige Zahnradbahn Indiens.
... Darjeeling Himalayan Railway bei der Vorbeifahrt an einem Obstladen...
Drei indische Schmalspur­bahnen gehören zum UNESCO-Welterbe: Schienenbus auf der Kalka-Shimla Railway, ...

In Nordkorea gibt es neben der Normalspur ein zirka 375 Kilometer langes Netz mit einer Spurweite von 762 mm, das wie die Normalspurstrecken von der Koreanischen Staatsbahn betrieben wird.

In Indien werden nur Spurweiten, die schmaler als ein Meter sind, mit Schmalspur bezeichnet. Das Schmalspurnetz von rund 4000 Kilometer Länge hat Spurweiten von nur 610 mm und 762 mm. Wesentlich umfangreicher ist das dortige Meterspurnetz, das aber zunehmend auf die Indische Breitspur umgebaut wird. Drei schmalspurige Gebirgseisenbahnen in Indien wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die noch bestehenden Meterspurlinien in Pakistan sollen ebenfalls auf Indische Breitspur umgespurt werden. Die einzige Bahnstrecke Nepals hat eine Spurweite von 762 mm und wird von den Nepal Railways betrieben.

Australien und Ozeanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein kapspuriger Nahverkehrszug und der normalspurige Indian Pacific verlassen Perth. Beide Züge fahren auf Dreischienengleisen.
Die Neigezüge „QR Tilt Train“ in Queensland verkehren mit 160 km/h auf Kapspur.

Die Entscheidung über die Spurweite war in Australien vor 1901 eine Angelegenheit der einzelnen Kolonien. Queensland, Westaustralien, Tasmanien, Northern Territory sowie teilweise Südaustralien und die Bundeseisenbahnen entschieden sich für die preiswert zu errichtende Kapspur. Als die Netze zusammenwuchsen, führten die verschiedenen Spurweiten zu erheblichen betrieblichen Problemen. Es gab in Australien bis zu 36 Spurwechselbahnhöfe. 1921 wurde die Normalspur als Standard für Australien festgelegt. Dem wurde aus Kostengründen teilweise durch Dreischienengleise oder durch Umspurung gefolgt. Die Bundeseisenbahn baute letztendlich alle ihre Neubaustrecken in Normalspur.

Die Eisenbahn in Queensland besteht überwiegend aus Strecken mit Kapspur. Neigezüge („QR Tilt Train“) verkehren seit 1998 mit bis zu 160 km/h. Ein Zug dieser Bauart stellte 1999 mit 210 km/h den australischen Geschwindigkeitsrekord auf. Über 2000 Kilometer sind mit 25 000 Volt 50 Hertz Wechselstrom elektrifiziert. Zudem gibt es in Queensland zirka 20 Netze von Zuckerrohrbahnen, in der Regel mit der Spurweite von 610 mm. Diese haben zum Teil einen hohen technischen Standard mit durchgehender Zugbremse und abschnittsweise Strecken mit Betonschwellen. Auch das Schienennetz in Westaustralien hat zum großen Teil eine Spurweite von 1067 mm. Zwischen Perth und Northam existiert ein Dreischienengleis, die Fortsetzung zur Transaustralischen Eisenbahn ist normalspurig. Die Vorortsstrecken von Perth sind mit 25 000 Volt 50 Hertz Wechselstrom elektrifiziert.

Güterzug mit zwei Lokomotiven der Baureihe EF auf der North Island Main Trunk Railway in Neuseeland.

Die Bahnen in Südaustralien zeichnen sich durch eine, selbst für australische Verhältnisse, üppige Vielfalt der Spurweiten aus. Die meisten Schmalspurstrecken im Süden wurden zwischen 1953 und 1956 auf Breitspur umgespurt, im nördlichen Landesteil wurden sie teilweise durch Breit- oder Normalspurstrecken ersetzt oder der Betrieb eingestellt. Einzig die von Port Lincoln ausgehenden Strecken, die nie eine Verbindung zum übrigen Netz erhielten, blieben als größerer Netzbestand erhalten. Die Kapspurlinien in Tasmanien verbinden alle wichtigen Siedlungszentren der Insel. Heute verkehren nur noch Güterzüge, in der Regel als Ganzzüge. Der Personenverkehr wurde eingestellt, in einigen Abschnitten fahren jedoch Museumszüge. In Northern Territory besteht eine einzige Normalspurstrecke, die Strecken mit 1067-mm-Spurweite sind nicht mehr in Betrieb.

Neuseeland hat ein rund 4000 Kilometer langes Streckennetz in Kapspur, wovon ungefähr 500 Kilometer mit 1500 Volt Gleichstrom oder 25 000 Volt 50 Hertz Wechselstrom elektrifiziert ist. Die Spurweite von 1067 mm erleichterte die Trassierung im gebirgigen Gelände. Das Schienennetz verbindet die meisten großen Städte der Nordinsel und der Südinsel Neuseelands. Die Eisenbahn dient hauptsächlich dem Güterverkehr, der Personenverkehr spielt nur noch in den Ballungsräumen von Auckland und Wellington eine wichtige Rolle.

Das Eisenbahnnetz in Fidschi ist 595 Kilometer lang, beschränkt sich aber auf Bahnen mit 600 mm Spurweite zum Transport von Zuckerrohr zur Raffinerie in Lautoka.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. Buresch: Die schmalspurige Eisenbahn von Ocholt nach Westerstede. Hannover 1877
  • Max Mayer: Esslinger Lokomotiven, Wagen und Bergbahnen. Berlin 1924
  • Günther Klebes: Die Schmalspurbahnen des Deutschen Reiches im Jahre 1942, einschließlich der Bahnen im Protektorat Böhmen und Mähren, dem Generalgouvernement (Ostbahn), in Elsaß-Lothringen und Luxemburg sowie Österreich., Krefeld 1978
  • G. H. Metzeltin: Die Spurweiten der Eisenbahnen. Ein Lexikon zum Kampf um die Spurweite. Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V., Karlsruhe 1974
  • Krobot, Slezak, Sternhart: Schmalspurig durch Österreich. 4. Auflage, Verlag Slezak, 1991, ISBN 3-85416-095-X
  • A. Horn: Die Bahnen in Bosnien und der Herzegovina, Sonderheft Eisenbahn, Zeitschriftenverlag Ployer & Co., Wien 1964
  • P. J. G. Ransom: Narrow Gauge Steam – It’s origins and worldwide development, Oxford Publishing Co., 1996, ISBN 0-86093-533-7
  • P. Whitehouse, J. Snell: Narrow Gauge Railways of the British Isles, David & Charles, 1994, ISBN 0-7153-0196-9
  • Hans-Bernhard Schönborn: Schmalspurbahnen in Griechenland, Edition Ergasias, 1997, ISBN 3-909221-32-7
  • Keith Chester: East European Narrow Gauge, Locomotives International, 1995, ISBN 1-873150-04-0
  • Bahn-Extra: Schmalspur Bahn-Atlas Geranova, München Bahn-Extra 9502 1995 ISSN 0937-7174
  • Paul Engelbert: Schmalspurig durch Bulgarien, Verlag Stenvalls, Malmö 2002, ISBN 91-7266-155-0
  • Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn, Verlag Stenvalls, Malmö 2007, ISBN 978-91-7266-169-1
  • Manuel Dotzauer: Schmalspurbahn-Landschaft Deutschland: die Letzten ihrer Art ; ein aktueller Führer. KellnerVerlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-939928-70-6.
  • Peter F. N. Hörz/Marcus Richter: "Denkmale der Produktions- und Verkehrsgeschichte": Wie einige Schmalspurbahnen in der DDR vor der Stilllegung bewahrt und zum Erbgut umgedeutet wurden, in: Volkskunde in Sachsen 26 (2014), S. 103–134.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Narrow gauge rail transport infrastructure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schmalspurbahn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c M. Fasbender: Die zweckmäßigste Schmalspurweite. In: Die Lokomotive. Jänner 1920, abgerufen am 10. April 2016 (In ANNO, Historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften).
  2. z. B. Josef Hardegger: 100 Jahre Gaiserbahn. Ein Kapitel bewegter Eisenbahngeschichte im Appenzellerland. Schläpfer + Co., Herisau 1989, ISBN 3-85882-063-6.
  3. J. R. von Wenusch: Die Eisenbahnen von Dalmatien, Bosnien und Herzogewina. In: Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins. Jahr 1903, Heft 36, Seite 491ff., abgerufen am 1. März 2016 (Digitalisat bei der TU Cottbus, PDF; 33,1 MB).
  4. Fasbender (Die zweckmäßigste Schmalspurweite. In: Die Lokomotive. 1920) widerspricht der Ansicht, dass eine schmalere Spurweite engere Kurvenradien erlaube: „Mit der Ladungslänge hängt der Achsstand und der kleinste Bogen zusammen. … Für alle Spurweiten sind die Mittel zum Befahren scharfer Bögen dieselben; die engsten Kurven haben die städtischen normalspurigen Straßenbahnen.“
  5. Žarko Filipović: Elektrische Bahnen: Grundlagen, Triebfahrzeuge, Stromversorgung. Springer, 2004, ISBN 978-3-540-55093-8.
  6. Schweizer Rekord auf Meterspur: Neuer Stadler-Zug fährt beim RBS 133,49 km/h. In: Medienmitteilung. Regionalverkehr Bern–Solothurn, 14. Juli 2009, abgerufen am 1. April 2016.
  7. 1200 mm, 1000 mm, 800 mm und 750 mm, siehe Liste der Schmalspurbahnen in der Schweiz
  8. 600∓200 V Gleichstrom, 1000∓250 V Gleichstrom, 1500 V Gleichstrom sowie 11 000 V 16,7 Hz und 15 000 V 16,7 Hz Wechselstrom, siehe Liste der Schmalspurbahnen in der Schweiz
  9. Druckluftbremse, Vakuumbremse beim freizügig einsetzbaren Rollmaterial von RhB und MGB.
  10. Jean-Marc Forclaz, Christoph Gyr, Christoph Weiss: Entwicklung des spurwechselfähigen Laufdrehgestells EV09. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 8. Minirex 2011, ISSN 1022-7113, S. 382–386.
  11. Siehe auch: http://www.gkw.pl/de-history.htm „Die Anfänge der Schmalspurbahnen in Oberschlesien gehen zurück auf den Anfang des 19. Jahrhunderts, als die ersten mit Pferden betriebenen Bahnen eröffnet wurden. Der Oberschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft wurde am 24. März 1851 die Konzessionsurkunde zum Bau und Betrieb einer Oberschlesischen Schmalspurbahn erteilt. Die ersten Strecken, die in einer Spurweite von 30 preußischen Fuß (785 mm) erbaut wurden, entstanden in den Jahren 1851 bis 1854.“
  12. Werner Hormann: Zur historisch-geographischen Bedeutung der vorpommerschen Klein- und Sekundärbahnen, S. 173. In: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Hrsg.): Pommern – Geschichte, Kultur, Wissenschaft. 1. Kolloquium zur Pommerschen Geschichte, 13. bis 15. November 1990, Greifswald 1991, ISBN 3-86006-038-4
  13. Jens Malling: Mit "Kukuschka" durch die Berge. In: Neues Deutschland. 25. Juni 2016, abgerufen am 28. Juni 2016 (deutsch).
  14. Peter Willen: Lokomotiven der Schweiz, Schmalspur Triebfahrzeuge. Orell Füssli Verlag, Zürich 1972.
  15. Trond Bergh: Norwegian railway engineers and the narrow gauge
  16. George Woodman Hilton: American narrow gauge railroads, Seite 10. ISBN 0-8047-1731-1, abgefragt am 30. Juli 2010
  17. Elmārs Barkāns: Gulbenes – Alūksnes mazbānītis no rītiem vairs nebrauks. kasjauns.lv, 31. Januar 2010, abgerufen am 10. Mai 2014 (lettisch).
  18. a b Historical Overview of the Narrow Gauge Railways in Lithuania (englisch) (abgerufen am 22. Januar 2012)
  19. João Paulo Martins, Madalena Brion, Miguel de Sousa, Maurício Levy und Óscar Amorim: O Caminho de Ferro Revisitado. O Caminho de Ferro em Portugal de 1856 a 1996. Hrsg.: Caminhos de Ferro Portugueses. 1996, S. 66 (portugiesisch).
  20. Tumskaja-Schmalspurbahn
  21. Schmalspurbahnen in Russland
  22. Waldbahn Alapajewsk
  23. Waldbahn Apscheronsk
  24. Karinskaja-Schmalspurbahn
  25. Kudemskaja-Schmalspurbahn
  26. Die Transgabonais ist die einzige Eisenbahn in Gabun. Sie ist in der im südlichen Afrika unüblichen Normalspur gebaut.
  27. Niger building rail link to Benin's largest city. Al Jazeera Media Network, Business & Economy, 14. April 2016 (YouTube).
  28. Stand 2016
  29. a b c d Country Comparison to the World. In: The World Factbook. Abgerufen am 1. Mai 2016 (englisch).
  30. a b siehe General Manuel Belgrano Railway in englischsprachiger Wikipedia
  31. ANTT Brasilianisches Verkehrsministerium Übersicht 2009
  32. siehe Narrow gauge railways in China in englischsprachiger Wikipedia