Feuerbohren

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Feuerbohren mit Quirlbohrer

Das Feuerbohren ist eine primitive Methode, um Feuer zu entfachen. Dabei bohrt sich ein hölzerner Stab in ein flaches Holzstück, um durch Reibungshitze glühenden Holzstaub zu erzeugen. Mit diesem ist es dann möglich, ein Zundernest zum Brennen zu bringen.

Quirlbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die simpelste Form des Feuerbohrens ist die Verwendung eines Quirlbohrers. Dabei wird ein Stab senkrecht auf ein flaches Stück Holz aufgestellt und dann zwischen den Händen in Rotation gebracht. Dabei müssen die Hände ebenfalls Druck nach unten ausüben, damit der Schaft im Holzstück genügend Reibung erzeugt. In die Bohrung muss eine kleine Kerbe gemacht werden, damit der glühende Holzstaub auf einen Haufen konzentriert herausfällt und sich dort sammeln kann.

Diese Methode ist die anstrengendste und schwieriger auszuführen als Methoden mit weiteren Hilfsmitteln.

Fiedelbohrer zum Feuerbohren

Fiedelbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Weiterentwicklung ist das Feuerbohren mithilfe eines Fiedelbohrers. Der Fiedelbohrer setzt die Translation der Hand in eine Rotation des Stabes um und erreicht so eine höhere Rotationsgeschwindigkeit. Um den Bohrer in der Bohrung zu halten, drückt ein Gegenstück aus Holz, Knochen oder Stein auf das obere Ende der Spindel. So ist es möglich, mehr Druck auszuüben als bei der Methode nur mit den Händen. Damit das Gegenstück nicht selbst anfängt zu rauchen, wird das obere Ende der Spindel befeuchtet oder geschmiert.

In der Levante gefundene neolithische bis zu 8000 Jahre alte zylindrische Objekte mit konischer Spitze aus unbrennbaren Materialien wie gebranntem Ton oder Stein oder Kombinationen aus Keramik und Stein werden als Feuerbohrer interpretiert, was durch Gebrauchsspurenanalyse und experimentelle Archäologie gestützt wird.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naama Goren-Inbar, Michael Freikman, Yosef Garfinkel, Nigel A. Goring-Morris, Leore Grosman: The earliest matches. In: PLOSone, Band 7, Nr. 8, August 2012, e42213, doi:10.1371/journal.pone.0042213.