Fidibus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Anzündhilfe Fidibus; andere Bedeutungen siehe Fidibus (Begriffsklärung).

Ein Fidibus ist ein harzreicher Holzspan oder ein gefalteter Papierstreifen und dient als Hilfe zum Anzünden von Feuer.

Formen[Bearbeiten]

Anstelle des Holzspans kann auch ein Reisig-Bund verwendet werden. Unter den meisten Nadelbäumen finden sich als unterste Äste abgestorbenes, und selbst bei Regen trockenes Reisig. Dieses eignet sich hervorragend als Fidibus. Siehe auch Feuer entfachen.

Zum Anzünden von Gaslampen wurde ein Stock oder Metallrohr verwendet, an dessen Ende ein brennender Docht befestigt war.

Etymologie[Bearbeiten]

Die Etymologie des im späten 17. Jahrhundert aufgekommenen Begriffes ist unbekannt. Moriz Haupt vermutete eine scherzhafte Umdeutung eines Spruches von Horaz als Ursprung: In Od. 1,36,1–3 heißt es et ture et fidibus iuvat placare ... deos, lasst uns mit Weihrauch und Saitenspiel die Götter besänftigen. Er vermutet, dass als Studentenulk ture zu Tabaksqualm und fidibus zum Pfeifenanzünder wurde. Das Deutsche Wörterbuch vermutet eine Abwandlung von fr. fil de bois, Leitung aus Holz.

Elektrischer Fidibus[Bearbeiten]

Im Jahre 1892 oder 1893 legte ein Herr Frischen in der Berliner Polytechnischen Gesellschaft einen „Elektrischen Fidibus“ zum Anzünden von Gasflammen vor. Seine Zündvorrichtung sollte helfen, Unglücksfälle, vor allem durch Gasbeleuchtung im Theater, zu vermeiden.[1]

Für den Hausgebrauch gab es Geräte, die an einem Metallstab ein mit Spiritus oder Benzin getränktes Stoff- oder Wattestück besaßen. Dieser war im Lagerzustand im Gerät in einer Metallhülse versenkt. Zum Gebrauch nahm man es heraus und entzündete es durch vom Gerät erzeugte Funken. Damit konnte man dann Dinge anzünden. Im Krieg, als Streichhölzer knapp waren, bauten Bastler ähnliche Geräte.[2]

Das Gerät Fidibus (um 1920)[Bearbeiten]

Es gab auch ein elektrisches Gerät, das den Namen Fidibus trug, welches zum Anzünden eines Fidibus diente.

Es wurde wohl um 1920 im Deutschen Reich hergestellt und verkauft. Gefertigt war es aus Bakelit, Porzellan und Metall. Zur Nutzung wurde es in eine Steckdose gesteckt und auf Knopfdruck wurden die Glühdrähte vom elektrischen Strom durchflossen und begannen zu glühen. An diesen konnte man dann ein Stück Papier (Zeitung) entzünden. So sparte man teure Streichhölzer, da der Strom nur wenig kostete. Eine ähnliche Technik ist heute beim Zigarettenanzünder im Auto zu finden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Fidibus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Centralblatt für Elektrotechnik, Band 5, Verlag von R. Oldenbourg, 1883, S. 535.
  2. Beispiel eines im Zweiten Weltkrieg selbst hergestellten Fidibus: Heimatvereich Achim: [1] aus der Serie Wat is dat denn? im Achimer Kreisblatt, 2008.

Siehe auch[Bearbeiten]