First-Class-Funktion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eine First-Class-Funktion (englisch first-class function, deutsch etwa „Funktion erster Klasse“) bezeichnet in der Programmierung eine Funktion, die

  • einer anderen Funktion als Argument übergeben,
  • von einer anderen Funktion als Wert zurückgegeben,
  • einer Variablen zugewiesen,
  • in einer Datenstruktur gespeichert und
  • zur Laufzeit erzeugt

werden kann. Teilweise gilt auch die Möglichkeit, anonyme Funktionen zu definieren, als Kriterium für eine first-class-Funktion.

Erst damit wird es möglich, Closures zu erzeugen, anonyme Funktionen zu definieren oder Currying durchzuführen.

Der Begriff wurde von Christopher Strachey im Kontext functions as first-class citizens Mitte der 1960er Jahre geprägt.[1]

In vielen modernen Programmiersprachen (wie Haskell, JavaScript, Smalltalk und insbesondere verschiedenen Lisp-Dialekten wie Scheme) sind alle Funktionen first-class. Einen für Anfänger sehr leicht verständlichen Zugang zu diesem Konzept bietet die erziehungsorientierte visuelle Programmiersprache Snap! (BYOB).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rod Burstall: Christopher Strachey—Understanding Programming Languages. In: Higher-Order and Symbolic Computation. Band 13, Nr. 1-2. Kluwer academic publishers, 2000, ISSN 1388-3690, S. 52, doi:10.1023/A:1010052305354 (englisch).