Fleischmann (Band)

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Fleischmann
Allgemeine Informationen
Herkunft Berlin, Deutschland
Genre(s) Instrumentalmusik (bis 1993), Metal, Neue Deutsche Härte
Gründung 1989
Auflösung 1996
Gründungsmitglieder
Norbert Jackschenties
Gerrit Schultz (bis 1993)
Martin Leeder
Letzte Besetzung
Norbert Jackschenties
Bass
Michael Hoffmann
Schlagzeug
Martin Leeder

Fleischmann war eine Metal-Band aus Berlin, die heute als eine der Vorreiterbands für die Neue Deutsche Härte gilt.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 bekam Norbert Jackschenties seine Ausreisegenehmigung aus der DDR. Vorher war er Bassist der in der DDR verbotenen Punkband Aufruhr zur Liebe und Frontman der Nachfolgeband Elektro Artists. Er ließ sich in West-Berlin nieder. 1989 gründete er zusammen mit Bernd Jestram, Gerrit Schulz (Bass) und Martin Leeder (Schlagzeug) die Gruppe Fleischmann. Bernd Jestram verließ nach kurzer Zeit, auch wegen musikalischer Differenzen die Band, um sich seinem eigenen Projekt Bleibeil zu widmen. In der Schnittmenge zwischen Béla Bartók, Brecht/Weill und Slayer, Prong und Voivod[1] begann man Musik zu machen. Zunächst rein instrumental agierend entstand die Single Seewolf 1991. Das Berliner Magazin tip lobte die Gruppe als Mischung aus Van der Graaf Generator, Metallica und Gore.[2] Mit der Single gelang es der Gruppe einen Vertrag bei Noise Records an Land zu ziehen. Das Debütalbum Power of Limits erschien 1992.

Gitarrist Norbert Jackschenties übernahm von da an den Gesang. 1993 erschien Fleischwolf mit ausschließlich deutschen Texten und einer Coverversion der Band DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) Alles ist gut. Das Label vermarktete die Gruppe mit dem Sticker und Slogan „Neue Deutsche Gitarrenpower – FLEISCHMANN ist tanzbare Wut“. Die Musik kommt in der Metalszene gut an und das zweite Album verkauft sich recht gut. Gerrit Schultz allerdings beschließt die Gruppe zu verlassen und wird durch Michael Hoffmann ersetzt. Das dritte Album Das Treibhaus bringt es schließlich sogar auf 15.000 verkaufte Exemplare und direkt nach Veröffentlichung als Album des Monats auf Platz 1 in der Musikzeitschrift Metal Hammer.[3]

Nach dem Erfolg von Das Treibhaus interessiert sich Sony Music für die Gruppe und nimmt sie unter Vertrag. Das Album Hunger erfüllt jedoch nicht die Erwartungen des Labels: statt Neuer Deutscher Härte präsentieren sich Fleischmann nun wesentlich sanfter. Die Band ist unzufrieden und möchte ihren musikalischen Horizont erweitern. Nach 3 Platten extremer Härte wollen sie Neues ausprobieren. Aber trotz eines Musikvideos zu Ohne Traurigkeit, gedreht von Jörg Buttgereit, Hintergrundgesang von Farin Urlaub (der unter dem Pseudonym „Killkill Gaskrieg“ agiert)[4] und guter Promotion schafft es das Label, nur 9.000 Exemplare abzusetzen.[3]

Sony trennt sich von der Band, wie auch Bassist Michael Hoffmann. Als Ersatz kommt Jörg McGlynn, vorher Bassist bei der Berliner Band Gunjah, die auch bei Noise Records unter Vertrag waren. Sie gehen gemeinsam auf eigene Kosten ins Studio und produzieren ein weiteres Album. Anhand des Songmaterials wird der Band bewusst wie zerrissen sie innerlich ist und die Produktion gestaltete sich als schwierig und nervenaufreibend. Nach Abschluss der Aufnahmen und bevor die Band wieder zum mixen des neuen Materials ins Studio ging, nahm sich Norbert Jackschenties eine Auszeit und fliegt für vier Wochen nach Südostasien. Kurz nachdem er wieder in Berlin ist, ertaubt er auf dem linken Ohr und erkrankt in Folge an einem Morbus Menière. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt von Norbert Jackschenties beschließt die Band sich aufzulösen. Ein fertiges Album unter dem Titel Bitter bleibt bisher unveröffentlicht.

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihrem harten Doom Metal mit experimentellen Anleihen aus dem Punk und dem Hardcore Punk, sowie den lyrischen, aber dennoch harten Texten, nahmen Fleischmann viel von der Neuen Deutschen Härte vorweg.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: Seewolf (Single)
  • 1992: Power of Limits (Album)
  • 1993: Fleischwolf (Album)
  • 1994: Das Treibhaus (Album)
  • 1995: Hunger (Album)
  • 1995: Ohne Traurigkeit (Single)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolf-Rüdiger Mühlmann: Letzte Ausfahrt: Germania – Ein Phänomen namens Neue Deutsche Härte. Berlin: Iron Pages Verlag Jeske & Mader 1999. S. 54–58. ISBN 3-931624-12-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stratmann, Holger (Hrsg.): Rock Hard Lexikon, Dortmund (Rock Hard GmbH), 1998, ISBN 3980517101, S. 120f
  2. Mühlmann 1999, S. 54
  3. a b Mühlmann 1999, S. 58
  4. Diskografie von Farin Urlaub auf einer Die-Ärzte-Fansite