Fluginformationsdienst

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Der Fluginformationsdienst (englisch Flight information service, FIS) gibt den Führern von Luftfahrzeugen innerhalb eines Fluginformationsgebietes Informationen und Hinweise, die für die sichere, geordnete und flüssige Durchführung von Flügen erforderlich sind. Fluginformationsdienst wird sowohl für Flüge, die einer Flugverkehrskontrolle (IFR) unterliegen und auch für VFR – Flüge durchgeführt.

Cessna 172 – Flugvorbereitung

Fluginformationsdienst in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgaben des Fluginformationsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Aufgaben werden vom Fluginformationsdienst ausgeübt[1]:

  • Verbreitung allgemeiner Informationen als Flugrundfunksendung
  • Verbreitung gezielter Informationen im Einzelfall (z. B. Informationen zum Wetter oder der Luftraumnutzung)
  • Entgegennahme und Verbreitung von Verkehrsinformationen (auch mittels Radar)
  • Entgegennahme und Weiterleitung von Pilot Weather Reports (PIREPs) und im Flug aufgegebenen Flugplänen
  • Unterstützung bei der Navigation

Der Leistungsumfang des Fluginformationsdienstes ist vom Arbeitsanfall, sowie von den am Arbeitsplatz verfügbaren technischen Einrichtungen und deren Möglichkeiten abhängig. Es gibt also keine Garantie für eine Unterstützung seitens des Fluginformationsdienstes.[2]

Neben dem Fluginformationsdienst wird auch ein Flugberatungsdienst (engl. Aeronautical Information Service, AIS) angeboten. Der primäre Unterschied zwischen dem Fluginformationsdienst und der Flugberatung ist: Der Flugberatungsdienst steht vor dem Flug zur Verfügung, der Fluginformationsdienst (FIS) während des Fluges. Fluginformationsdienst wird in Deutschland von jeder Flugsicherungsstelle erbracht. Hierfür werden in den verschiedenen Fluginformationsgebieten auch gesonderte Funkfrequenzen bereitgehalten. Die Flugverkehrskontrolle hat dabei Vorrang, vor der Durchführung des Fluginformationsdienstes.[3]

Zudem wird durch den Fluginformationsdienst, auch der Flugalarmdienst zur Verfügung gestellt.[4]

Inanspruchnahme des Fluginformationsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluginformationsdienst kann auf zwei verschiedene Arten in Anspruch genommen werden:[3]

  1. Indem der Luftfahrzeugführer eine Sprechfunkverbindung zum zuständigen FIS-Lotsen herstellt, der dann gezielt auf Informationswünsche eingeht. (Beispiel einer Sprechfunkverbindung)
  2. Mittels abhören der allgemein ausgestrahlten Flugrundfunksendungen, die allgemeinere Informationen enthalten.

Beispiel einer Sprechfunkverbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilot: Langen Information, Delta Echo…

FIS: Delta Echo…, Langen Information

Pilot: Delta Echo…, Cessna 172, VFR, Position Michelstadt, 3000 Fuß, in Richtung Worms, erbitte Verkehrsinformation

Deutsche Flugsicherung: Broschüre Sicherer Sichtflug[5]

Flugrundfunksendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Informationen werden über Flugrundfunksendungen verbreitet:[6]

  • Beschränkungen und Gefährdungen für den Luftverkehr, die kurzfristig auftreten und nicht rechtzeitig veröffentlicht werden können. (z. B. Großbrände oder Einsätze des Such- und Rettungsdienstes)
  • Signifikante Wettererscheinungen (SIGMET)
  • Start- und Ladeinformationen (ATIS)

Folgende Informationen enthält eine allgemein ausgestrahlte Flugrundfunksendung:[6]

  • „allgemeiner Anruf
  • Angabe der sendenden Stelle
  • Anlass der Meldung
  • Umkreis, Ort (evtl. geographische Koordinaten), Höhe
  • Art und Umfang z. B. einer Beschränkung“

Radargestützter Fluginformationsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für militärische Flüge nach Sichtflugregeln (OAT-VFR-Flüge) wird zur Erhöhung der Sicherheit ein durch Radar unterstützter Fluginformationsdienst (RAFIS) bereitgestellt. Dieser wird von den Flugverkehrskontrollstellen der Deutschen Flugsicherung, den örtlichen militärischen Anflugkontrollstellen oder den abgesetzten militärischen Dienststellen durchgeführt. Radarunterstützter Fluginformationsdienst soll insbesondere den Wechsel vom VFR- zum IFR-Flug sowie Durchflüge der Luftraumklassen „C“ und „D“ erleichtern.[7]

Fluginformationsdienst in anderen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in Österreich wird FIS von allen Flugsicherungstellen erbracht. Außerdem gibt es eine gesonderte Fluginformationszentrale die auf einer eigenen Frequenz diverse Informationen an Piloten im Flug liefert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Broschüre Sicherer Sichtflug (S.  18). In: Deutsche Flugsicherung. Abgerufen am 28. Februar 2016 (PDF).
  2. Broschüre Sicherer Sichtflug (S. 18–19). In: Deutsche Flugsicherung. Abgerufen am 28. Februar 2016 (PDF).
  3. a b Heinrich Mensen: Moderne Flugsicherung. Springer Vieweg, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-54294-7, S. 107.
  4. Der Privatflugzeugführer: Luftrecht und Sprechfunk. Peters Media Publishing, Köln 2013, ISBN 978-3-95688-000-1, S. 97.
  5. Broschüre Sicherer Sichtflug (S.21). In: Deutsche Flugsicherung. Abgerufen am 28. Februar 2016 (PDF).
  6. a b Heinrich Mensen: Moderne Flugsicherung. Springer Vieweg, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-54294-7, S. 109.
  7. Heinrich Mensen: Moderne Flugsicherung. Springer Vieweg, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-54294-7, S. 119.