Forschungszentrum Informatik

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FZI Forschungszentrum Informatik
FZI Forschungszentrum Informatik
Logo des FZI
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: keiner (rechtlich selbständig)
Bestehen: seit 1. Januar 1985
Rechtsform des Trägers: Stiftung des bürgerlichen Rechts
Standort der Einrichtung: Karlsruhe
Außenstelle: Berlin
Art der Forschung: Informatik-Anwendungsforschung
Fächer: Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Elektrotechnik, Maschinenbau
Fachgebiete: Automation und Robotik, Energie, Gesundheitswesen, Wissen und Informationsdienste, Produktion und Logistik, Mobilität, Software-Entwicklung
Leitung: Andreas Oberweis, Ralf Reussner, Jan Wiesenberger, J. Marius Zöllner
Mitarbeiter: 171 Mitarbeiter insgesamt, davon 134 wissenschaftliche Mitarbeiter (Stand: 2014)[1]
Anmerkung: Wissenschaftliche Ergebnisse 2014: 13 Dissertationen, 8 Bücher und Buchbeiträge, 28 Zeitschriftenbeiträge, 122 Tagungsbeiträge[2]
Wirtschaftliche Ergebnisse 2014: 111 neu gestartete Projekte, davon 80 Industrie- und 31 öffentliche Projekte[3]
Homepage: www.fzi.de

Das unabhängige FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Das FZI wurde 1985 vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und der Universität Karlsruhe (heute: Karlsruher Institut für Technologie) gegründet.

Aufgabe und Forschungsfelder[Bearbeiten]

Gemäß seiner Satzung hat das FZI die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen einzubringen und junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit zu qualifizieren. Geführt von 23 Professoren des Karlsruher Instituts für Technologie, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Berlin entwickeln die Forschungsgruppen am FZI für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI forschen interdisziplinär an 21 Forschungsfeldern aus den sieben Anwendungsfeldern:

Als gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts arbeitet das FZI für und mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen jeder Größe: Kleinbetriebe und Konzerne, regionale Verwaltungen, Länder, Bund und EU. Im Jahr 2014 wurden am FZI über 200 Projekte bearbeitet.[4]

Zertifizierung[Bearbeiten]

Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Außerdem ist das FZI akkreditiertes PROFIBUS Competence Center und Testlabor.[5] Seit April 2015 ist das FZI außerdem akkreditiertes KNX-Testlabor für den Feldbus KNX zur Gebäudeautomatisierung.[6]

Netzwerk[Bearbeiten]

Das FZI ist Mitglied der Innovationsallianz innBW und der Innovationsallianz TechnologieRegion Karlsruhe sowie Innovationspartner des KIT im Bereich IT. Außerdem engagiert sich das FZI im Spitzencluster Elektromobilität Süd-West. Das FZI hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) den Auftrag für die Begleitforschung des neuen Technologieprogramms "Smart Data – Innovationen aus Daten" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gewonnen. Im Mai 2015 gaben das FZI und die Gesellschaft für Informatik außerdem ihre strategische Partnerschaft bekannt zur Förderung der Ausbildungswege im Bereich der Informatik sowie des politischen Agenda-Settings und eines positiven und zeitgemäßen Verständnisses der IKT in der Gesellschaft.[7] Das FZI ist Mitglied im Spitzencluster Elektromobilität Süd-West und war Partner im Software-Spitzencluster, das 2015 nach fünf Jahren beendet wurde[8].

FZI-Außenstelle in Berlin[Bearbeiten]

Seit 2011 betreibt das FZI eine Außenstelle in Berlin[9]. Sie dient als Schaufenster für die Karlsruher Aktivitäten in der Hauptstadt und soll insbesondere bei der Zusammenarbeit mit den Bundesministerien sowie mit den in Berlin ansässigen Hauptstadtvertretungen wichtiger Verbände und Organisationen unterstützen. Im Sinne des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums vertritt das FZI in Berlin die Innovationsallianz Baden-Württemberg.

FZI House of Living Labs[Bearbeiten]

Das FZI House of Living Labs vereint die acht Living Labs des FZI zu den Themen Mobilität, Service Robotik, Mobile Business, IT-Sicherheit, Energie, Gebäude- und Industrieautomation. Unternehmen können dort gemeinsam mit FZI-Wissenschaftlern ihre Forschungsansätze oder Produkte besprechen und weiterentwickeln. Das Forschungskonzept „Living Labs“ sieht vor, Anwender von Beginn an in die Produktentwicklung miteinzubeziehen sowie früh im Entwicklungsprozess die Teilergebnisse in möglichst realitätsnahen Umgebungen zu testen. Die Idee des FZI House of Living Labs erweitert dieses Konzept basierend auf dem Ansatz des „Out-of-Box-Thinking“[10] [11]: Dadurch, dass unterschiedliche Anwendungsbereiche im FZI House of Living Labs nah beieinander liegen, sollen Wissenschaftler und Industriepartner leichter über den eigenen Themenbereich hinweg neue Lösungsansätze entwickeln können. Deshalb ist das FZI House of Living Labs so eingerichtet, dass ein kompletter Tagesablauf abgebildet werden kann: Man erwacht im FZI Living Lab smartHome/Ambient Assisted Living, bestreitet seinen Weg zur Arbeit im FZI Living Lab Automotive oder smartMobility, arbeitet bspw. im FZI Living Lab Service Robotics mit Industrierobotern zusammen in der Fertigung und fährt abends wieder nach Hause. Das Konzept des FZI House of Living Labs wird somit am FZI als Erweiterung des Forschungsansatzes "Living Labs" begriffen [12]

Ausstattung[Bearbeiten]

In den einzelnen FZI Living Labs ist unter anderem folgende technische Ausstattung installiert:

  • FZI Living Lab smartEnergy: Photovoltaik-Anlage mit Speichersystem und Wechselrichtertechnologie, Blockheizkraftwerk, Adsorptionskältemaschine, thermische Speicher, smartPlugs, Gateways, Gebäudeautomatisierungssysteme (wie KNX, HabiTEQ und Energy), Energy-Management-Panel.
  • FZI Living Lab smartMobility: mehrere Elektrofahrzeuge (inkl. neuartigen Antriebskomponenten, zugänglichem Energiemanagement), kleinere Fahrzeugvarianten zur individuellen Mobilität sowie Infrastruktur zur Vernetzung von E-Fahrzeugen in größeren Energienetze.
  • FZI Living Lab smartAutomation: Verschiedene Virtual-Reality-Umgebungen, Infrastruktur zum Energie-Monitoring.
  • FZI Living Lab Automotive: Entwurfs- und Verifikations-Soft- und Hardware, ein Fahrsimulator mit integriertem Cockpit und Fahrdynamiksimulation, Testfahrzeug CoCar mit 2D- und 3D-Sensorik, Inertial- und Vitalsensorik sowie weitere Aktorik-Infrastruktur.
  • FZI Living Lab Service Robotics: Mehrere Leichtbau-Konstruktionen, spezialisierte Leistungs- und Steuerungselektronik, Software-Bibliotheken, Tools und Frameworks zur Sensoren- und Aktorenauswertung sowie das Roboterframework MCA2.
  • FZI Living Lab smartHome/AAL: Tragbare und ambiente Sensorik, spezielle Middleware, allgemeine Haushaltselektronik, verschiedene Interaktionstechnologien, Infrastruktur zur Heimvernetzung, eine vollständige funktionsfähige 2-Zimmer-Wohnung.
  • FZI Living Lab mobileIT/mobileBusiness: Lokalisierungstechnologien, mobile Geräte, Visualisierungs- und Darstellungsplattformen.
  • FZI Living Lab smartSecurity: Spezifische Simulationsinfrastruktur sowie Tools und Frameworks zur Evaluation von IT-Sicherheitslösungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FZI-Jahresbericht 2014/2015. FZI, 30. Juni 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  2. FZI-Jahresbericht 2014/2015. FZI, 30. Juni 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  3. FZI-Jahresbericht 2014/2015. FZI, 30. Juni 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  4. FZI-Jahresbericht 2014/2015. FZI, 30. Juni 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  5. FZI-Jahresbericht 2014/2015. FZI, 30. Juni 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  6. KNX-Testlabor am FZI. FZI, 15. Juni 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  7. FZI und GI geben strategische Partnerschaft bekannt. Gesellschaft für Informatik, 21. Mai 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  8. Software-Cluster blickt zurück auf fünf erfolgreiche Spitzencluster-Jahre. Software-Cluster Koordinierungstelle, 21. April 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  9. Das FZI in der Hauptstadt Berlin. FZI, 13. November 2012, abgerufen am 27. Juli 2015.
  10. Mitchell, W. J.: Me++. The cyborg self and the networked city, MIT Press, Cambridge, Mass., 2003
  11. Mats Eriksson, Veli-Pekka Niitamo und Seija Kulkki: State-of-the-art in utilizing Living Labs approach to user-centric ICT innovation - a European approach, Luleå University of Technology, Sweden, 2005.
  12. Stefan Hellfeld: FZI House of Living Labs – interdisziplinärer Technologietransfer 2.0. In: Wilhelm Hasselbring und Nils Christian Ehmke (Hrsg.): Software Engineering 2014. Fachtagung des GI-Fachbereichs Softwaretechnik., 25. Februar – 28. Februar 2014, Kiel, Deutschland. Abgerufen am 8. Juni 2015.

Weblink[Bearbeiten]