Fra Mauros Weltkarte

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Mappa mundi von Fra Mauro aus dem Jahre 1459. Die Weltkarte gibt das topografische Wissen der Europäer jener Zeit wieder, sie zeigt die Alte Welt: Europa, Afrika, Asien. In ausführlichen Marginalien erläutert der Erschaffer, warum die bewohnbare Erde genau dort ihre Grenzen finde, wo auch die Karte endet.

Fra Mauros Weltkarte ist eine historische Weltkarte (Mappa mundi) aus dem Jahre 1459.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde vom venezianischen Mönch und Kartografen Fra Mauro 1457 bis 1459 im Auftrag des portugiesischen Königs Alfons V. gefertigt. Es ist eine nach Süden ausgerichtete Radkarte, die Europa, Nordostafrika und Westasien darstellt. Sie basierte zwar auf der antiken Geographie des Claudius Ptolemäus, konnte aber schon entscheidend durch zeitgenössische Erkenntnisse ergänzt und berichtigt werden.

Die Arbeit stellt in der Kartografie den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit dar. Sie wurde erst von seinen Schülern um Andrea Bianco vollendet. Ein Beweis für diese Aussage ist, dass Fra Mauro 1459 starb, während sich auf der Rückseite der Karte eine Inschrift befindet, welche genau auf den 25. August 1460 datiert ist.

Eine erhaltene Kopie der Karte befindet sich in der Biblioteca Marciana in Venedig (Italien).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Il Mappamondo di Fra Mauro [Kartenmaterial]. A cura di Tullia Gasparrini Leporace; presentazione di Roberto Almagià. Roma: Istituto poligrafico dello stato, 1956. (italienisch)
  • Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion Band I: Die mittelalterlichen Ursprünge der europäischen Expansion, hrsg. von Charles Verlinden und Eberhard Schmitt, München: Beck, 1986. Darin: Kenntnisse des 15. Jahrhunderts von der Umschiffbarkeit Afrikas: die Weltkarte des "geographus incomparibilis" Fra Mauro als Beispiel (1459), S. 66–70.
  • Luciano Tajoli: Die zwei Planisphären des Fra Mauro (um 1460), in: Cartographica Helvetica 9 (1994) 13–16 Volltext
  • Piero Falchetta: Fra Mauro’s world map: with a commentary and translations of the inscriptions, Turnhout: Brepols, 2006. (Terrarum orbis Bd. 5). ISBN 2-503-51726-9 (englisch)
  • Angelo Cattaneo: Fra Mauro’s Mappamundi and fifteenth-century Venetian culture, Turnhout: Brepols, 2007. (Terrarum orbis vol. 8). ISBN 978-2-503-52378-1 (englisch)
  • Nikolaus Egel: Die Welt im Übergang. Der diskursive, subjektive und skeptische Charakter der Mappamondo des Fra Mauro, Heidelberg: Winter Verlag 2014. ISBN 978-3-8253-6214-0
  • Klaus Anselm Vogel: Fra'Mauro über den Raum außerhalb der Karte. Die Grenzen geographischen Wissens und die Rückseite der Ökumene, in: Ingrid Baumgärtner, Piero Falchetta (Hrsg.): Venezia e la nuova oikoumene. Cartografia del Quattrocento / Venedig und die neue Oikoumene. Kartographie im 15. Jahrhundert, Viella, Rom 2016, S. 115–129. (deutsch/italienisch)
  • Christoph Mauntel: Fra Mauro’s View on the Boring Question of Continents, in: Peregrinations 6,3 (2018) 54–77 Volltext (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fra Mauros Weltkarte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien