Fraktionierte Kristallisation (Chemie)

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Die Fraktionierte Kristallisation ist ein Trennungsverfahren der Chemie, das zur Trennung von Kristallen Unterschiede in der Löslichkeit der Substanzen nutzt.

Die Ausfällung von zwei oder mehr in einem Lösungsmittel vorliegenden Substanzen aus der Lösung geschieht mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die Kristallisation oder Fällungsreaktion kann durch Konzentrationsänderungen, Änderungen der Temperatur oder andere Auslöser wie den Einsatz von Impfkristallen verursacht werden.

Dieser Sachverhalt wird beim chemisch-technischen Verfahren der fraktionierten Kristallisation ausgenutzt. Die zu trennende Stoffmischung wird mit einem Lösungsmittel vermischt und aufgeheizt. Bei der langsamen Abkühlung kristallisieren die Einzelstoffe nacheinander aus, so dass sie in einer geeigneten Vorrichtung in reiner Form aus der Lösung gewonnen werden können. Das Verfahren kann auch mehrmals hintereinander angewandt werden, um die Reinheit der gewonnenen Stoffe zu erhöhen.

Marie Curie nutzte die fraktionierte Kristallisation zur Trennung der Chloride (später der Bromide) von Radium und Barium, die in den Extrakten der Pechblende ursprünglich in einem Verhältnis von 3 : 100.000 vorlagen um wenige mg reines Radiumchlorid zu gewinnen.[1] Dort ist auch das Kristallisierschema abgebildet, das Curie nutzte

Das Verfahren wird in der Chemietechnik nicht nur zur Gewinnung von chemisch sehr reinen Stoffen oder zur Aufbereitung von Abfall genutzt, sondern auch als chemisches Analyseverfahren eingesetzt. Beispiele sind etwa die Darstellung von Seltenen Erden[2] oder die Abtrennung einzelner Lanthanoide aus den in der Natur immer auftretenden Mischkristallen dieser Elemente.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Entdeckung des Radiums - Google Books abgerufen am 23. Dezember 2015.
  2. K. Rossmanith: Reindarstellung von Neodym-Magnesium-Doppelnitrat durch fraktionierte Kristallisation. In: Monatshefte für Chemie / Chemical Monthly. Band 25, Nr. 6–7. Springer 1994, ISSN 0026-9247, S. 691–694 (Online-Kurzfassung [abgerufen am 7. Februar 2010]).
  3. Die Trennung der Lanthanoide. In: Prof. Blumes Medienangebot. Abgerufen am 7. Februar 2010.