Franklin-Methode

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Die Franklin-Methode ist eine vor allem in der Schweiz angebotene alternativmedizinische Bewegungslehre,[1] erfunden Anfang der 1980er Jahre[2] von dem Schweizer Sportwissenschaftler Eric Franklin. Der Schwerpunkt soll auf mentalem Training liegen. Mit der Hilfe von "Gedankenbildern" (Dynamic Neurocognitive Imagery) soll die Franklin-Methode das Körper- und Bewegungsempfinden des Übenden und dadurch sportmotorische Fähigkeiten wie Kraft, Beweglichkeit und Koordination steigern.

Die Franklin-Methode beruft sich auf die Ideokinese, eine von Mabel Elsworth Todd (1874–1956) gegründete Bewegungslehre der 1930er Jahre,[3] und will Elemente aus Sportwissenschaft, der Psychomotorik, von fernöstlichen Bewegungslehren, Kinesiologie, Alexander-Technik, Feldenkrais-Lehre, Yoga, Pilates, und der Neuroplastitzität einbeziehen.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Imagination: In der Franklin-Methode führen Visualisierungstechniken zu einem inneren Erleben der Anatomie. Die Methode unterscheidet u. a. anatomische, metaphorische, biologische und anatomisch-metaphorische Bilder.
  • Verkörperung: Dieser Begriff ist am Beispiel erklärbar: Die Wirbelsäule des Menschen hält ihn aufrecht, ihre doppelte S-Kurve ist die Momentaufnahme einer Welle. Nur über die Verkörperung einer Funktion reagiert das Nervensystem, was dann die Funktion verbessert: Sitze oder stehe und lasse das Gefühl von schwingenden Meereswellen und ruhigem Fliessen in deine Wirbelsäule sickern. Zunächst nur in der Vorstellung. Dann, wenn Du die innere Welle immer deutlicher spürst, lasse eine feine Wellenbewegung auch äusserlich zu. Geniesse die Meereswellen in der Wirbelsäule einige Minuten und komme dann äusserlich zur Ruhe. Innerlich spüre noch etwas nach.
  • Lernspirale: Der Schüler scannt eingangs des Trainings seinen Körper, das heisst, er lenkt seine Aufmerksamkeit zunächst auf die Füsse, dann auf die Beine, auf den Oberkörper, auf beide Arme, auf die Hände und auf den Kopf, spürt ausserdem seinen Atem nach. Anschliessend plant er die Bewegung gedanklich (Feedforward). Schliesslich entscheidet er sich für die Bewegung, begleitet diese mit einem Bild, mit einem bestimmten inneren Dialog oder der Lehrer berührt ihn. Wenn er die Lektion beendet, vergleicht er das Ergebnis mit der Ausgangssituation (Feedback). Gefällt dem Schüler das neue Gefühl, verankert er es in den Alltag, findet nach Möglichkeit sogar ein eigenes Bild für diesen neuen körperlichen Zustand.

Studienlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlässliche Daten zur therapeutischen Wirksamkeit insbesondere bei Kranken liegen nicht vor. Anwender verweisen auf eine unveröffentlichte Studie der privaten Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung in der Medizin (GESOMED) aus dem Jahr 2010.[4] Zudem gibt es Erfolgsberichte mit kleinen Gruppen von Tänzern[5][6] und Musikern.[7]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff ist wettbewerbsrechtlich geschützt. Das Institut für Franklin-Methode in Wetzikon (Schweiz) bietet Workshops an, bildet ferner zum Diplom-Bewegungspädagogen der Franklin-Methode und zum Franklin-Methode-Therapeuten aus.[8] Die Ausbildung ist auf drei beziehungsweise fünf Jahre angelegt. Studenten sind meist Tanzpädagogen, Rhythmiker, Physiotherapeuten, Yoga-, Tai Chi- und Pilates-Lehrer, Sportlehrer sowie Leistungssportler.

Es gibt Seminare für die Franklin-Methode an der Hochschule für Tanz und Musik in Köln (Deutschland), an der Universität Wien (Österreich) und an der Juilliard School in New York. Die Franklin-Methode kann in der Tanzmedizin eingesetzt werden.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dachverband Xund: Die natürlichen Methoden der Komplementärtherapie. xund.ch
  2. William H. Watkins, Eric Franklin: Breakdance. Contemporary Books, USA, 1984.
  3. A. Bernard, U. Stricker, W. Steinmüller: Ideokinese - Ein kreativer Weg zu Bewegung und Körperhaltung. Huber, Bern/ Göttingen/ Toronto/ Seattle 2003.
  4. Klaus Riemann: Evaluation der Franklin-Methode. Hrsg.: Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung in der Medizin [GESOMED]. 2010.
  5. Teresa Heiland, Robert Rovetti: Which images and image categories best support jump height? In: R. Solomon, J. Solomon (Hrsg.): Abstracts of the 20th Annual Meeting of the International Association for Dance Medicine & Science 2010. IADMS, Birmingham, UK 2010, S. 74–75.
  6. Teresa Heiland, Robert Rovetti: Examining effects of Franklin Method metaphorical and anatomical mental images on college dancers' jumping height. In: Research in Dance Education. Band 14, Nr. 2, 2013. doi:10.1080/14647893.2012.712105
  7. Rosa Diketmüller: Musik und Muskeln. Locker sein macht stark. Wege zu gesundem und bewusstem Musizieren. Evaluation Abschlussbericht. Projektleitung Walter Wretschitsch und Silvia Erdik. Universität Wien, Februar 2010, S. 12–13 und S. 62.
  8. Institut für Franklin-Methode, Wetzikon, Schweiz, franklinmethod.org. (Memento vom 1. August 2015 im Internet Archive)
  9. Elisabeth Exner-Grave (Hrsg.): Tanzmedizin. Schattauer Verlag, Stuttgart 2008, S. 121–126; Institut für Franklin-Methode, Wetzikon, Schweiz.