Freischütz (Ausflugslokal)

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Der Freischütz, Turm mit Saalbau

Freischütz lautet der Name eines Ausflugslokals im Schwerter Wald auf dem Gebiet der Stadt Schwerte, das dicht an der Ortsgrenze zu den Dortmunder Stadtteilen Aplerbecker Mark und Berghofen gelegen ist.

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau des ersten Gebäudes geht auf eine Anweisung des Schwerter Magistrats aus dem Jahre 1843 zurück, als dieser auf dem Höhenrücken des Ardey ein Forsthaus aus Bruchsteinen errichten ließ. Mit den Maurerarbeiten wurde der Maurermeister Mohrenstecher aus der Aplerbecker Mark beauftragt, welcher acht Jahre später, 1851, auch den Rohbau für das Aplerbecker Amtshaus errichtete.

Schankerlaubnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe zum damaligen Forsthaus befanden sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Bergwerke, die Kohleneisenstein und Kohle förderten. Von den nahe gelegenen Abbaustellen kehrten die Bergleute häufig im Forsthaus ein. Fuhrleute nutzten das Forsthaus zum Tränken ihrer Pferde und um sich selber einen Schnaps zu gönnen. Der nicht legale, dennoch still geduldete Alkoholausschank wurde schlussendlich am 6. Juni 1861 mit Erteilung einer Schankerlaubnis legalisiert.[1]

Bergbau in der Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel für einen Erbstollen

Kohle- und Eisensteinabbaustätten in direkter Nähe zum Forsthaus im 18. und 19. Jahrhundert:

Name Ort in Betrieb
Charlottensruh Berghofen 19. Jahrhundert
Clara Berghofermark 1852
Diedrich Berghofen 1783–1846
Emilie Erbstollen Berghofen-Aplerbeck 1839–1850
Feldbank Berghofen 1746–1850
Himmelfahrt, Ver. Berghofen 1780–1837
Josephiner Erbstollen Berghofen 1854
Ludwigs Wienbank Berghofen
Mitgehangen Aplerbeck-Süd 1854
Pauline Erbstollen Berghofen 1850–1854
Peter Adam Sölderholz-Schwerter Wald 1839
St. Martin Berghofen 1756–1837

Zeitalter der Straßenbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzte Postkutsche begegnet erster Straßenbahn

Am 18. Mai 1899 begegneten sich vor dem Freischütz die letzte von Pferden gezogene Postkutsche und die erste elektrisch betriebene Straßenbahn der Hörder Kreisbahn von Hörde nach Schwerte. Zu diesem Ereignis trafen sich vor dem Freischütz Politiker und Gesellschaftsvertreter aus Aplerbeck und Schwerte:[2]

Durch die Anbindung an die Hörder Kreisbahn wurde das Lokal Freischütz zum Ausflugslokal für die Dortmunder und Hörder Bürger. Der Straßenbahnbetrieb der Linie 20 zwischen Hörde und Schwerte wurde am 30. Juni 1954 eingestellt und durch Gelenkomnibusse ersetzt. Wie auch beim Übergang von der Postkutsche zur Straßenbahn traf sich eine Delegation vor dem Freischütz, um an gleicher Stelle, nur 55 Jahre später, die Gläser zu erheben.

Der große Festsaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Jahrhundertwende entstand neben dem alten Forsthaus ein neuer Saal für unterschiedliche Veranstaltungen. Das erste Konzert im neuen Saal fand im September 1903 statt.[3] Der Saalbau ist in der Denkmalliste der Stadt Schwerte eingetragen.

Außenanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Restauration insbesondere für Familien mit Kindern interessant zu machen, wurde schon früh ein Kinderspielplatz errichtet. 1930 wurde ein Reit- und Springturnierplatz südlich des Festsaals angelegt. Weitere Bekanntheit erlangte der Freischütz durch das ab 1964 gebaute Kinderparadies mit Märchenwald und einer Münchhausenfigur, die auf seiner Kugel sitzend den Turm des Festsaals erklomm. Märchenwald und Münchhausen existieren heute nicht mehr. Heute befindet sich auf dem Freigelände ein großzügig dimensionierter Biergarten nebst Kinderspielplatz und auf dem Gelände des ehemaligen Märchenwaldes seit März 2013 ein Kletterwald.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Noczynski: 100 Jahre Straßenbahnen im Amt Aplerbeck. 1998, S. 154–155.
  2. Wolfgang Noczynski: 100 Jahre Straßenbahnen im Amt Aplerbeck. 1998, S. 153.
  3. Wolfgang Noczynski: 100 Jahre Straßenbahnen im Amt Aplerbeck. 1998, S. 157.

Koordinaten: 51° 27′ 50,1″ N, 7° 33′ 28,8″ O