Bergwerk

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bergwerk (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Bergwerk wird die Gesamtheit der Anlagen zur Gewinnung, Förderung und Aufbereitung von bergbaulich an Lagerstätten gewonnenen Rohstoffen bezeichnet. Im engeren Sinne wird als Bergwerk eine Anlage bezeichnet, bei der „unter Tage“ (→ Bergmannssprache) im Grubenbau von der Erdoberfläche aus Schächte (mit Strecken) oder Stollen angelegt werden. Im weiteren Sinne gehören auch Grabungen „über Tage“ (Tagebau) und Tiefbohrungen dazu.

Bauarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untertagebergwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Untertagebau

Die Erschließung einer Lagerstätte durch ein Untertagebergwerk beginnt mit der Ausrichtung und dem folgenden Abteufen der Schächte oder dem Auslängen der Stollen. Sie sind die Verbindung zwischen Erdoberfläche und der Lagerstätte „vor Ort“ und für die Schacht- bzw. Streckenförderung von Abbau, Versatz und Material, die Fahrung von Personen sowie die Wasserhaltung und Wetterführung notwendig.

Die Wahl der Schachtstandorte beeinflusst die Herstellungs- und Betriebskosten des Untertagebergwerks. Von den Schächten gehen die Strecken (Richtstrecken und Querschläge) zu den Lagern (Flöze, Gänge, Stöcke) der zu fördernden Rohstoffe ab. Die Gesamtheit aller unterirdischen Hohlräume wird Grubengebäude genannt.

Die Tagesanlagen eines Bergwerks, also die „über Tage“ befindlichen Teile sind: Förderturm, Kaue, Anlagen zur Be- und Entlüftung (Bewetterung), zur Wasserhaltung und -reinigung und die Aufbereitungsanlagen.

Tagebaue[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chuquicamata, Chile, der größte und zweittiefste Tagebau der Welt
Hauptartikel: Tagebau

Gewinnung von Massenrohstoffen und fossilen Brennstoffen durch große Bagger (Radlader, Schaufelradbagger, Eimerkettenbagger, o. ä.). Falls nötig Zerkleinerung in Brechern. Abtransport mit Muldenkippern oder über Bandförderanlagen.

Bohrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochleithen Ölfeld nordöstlich von Wien in Österreich
Hauptartikel: Tiefbohrung

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erzberg Kirunavaara in schwedisch Lappland

Das bislang älteste entdeckte Bergwerk ist ein Feuersteinbergwerk im oberägyptischen Nazlet Khater, wo bereits vor über 30.000 Jahren untertägig Feuerstein abgebaut wurde.[1]

In Deutschland wurde der Rammelsberger Bergbau 968 erstmals urkundlich belegt. Anhand von archäologischen Schlacke- und Erzfunden wurde nachgewiesen, dass mindestens bereits im 3. Jahrhundert am Rammelsberg Bergbau getrieben wurde. Das zugehörige Bergwerk wurde 1992 zusammen mit der Goslarer Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und später unter anderem um die Grube Samson in St. Andreasberg erweitert. Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg sind Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann: Das kleine Bergbaulexikon. Hrsg.: Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum. 7. Aufl. Verlag Glückauf, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
  • Das Wissen des 20. Jahrhunderts. Erster Band, Verlag für Wissen und Bildung, Verlagsgruppe Bertelsmann, Gütersloh 1971.
  • Helmut Wilsdorf: Kulturgeschichte des Bergbaus. Ein illustrierter Streifzug durch Zeiten und Kontinente. Verlag Glückauf, Essen 1987, ISBN 3-7739-0476-2.
  • Wilhelm und Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr (= Die Blauen Bücher). 6., erweiterte und aktualisierte Aufl. Verlag Langewiesche, Königstein i. Ts. 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Bergwerk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bergwerke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Portal: Bergbau – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bergbau

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alice Leplongeon, David Pleurdeau: The Upper Palaeolithic Lithic Industry of Nazlet Khater 4 (Egypt). Implications for the Stone Age/Palaeolithic of Northeastern Africa. In: African Archaeological Review. Band 3, Nr. 28, 2011, S. 213–236, doi:10.1007/s10437-011-9100-x.