Friedingen (Langenenslingen)

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Friedingen
Koordinaten: 48° 10′ 47″ N, 9° 22′ 24″ O
Höhe: 657 m
Einwohner: 230
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 88515
Vorwahl: 07376
Lage von Friedingen (oben in der Mitte) auf einer alten Karte

Friedingen ist ein Teilort von Langenenslingen im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg. Bis 1975 war Friedingen eine eigenständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt auf 657 m ü. NHN[1] in einem weiten Trockental der Flächenalb und ist weiträumig umgeben von dem rund 70 km² großen Landschaftsschutzgebiet „Riedlinger Alb“[1][2], aus dem nur die Ortslagen ausgegrenzt sind. Friedingen liegt etwa vier Kilometer nördlich der Hauptgemeinde Langenenslingen und circa zehn Kilometer nordwestlich von Riedlingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 904 gehörte Friedingen zum Kloster Reichenau.[1] 1278 wurde es urkundlich erwähnt, als die Gräfin Sophia von Veringen dem Kloster Heiligkreuztal ein Gut zu Friedingen schenkte. Im Jahr 1286 verkaufte Graf Heinrich von Veringen alle seine Besitzungen in Friedingen mit allen Rechten ebenfalls an das Kloster Heiligkreuztal[3], das im Jahr 1803 aufgelöst wurde und an Württemberg fiel. Friedingen gehörte bis 1938 zum württembergischen Oberamt Riedlingen, dann zum Landkreis Saulgau und seit 1973 zum Landkreis Biberach. Am 1. Januar 1975 erfolgte die Eingemeindung nach Langenenslingen.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße L275 führt von Friedingen aus Richtung Westen über Ittenhausen nach Gammertingen und im Osten über Pflummern nach Riedlingen. Im Süden führt die Kreisstraße K7548 nach Langenenslingen.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholischen Einwohner von Friedingen waren bis 1670 zu Langenenslingen eingepfarrt.[4] Vom Kloster Heiligkreuztal wurde Friedingen im Jahr 1670 zur Pfarrei erhoben. Die katholische Kirche in Friedingen wurde im Jahr 1750 gebaut und dem Heiligen Blasius geweiht. Der Innenraum wurde von Johann Georg Mesmer, einem bekannten oberschwäbischen Kirchenmaler, gestaltet.[1]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es keine evangelische Kirche. Die evangelischen Einwohner der Gemeinde gehören zur Kirchengemeinde Pflummern.[5][4][6]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Autokonstrukteur Fidelis Böhler (1887–1954) wurde in Friedingen geboren.
  • Joschka Fischers Vorfahren väterlicherseits stammen mit großer Wahrscheinlichkeit aus Friedingen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Vorstellung des Ortsteils Friedingen, Website der Gemeinde Langenenslingen, langenenslingen.de, abgerufen am 27. August 2018.
  2. Abgrenzung des Landschaftsschutzgebietes „Riedlinger Alb“, protectedplanet.net, abgerufen am 6. Juli 2016.
  3. Sebastian Locher: Regesten zur Geschichte der Grafen zu Veringen. Liehner, Sigmaringen 1872.
  4. a b Friedingen (Langenenslingen) auf GenWiki. Abgerufen am 7. Juli 2016.
  5. Pflummern-Heiligkreuztal – Evangelischer Kirchenbezirk Biberach. In: kirchenbezirk-biberach.de. 2. März 2009, abgerufen am 27. August 2018.
  6. Friedingen (Altgemeinde/Teilort), leo-bw.de, abgerufen am 27. August 2018.
  7. Adolf Seifert und Wolfgang Wirth: Joschkas Irrtum. In: Gesammelte Aufsätze zur Fridinger Geschichte, Bd. 19, Heimatkreis Fridingen e. V., Fridingen an der Donau 2005.