Fritz Meurer

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Fritz Meurer als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen

Friedrich Wilhelm Meurer, genannt Fritz (* 30. November 1896 in Lahr/Schwarzwald; † nach 1975) war ein deutscher Offizier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Jugend besuchte Meurer die Volksschule und ein Humanistisches Gymnasium. 1912 bestand er das Einjährige. Von 1915 bis 1918 nahm Meurer am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Leutnant der Reserve. Anschließend studierte er fünf Semester Elektrotechnik am Technikum in Mittweida. Das Ingenieurexamen bestand er 1921. Von 1921 bis 1925 arbeitete Meurer dann als Ingenieur in den Betriebsbüros Tauberbischofsheim und Sinsheim der Badischen Landeselektrizitätsversorgung in Karlsruhe.

Im Frühjahr 1925 wurde Meurer Zivilangestellter der Reichswehr beim Wehrkreiskommando V in Stuttgart. Dort wurde er in der Abteilung Landesschutz eingesetzt. Politisch gehörte er seit 1932 der NSDAP an.

Im Herbst 1933 trat Meurer als hauptberuflicher Funktionär in die Sturmabteilung (SA) ein, in der den Posten des Chefs des Ausbildungswesens bei der SA-Obergruppe 5 (Frankfurt am Main) übernahm. Diese Stellung bekleidete r knapp eineinhalb Jahre, bis zum Mai 1935. Seit dem Sommer 1934 war die Organisation des Chefs des Ausbildungswesens allerdings von der SA losgelöst und bestand als selbständige Gliederung. Innerhalb der SA erreichte Meurer den Rang eines Sturmbannführers auf.[1]

1935 kehrte Meurer zum Militär zurück: Zum 1. Mai 1935 wurde er als Ergänzungsoffizier mit dem Dienstgrad eines Hauptmanns reaktiviert und dem Militärverwaltungswesen zugeteilt: Vom 1. Mai 1935 bis 31. Dezember 1938 tat er Dienst als Adjutant beim Wehrbezirkskommando Stuttgart 1. Während dieser Zeit wurde er am 31. Mai 1938 zum Major befördert.

Zum 1. Januar 1939 wurde Meurer zur Wehrersatz-Inspektion Karlstadt versetzt, der er bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs angehörte. Während des Krieges wurde er erst nach Nürnberg, dann kurzzeitig zur Division z.b.V. 13 und schließlich zum Stab der Wehrersatzinspektion Eger versetzt. Anschließend leitete er ein Durchgangslager an der Ostfront. In dieser Kriegsphase wurde er am 1. September 1941 zum Oberstleutnant und am 1. September 1944 zum Obersts befördert.

Nach der Ernennung von Gottlob Berger zum Chef des Kriegsgefangenenwesens der Wehrmacht am 1. Oktober 1944 wählte dieser Meurer, der ein alter Freund von ihm aus seiner schwäbischen Heimat war, als seinen Stabschef aus. Da Berger durch zahlreiche andere Funktionen weitgehend vereinnahmt war, wurden seine Dienstgeschäfte als Chef des Kriegsgefangenenwesens - Streit zufolge - „im wesentlichen“ von Meurer wahrgenommen.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Meurer im Rahmen der Nürnberger Prozesse als Zeuge vernommen.

Am 28. September 1953 wurde Meurer in Paris in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ein gegen ihn eingeleitetes Ermittlungsverfahren wurde 1976 aufgrund von Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.
  • Ernst Schraepler: Ursachen und Folgen. Vom deutschen Zusammenbruch 1918 und 1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart. Eine Urkunden- und Dokumentensammlung zur Zeitgeschichte, Bd. 2, S. 483.
  • Sebastian Weitkamp: Braune Diplomaten: Horst Wagner und Eberhard von Thadden als Funktionäre der "Endlösung", 2007, S. 328.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 406.
  2. Christian Streit: Keine Kameraden: die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941-1945, 1991, S. 291.