Frontier Society

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Der Ausdruck Frontier Society (wörtliche Bedeutung: „Grenzland-Gesellschaft“) bezeichnet eine Gesellschaft, die an der Grenze ihres Kulturkreises lebt, sich dieser Grenze bewusst ist und sie verteidigt.

Eine Frontier Society ist deutlich von einer Border Society zu unterscheiden. Border Society bezeichnet eine Gesellschaft an den Grenzen zweier gleicher Kulturen, während eine Frontier zwischen zwei unterschiedlichen Kulturkreisen besteht.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für eine Frontier Society ist eine kulturelle Durchdringung und Vermischung durch den Kontakt zu Gesellschaften außerhalb des eigenen Kulturkreises. Frontier Societies haben oft den Drang, sich auszudehnen.

Die erste Vorstellung einer Frontier Society schuf Frederick Jackson Turner mit seinem Werk The Significance of the Frontier in American History (1893), in dem er behauptete, die US-amerikanische Gesellschaft sei erst durch die Frontier, die Grenze zwischen der zivilisierten und urbanisierten Gesellschaft und der wilden und ungezähmten Natur, entstanden. Der Umgang der US-amerikanischen Siedler mit den Anforderungen im Wilden Westen ließ, so Turner, alte Gewohnheiten sterben, neue Erfahrungen entstehen und brachte neue Institutionen hervor.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. M. S. Careless: Frontier and Metropolis: Regions, Cities, and Identities in Canada before 1914. University of Toronto Press, Toronto 1987.
  • Alistair Hennessy: The Frontier in Latin American History. University of New Mexico Press, Albuquerque 1978
  • William H. McNeil: Europe’s Steppe Frontier 1500-1800. University of Chicago Press, chicago 2011
  • Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C.H. Beck, München 2009, Kapitel VII: Frontiers. Unterwerfung des Raumes und Angriff auf nomandisches Leben, S. 465-564.
  • Achim Toennes: Die «Frontier». Versuch einer Fundierung eines Analyse-Konzepts, in: Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas 35 (1998), S. 280—300

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]