Fundteilung

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Als Fundteilung bezeichnet man eine Regelung, nach der die Hälfte archäologischer Fundstücke in das Land gehen, das die Ausgrabung finanziert und organisiert hat, die andere Hälfte bleibt in dem Land, in dem die Ausgrabung stattfand.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1924 wurde im Antikengesetz des Irak die Fundteilung festgeschrieben: Alle ausländischen Expeditionen mussten die Hälfte der Ausgrabungsfunde dem neugegründeten Irak-Museum in Bagdad überlassen, dazu zudem alle als einmalig angesehenen Kunstwerke.[1]
  • Henri Seyrig (1895–1973) verfasste das vom Hochkommissar für Syrien und Libanon am 7. November 1933 erlassene Antikengesetz sowie dessen Ausführungsbestimmungen (Réglement sur les Antiquités) und schuf Regeln für die Teilung der Funde.
  • Die Uruk-Warka-Sammlung Heidelberg besteht vor allem aus Fundstücken, die durch Fundteilung in den 1950er und 1960er Jahren an das orientalische Institut der Universität Heidelberg gelangten.
  • Die Torlöwen aus Sam'al im Pergamonmuseum in Berlin wurden bei Ausgrabungen des Orient-Comités 1890/91 gefunden und im Rahmen der damals üblichen Fundteilung wie auch die Büste der Nofretete nach Berlin gebracht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IRAQ - Ein Rundgang durch die Menschheitsgeschichte. Neue Zürcher Zeitung, 26 APRILE 2003 auf PatrimonioSOS.it.