Gänseflomen (Brotaufstrich)

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Gänseflomen ist ein aus dem Unterhaut-Fettgewebe der Gans hergestellter Brotaufstrich der Pommerschen Küche.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roher Gänseflomen wird in eine Schüssel gelegt und zusammen mit einer geschälten Zwiebel über Nacht gewässert. Das Wasser wird mehrfach erneuert. Am nächsten Tag wird der Gänseflomen auf ein Brett gelegt, damit das Wasser abläuft. Wenn er abgetrocknet ist, wird das reine Fett aus den Häuten geschabt. Die Fettmasse wird danach durch den Fleischwolf (kleinste Scheibe) gedreht und anschließend durch ein feines Sieb gerührt. Die Masse wird dann solange geschlagen, bis sie wie Schnee aussieht. Geriebene Zwiebeln, Thymian, Majoran, Salz, Pfeffer sowie wenig Zimt und wenig Vanillezucker werden hinzugegeben. Alles wird mit dem Mixer gut durchgerührt. Danach wird die Masse fest in ein Glas oder in einen Topf gedrückt und acht Tage lang stehen gelassen, damit sie gut durchzieht, bevor sie als Brotaufstrich verwendet wird. Dieser Brotaufstrich ist monatelang haltbar, sofern er ausreichend gesalzen wurde.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehefrau des Reichsgründers Otto von Bismarck, Johanna von Puttkamer, soll Gänseflomen an Diplomaten verschenkt haben.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. von Geibler (Hrsg.): Pommersches Kochbuch. Mit 631 selbst erprobten Rezepten. 8. vermehrte und verbesserte Auflage. Prange, Kolberg 1925, S. 240 (Photomechanischer Nachdruck. 2. Auflage. Hinstorff, Rostock 1996, ISBN 3-356-00614-2).
  2. Hans-Georg Grams: Unsere Heimat Hinterpommern – Eichenwalde – Die Menschen und ihr Schicksal: Von der Besiedelung bis zur Vertreibung. Max Schick GmbH, München 2003, ISBN 3-9803273-2-9, S. 257.