Dębice (Maszewo)

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Dębice (deutsch Eichenwalde) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Maszewo (Massow) im Powiat Goleniowski (Gollnower Kreis) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dębice liegt in Hinterpommern, etwa 6,5 Kilometer nordöstlich von Maszewo (Massow), 21 Kilometer östlich von Goleniów (Gollnow) und 38 Kilometer östlich von Stettin (Szczecin).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein-Benz (L. Bentz) und südlich davon Groß-Benz (Gr. Bentz) südlich der Stadt Regenwalde an der Rega (Rega fluvius) und östlich bzw. südöstlich der Stadt Naugard (Neugarten) auf der Lubinschen Karte des Herzogtums Pommern von 1618 (Ausschnitt)

Die Ortschaft gehörte in älterer Zeit zu einem Gutsbezirk, zu dem außer Groß-Benz[1] auch Klein-Benz[2] und das Rittergut Faulen-Benz[3] (älterer Ortsname: Vulenbenze) sowie der zugehörige Amtsbezirk Faulenbenz gehörten. Am 28. November 1884 wurde Faulenbenz auf Antrag des Rittergutsbesitzers Carl Heller in Eichenwalde umbenannt, so dass der Amtsbezirk fortan Amtsbezirk Eichenwalde hieß.[4] Um 1780 hatte der Gutsbezirk zum Saatziger Kreis gehört.

Archäologische Funde belegen, dass die Gemarkung von Eichenwalde bereits in ältester Zeit besiedelt war. Einem Reisebericht des Bischofs und Missionars Otto von Bamberg ist zu entnehmen, dass er im Jahr 1124 an diesem Ort taufte und wohl auch 1125 hier anwesend war. Nach ihm ist der auf der Gemarkung vorhandene 1,5 Meter breite und zwei Meter tiefe Otto-Brunnen benannt, den er zur Taufe benutzt haben soll.[5]

Um 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Eichenwalde eine Flächengröße von 11,6 km². Auf der Gemarkung gab es zwei Wohnorte mit insgesamt 76 Wohngebäuden:

  1. Benzrode
  2. Eichenwalde

Im Jahr 1925 wurden 503 Einwohner gezählt, die auf 106 Haushaltungen verteilt waren.[6]

Vor 1945 gehörte Eichenwalde zum Landkreis Naugard im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs versuchten die Einwohner, vor der heranrückenden Roten Armee zu fliehen, was jedoch nicht allen gelang. Nachdem ihr Treck von sowjetischen Truppen überrollt worden war, wurden viele gezwungen zurückzukehren. Nach Kriegsende wurde Eichenwalde zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Das deutsche Dorf Eichenwalde wurde in Dębice umbenannt. Die verbliebene Einwohner wurden am 24. Juni 1945 von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde in Richtung Westen über die Oder vertrieben.[7]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Anzahl Anmerkungen
1925 503 darunter 502 Evangelische und ein Katholik[8]
1933 488 [9]
1939 474 [9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemarkung der Gemeinde verläuft die Wojewodschaftsstraße 106, die von Stargard (Stargard in Pommern) über Kołobrzeg (Kolberg) nach Nowogard (Naugard) führt.

Im Ort geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- Und Hinterpommern. Teil II, Band 1, Stettin 1784, S. 304–305.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Teil II, Band 5, Abt. 1: Eigentums-Ortschaften der Stadt Stargard und vom Naugarder Kreise die erste Hälfte. Berlin und Wriezen a/O. 1872, S. 312–318.
  • Hans-Georg Grams: Unsere Heimat Hinterpommern – Eichenwalde – Die Menschen und ihr Schicksal: Von der Besiedelung bis zur Vertreibung. Max Schick GmbH, München 2003, ISBN 3-9803273-2-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- Und Hinterpommern. Teil II, Band 1, Stettin 1784, S. 304–305.
  2. Brüggemann (1784), S. 305, Nr. 2.
  3. Brüggemann (1784), S. 258–259, Nr. 3.
  4. Hans-Georg Grams: Unsere Heimat Hinterpommern – Eichenwalde – Die Menschen und ihr Schicksal: Von der Besiedelung bis zur Vertreibung. Max Schick GmbH, München 2003, ISBN 3-9803273-2-9, S. 157–158.
  5. Grams (2003), S. 156–157.
  6. Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Eichenwalde im ehemaligen Kreis Naugard in Pommern (2011)
  7. Grams (2003), S. 308.
  8. Die Gemeinde Eichenwalde
  9. a b Landkreis Naugard

Koordinaten: 53° 32′ N, 15° 7′ O