Gösch (Seefahrt)

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Gösch der Irischen Marine

Als Gösch wird die Bugflagge von Schiffen bezeichnet.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung wird auf die Geusen - die niederländischen Freiheitskämpfer des 16. Jahrhunderts - zurückgeführt, obwohl die Flagge an dieser Stelle zu Zeiten der Geusen nicht geführt wurde. Erst nach 1600 sind Flaggen auf dem Bugspriet bzw. am Sprietmast mit Quellen zu belegen. Zu diesem Zeitpunkt sind aber die Geusen nicht mehr vorhanden.

Nach der Verordnung über die Flaggenführung von 1933 war statt der Flagge des Heimathafens die Hakenkreuzflagge zu führen. Die Schiffe der HAPAG führten deshalb das Landeswappen Hamburgs am Bug.[1][A 1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heutzutage ist die Gösch insbesondere bei Kriegsschiffen in Verwendung. Sie wird nur gesetzt, wenn das Schiff im Hafen liegt. So auch bei der Deutschen Marine, bei der, wenn das Schiff anlegt, die Gösch am Bug und die Bundesdienstflagge der Seestreitkräfte am Heck gesetzt wird. Legt das Schiff ab, werden die beiden Flaggen eingeholt und die Bundesdienstflagge am Mast gesetzt. Bei einigen anderen Seestreitkräften wird die Gösch auf See am Bug und die Seekriegsflagge im Hafen am Heck gezeigt.

In der Handelsschifffahrt war früher das Setzen einer Gösch im Hafen und auf Revierfahrt auf Schiffen im Liniendienst üblich. Heute geschieht dies zumeist auf Passagierschiffen und traditionell zu besonderen Anlässen wie dem Hamburger Hafengeburtstag.

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Staaten ist die Gösch identisch mit der Handelsflagge oder Seekriegsflagge. Andere Staaten verwenden Varianten in Größe oder Seitenverhältnis (Norwegen hat zum Beispiel eine quadratische Variante) oder benutzen Flaggen mit einem eigenen Design, wie beispielsweise Spanien oder die Vereinigten Staaten. Seltener wird als Gösch auch die Flagge des Heimathafens gesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naval jacks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt, Bd. 5: Eine Ära geht zu Ende 1930 bis 1990. (= Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Bd. 22). 1990, ISBN 3-8225-0041-0, S. 15.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bremen und die Europa fuhren schon 1929 Bugwappen.