Günter Koch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Informatiker Günter Koch. Zum Fußball-Reporter siehe Günther Koch.

Günter R. Koch (* 4. August 1947 in Freiburg im Breisgau) [1] ist ein deutscher Informatiker, Unternehmensberater, Forschungsmanager und Projektentwickler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koch studierte Informatik an der Universität Karlsruhe. Danach war er Gründer und Geschäftsführer verschiedener Softwareunternehmen, von 1993 bis 1997 Gründungs- und Generaldirektor des von der EU-Kommission aus der Taufe gehobenen European Software Institute und schließlich von 1998 bis 2003 CEO der Austrian Research Centers (ARC, vormals Forschungszentrum Seibersdorf, heute Austrian Institute of Technology. Als Mitglied des Leitungskreises der European Association of Research and Technology Organizations (EARTO) war er 2004 Initiator und Mitglied der High Level Expert Groups der Europäischen Kommission zum Thema Intellektuelles Kapital, die einen Abschlussbericht mit dem acronymen Titel RICARDIS zur „Wissenskapitalbewertung“ von insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) veröffentlichte. Er ist Gründer und Sprecher des österreichischen Partnerschaftsunternehmens execupery sowie Partner der Knowledge Management Austria (KM-A) mit Arbeitsschwerpunkten in Wissensökonomie, Wissensmanagement und Wissensbilanzierung. Er gilt zusammen mit der (mittlerweile verstorbenen) Ursula Schneider, vormals Professorin an der Universität Graz, als Entwickler der Wissensbilanzierung und insbesondere des „Standard“-Wissensbilanz-Modells, wie es in Deutschland unter der Bezeichnung „Wissensbilanz – Made in Germany“ bekannt wurde. 2007/2008 war er Aufbau-Geschäftsführer des neu gegründeten Central European Institute of Technology (CEIT) bei Wien. Seit 2006 ist er der Generalsekretär des New Club of Paris in dessen Auftrag er seit 2012 die Humboldt Cosmos Multiversity auf Teneriffa, Kanarische Inseln aufbaut. Koch lebt wechselweise in Wien und Teneriffa. Im Nebenamt betreibt Koch in Wien die Kunst- und Veranstaltungsgalerie KoKo, deren Spezialität Ausstellungen von Art Brut-Kunst ist.

Er hält zudem Gastprofessuren[2] in Systemforschung und Forschungsmanagement inne und ist heute Adj. Professor an der TU Graz, sowie Gastprofessor an der Donau Universität. Im Jahr 2011 war Koch amtierender Generalsekretär des New Club of Paris, Vorstand beim Verband Österreichischer Software Industrie (VÖSI), Gründungs- und Vizepräsident der Austrian Association of Research in IT (AARIT) – dem österreichischen Zweig des European Research Consortium in Informatics and Mathematics ERCIM, und „Fellow“ der von John Casti gegründeten Wiener Zukunftsforschungsgruppe Kenos-Circle. U. a. ist er im Advisory Board des European Leonardo Learning Award. Er hat(te) diverse Aufsichtsratsmandate, auch als Vorsitzender, bei diversen Softwareunternehmen inne, so seit 2013 bei der in Erlangen residierenden GiS GmbH.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koch hat etwa 100 Publikationen verfasst, davon mehrere Bücher, darunter in den 1970- und 1980er Jahren die "Einführung in die Informatik". 2010 / 2011 wurde er als Co-Verfasser und Herausgeber des Länderberichtes des New Club of Paris zu Österreich unter dem Titel "Österreichs Transformation in die Wissensgesellschaft" u.a. zusammen mit dem österreichischen Ex-Vizekanzler Erhard Busek mit Vorschlägen öffentlich, wie ein nationaler Transformationsprozess von der Informations- in die Wissensgesellschaft zu gestalten sei. Mit gleicher Mission ist er seit 2013 in Ländern der sog. Donauregion engagiert, regionale Wissensbilanzen mit dem Ziel zu entwickeln, den Donauraum als "Wissensregion" zu profilieren.

Folgende Publikationen sind für Kochs Arbeiten repräsentativ:

  • Visioning Workshop der außeruniversitären Forschung in Österreich. Krems 2003, TIM-Fachbuchverl, ISBN 978-3-901876-19-6
  • zus. mit Rembold, Ulrich: Einführung in die Informatik für Ingenieure und Naturwissenschaftler, München 1987, Hanser Fachbuchverlag
  • Anforderungen an eine Spezifikations- und Entwurfsmethode für Prozessautomatisierungssysteme. Karlsruhe 1979, Univ., Fak. für Informatik
  • Hoffmann, Rainer H.; Koch, Günter R.: Statistische Angaben zum aktuellen Stand der Prozessdatenverarbeitung in der BRD: (e. Befragung, ihre Ergebnisse u. Folgerungen bezügl. Wirtschaftlichkeitsanalysen beim PVD-Einsatz). Karlsruhe 1976, Inst. für Informatik 3, Lehrstuhl für Planungs- u. Programmiertechniken von Prozessrechnern

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse [3] für seine Sanierungs- und Aufbauleistungen für das Austrian Institute of Technology, wie auch für die Grundlegung der Wissensbilanzierung, heute als gesetzlich verpflichtendes Steuerungswerkzeug für die österreichischen Universitäten eingeführt
  • Kaplan-Erfindermedaille vom Österreichischen Patentinhaber- und Erfinderverband für seine Leistung als Technologe.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Koch - Portrait (PDF; 932 kB) abgerufen am 15. April 2011
  2. Günter Koch - Curriculum Vitae (PDF; 70 kB) abgerufen am 15. April 2011
  3. Günter Koch - execupery abgerufen am 15. April 2011