Gahlen (Schermbeck)

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Gahlen
Gemeinde Schermbeck
Wappen der ehemaligen Gemeinde Gahlen
Koordinaten: 51° 40′ 0″ N, 6° 52′ 30″ O
Höhe: 33 m ü. NN
Fläche: 14,57 km²
Einwohner: 2232 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 46514
Vorwahl: 02853
Gahlen (Nordrhein-Westfalen)
Gahlen

Lage von Gahlen in Nordrhein-Westfalen

Gahlen ist ein Ortsteil der niederrheinischen Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel mit etwa 2200 Einwohnern. Zum Ortsgebiet gehören die Dörfer Besten, Bruch und Heisterkamp.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kloster Echternach berichtet ein moselfränkischer Schreiber um 787 von der Einsetzung des Verwalters Wundo (oder "Winido") "in pago Gesterean super fluvio Lippia in villa Ganlingas". Die früheste Erwähnung Gahlens ergibt sich aus der Auflösung dieses bisher rätselhaften Namens: "im zu den Römerlagern gehörenden Gau jenseits des Flusses Lippe in der Gemeinde Gahlen". (Schuknecht, Franz, in Vestische Zeitschrift Band 106 - 2016/17, S.5 - 16) Durch eine Schenkung an die Abtei Werden wurde Gahlen im Jahre 900 als „Galnon“ genannt.

Das bekannte deutsche Adelsgeschlecht der Grafen von Galen (im Mittelalter Herren von Gahlen) stammte aus diesem Ort.

Am 21. Mai 1865 wurde Wilhelm Kerckhoff zur kommissarischen Verwaltung der Bürgermeisterei Gahlen in sein Amt eingeführt. Lange Zeit war Gahlen eine selbständige Gemeinde im Kreis Dinslaken (ehemals Kreis Duisburg bzw. ab 1874 Kreis Mülheim an der Ruhr/ ab 1887 Kreis Ruhrort) im gleichnamigen Amt Gahlen. Am 26. und 27. März 1945 wurde Gahlen von westalliierten Truppen besetzt.[1] Im Zuge der Gebietsreform wurde es zum 1. Januar 1975 mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Schermbeck im heutigen Kreis Wesel zusammengefasst. Der Gahlener Ortsteil Östrich kam zu Dorsten.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold (Gelb) drei schwarze Wolfsangeln in Verhältnis 2:1“.

Das Wappen wurde von dem aus Gahlen stammenden Adelsgeschlecht der Grafen von Galen abgeleitet.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gahlen ist durch mehrere Erfolge beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden überregional bekannt geworden. Sehenswert sind die Gebäude um den Mühlenteich.

Die evangelische Kirche in Gahlen ist das älteste Bauwerk auf Schermbecker Gebiet. Der Westturm ist aus dem 12. Jahrhundert, die Kanzel der spätgotischen Kirche aus dem Jahre 1654. Einige Fakten lassen jedoch auf eine Gründung der Kirche noch vor 900 schließen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Verein am Ort ist der Sportverein. Der TuS Gahlen wurde 1912 gegründet und besitzt ein vielfältiges Sportangebot. Neben Tennis, Fußball und Volleyball ist auch der Breiten- und Gesundheitssport ein wichtiger Bestandteil.

Auch das Kneipp'sche Wassertretbecken auf der Sportanlage „Im Aap“ des TuS Gahlen, die Evangelische Jugendfreizeitstätte sowie der RV Lippe-Bruch Gahlen haben den Ortsteil überregional bekannt gemacht. Das Gelände des RV Lippe-Bruch Gahlen, der jeweils am Anfang des Jahres ein großes Reitturnier veranstaltet, wird dann zum Treffpunkt der Reit-Elite aus ganz Deutschland und dem Ausland.

Für die Pflege und den Erhalt von Traditionen hat sich der Heimatverein Gahlen immer wieder engagiert. Die Pflege und Instandhaltung von Gedenktafeln, Bepflanzungen und vieles mehr sind Ziel und Aufgabe des Heimatvereins.

Ältester und traditionsreichster Verein am Ort ist der Allgemeine Bürgerschützenverein Gahlen. Erste Hinweise auf eine Schützengilde gibt es in alten Niederschriften von ca. 1525. Die Schützenkette von 1863 ist der älteste noch vorhandene Nachweis, welche noch heute vom jeweils aktuellen König beim jährlichen Schützenfest getragen wird.[4]

Söhne und Töchter Gahlens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite 456
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 297.
  3. Heimatverein Gahlen
  4. Schützenverein Gahlen