Geltenbachhöhle

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Die Geltenbachhöhle liegt im Gasterntal bei Kandersteg im Kanton Bern in der Schweiz.

Geltenbach
Situation ohne Wasserfall

Quellgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südwand des Gasterntales tritt bei warmer Witterung der Geltenbach mitten aus einer rund 300 Meter hohen Felswand. Es handelt sich um eine Schichtquelle; eine gegen Westen geschlossene Malmkalkbiegung dient als Wassersammler und ist von schwer durchlässigen Mergelschichten unterlegt. Das Quellgebiet dürfte an den Nordhängen des Tatlishornes liegen. Bei niedrigeren Temperaturen versiegt der Geltenbach, da dann das Wasser in seinem Einzugsgebiet gefriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1978 versuchten sechs Kandersteger Bergführer erstmals, den schwer zugänglichen Höhleneingang zu erreichen; sie scheiterten jedoch am brüchigen Gestein und mangelhafter Ausrüstung. Ein Jahr später unternahmen sie einen weiteren Versuch und erreichten am 14. Oktober 1979 nach sechs Tagen das Portal. In aufwendiger Arbeit wurden drei kleinere Seen mit Seilen gesichert, Siphons mit Schläuchen geleert und die Höhle vermessen. Im selben Jahr erreichten Peter Forrer, Christian Küenzi, Hellmut Stoller und Peter Wandfluh 720 Meter im Berginnern einen grossen Siphon, der nicht bezwungen werden konnte. Als 1982 der Arzt und Bergführer Peter Forrer am Nanga Parbat tödlich verunglückte,[1] brachen die Übriggebliebenen ihre Forschertätigkeit ab.

Profil

Zehn Jahre später, im Sommer 1989, nahmen Berner Höhlenforscher die Arbeit wieder auf. Zuerst mussten Kletterspezialisten die stark überhängende und brüchige 60 Meter hohe Nordwand noch einmal überwinden, da die zuvor installierten Seile gerissen waren. Am Höhleneingang wurde ein Eisenträger befestigt, der ins Tal hinausragte und an dem ein Seil befestigt wurde. Die Höhle wurde erneut vermessen, der 45 Meter lange und 3 Meter tiefe Siphon konnte auch diesmal nicht bezwungen werden; ebenso wenig bei einer weiteren Befahrung durch Taucher der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung SGH.[2] Seit 2010 wird die Geltenbachhöhle jeweils im Winter wieder erforscht und dokumentiert. [3]

Die Gesamtlänge der Höhle wird von der SGH mit 1350 Metern angegeben.[4] Höhe und Breite des ziemlich direkt nach Süden führenden Ganges bewegen sich zwischen 1.5 und 3 Metern. Nach circa 350 Metern führt eine Abzweigung halbrechts weg, endet jedoch nach 190 Metern. Der Höhenunterschied beträgt insgesamt rund 50 Meter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bergfieber
  2. Martin Gerber, Philippe Rouiller: Geltenbachhöhle, anciennes et nouvelles explorations/Historische und neue Erforschung in der Geltenbachhöhle. In: Stalactite. Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung. Band 40, Nr. 1, 1990, ISSN 0038-9226, DNB 012918849, S. 12–17.
  3. TV-Bericht in "Schweiz aktuell vom 2. Februar 2017
  4. Speleo.ch@1@2Vorlage:Toter Link/www.speleo.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 199 kB)

Koordinaten: 46° 27′ 24″ N, 7° 39′ 57″ O; CH1903: 617455 / 145072