Geodätische Saughöhe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Geodätische Saughöhe ist bei Pumpen die Höhe zwischen der Oberfläche des saugseitigen Flüssigkeitsspiegels und der Mitte des Laufrads (Pumpeneingang).[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich kann höher als die jeweilige geodätische Saughöhe auch mit viel Antriebsleistung nicht angesaugt werden. Es würde lediglich über der Flüssigkeitssäule entlüftet, also gasförmige Wassermoleküle abgesaugt und dadurch ein Vakuum erzeugt.

Sind größere Saughöhen zu überwinden, so wird eine Zulieferpumpe verwendet (auch als Zubringerpumpe oder Tiefsauger bezeichnet).[2][3] Diese baut als Druckpumpe einen Druck auf, der ausreicht, um Wasser zu einer höher stehenden, saugenden Pumpe zu fördern. Es eignen sich besonders Tauchpumpen und Turbotauchpumpen, im Notfall auch Wasserstrahlpumpen.[2]

Zu beachten ist die Saughöhe bei allen Pumpen, vor allem bei Kreiselpumpen, da hier schon vor Erreichen einer maximalen Saughöhe von 7 bis 8 m Kavitationsprobleme entstehen.

Maximale Saughöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theoretisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die theoretisch maximal erreichbare geodätische Saughöhe hängt ab vom Luftdruck (und damit der Höhe des Standortes) und von der Wassertemperatur. Bei Normaldruck (1013 mbar = 1013 hPa), 4 °C Wassertemperatur und Meereshöhe, beträgt die maximale geodätische Saughöhe 10,33 m.

Herleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hydrostatische Grundgleichung:

wird umgestellt nach der Höhe :

mit

  • : Dichte der Flüssigkeit (hier Wasser)
  • : Fallbeschleunigung
  • : Luftdruck, der von außen auf die Flüssigkeitssäule wirkt
  • : Druck durch Ansaugen über dem Medium.

Es ergibt sich

In größeren Höhen, bei geringerem Luftdruck , sinkt die maximale geodätische Saughöhe entsprechend.

Praktisch erreichbare Saughöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Praxis wird die maximale Saughöhe durch verschiedene Einflüsse vermindert:

Praktisch ist mit einer maximalen Saughöhe (Manometrische Saughöhe) von 7 bis 7,50 m zu rechnen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Schönherr: Die Roten Hefte, Heft 44a – Pumpen in der Feuerwehr. Kohlhammer, Stuttgart 1998, ISBN 3-17-015172-X, S. 66–74.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren – Maschinist für Löschfahrzeuge (2002), Neckar-Verlag, S. 18
  2. a b Wasserförderung über lange Weckstrecke, Reihe „Einsatzpraxis“, ECOMED, Seite 156
  3. Löschwasserversorgung, Reihe „Fachbücherei Brandschutz“, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1973, Seite 109