German-Russian Institute of Advanced Technologies

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German-Russian Institute of Advanced Technologies (GRIAT)
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Gründung 1. September 2014
Ort Chetaev str. 18a, 420126 Kasan
Studenten 110 (WS 2014/15)
Website https://portal.kai.ru/web/german-russian-institute-of-advanced-technologies/main
KAI Kasan

Das German-Russian Institute of Advanced Technologies (GRIAT) ist ein Projekt,[1] in dem russische und deutsche Universitäten zusammenarbeiten. Es hat seinen Sitz in Kasan, der Hauptstadt der russischen autonomen Republik Tatarstan.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2013 unterzeichneten der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Kasaner Nationale Technische Forschungs-Universität (KNRTU-KAI) ein MoU zur Kooperation beim Aufbau eines German-Russian Institute of Advanced Technologies (GRIAT). Parallel dazu schlossen die TU Ilmenau und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit der KNRTU-KAI ein Kooperationsabkommen ab. Darin verpflichteten sich die drei Partner zur Zusammenarbeit in allen relevanten Lehr- und Forschungsbereichen. Als Konsortialführer stellte die TU Ilmenau 2013 einen Förderantrag im Rahmen des Programms Transnationale Bildung (TNB), der im April 2014 bewilligt wurde. Die Republik Tatarstan hatte im Vorfeld mehrere Millionen Euro in die Infrastruktur investiert und einen kompletten Neubau für das Institut errichtet.

Im September 2014 nahm das GRIAT den Studienbetrieb mit insgesamt 40 Studierenden in vier Studiengängen auf. Seit 2015 bieten die TU Ilmenau und die OVGU Magdeburg jeweils drei Masterstudiengänge an, insgesamt also sechs Studiengänge. Im September 2016 trat die TU Kaiserslautern dem Konsortium bei, mit zunächst einem Studiengang: Embedded Computing Systems. Voraussichtlich 2017 wird die TU Kaiserslautern ihr Lehrangebot um einen weiteren Studiengang erweitern. Kurz vor dem Abschluss stehen die Verhandlungen mit der TU Braunschweig, die ab 2017 den Studiengang Aerospace Engineering in das Konsortium einbringen wird.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studienangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TU Ilmenau und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg exportieren viersemestrige englischsprachige Studiengänge nach Kasan. Dozenten der deutschen Universitäten fliegen einmal pro Semester und Studiengang nach Kasan, um dort Blockseminare zu lehren (Flying Faculty). Das dritte Semester absolvieren die Studierenden in Ilmenau bzw. Magdeburg. Im vierten Semester fertigen die Studenten ihre Masterarbeiten an, begleitet werden sie dabei von je einem deutschen und einem russischen Betreuer. Nach Abschluss des Studiums erhalten alle Absolventen zwei Zeugnisse: einen Masterabschluss der KNRTU und einen der deutschen Partner-Universität. Derzeit werden am GRIAT sechs Masterstudiengänge, basierend auf deutschen Lehrplänen, angeboten.

in Kooperation mit der TU Ilmenau
  • Master of Science in Research in Computer and Systems Engineering
  • Master of Science in Communications and Signal Processing
  • Master of Science in Automotive Engineering
in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Master of Science in Electrical Engineering and Information Technology
  • Master of Science in Chemical and Energy Engineering
  • Master of Science in Systems Engineering and Cybernetics
in Kooperation mit der TU Kaiserslautern
  • Master of Science in Embedded Computing Systems

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GRIAT realisiert auch gemeinsame Forschungsprojekte. Hierzu wird die technische Infrastruktur an der KNRTU und der GRIAT-Labore, sowie Personal und Forschungseinrichtungen in Magdeburg und Ilmenau genutzt.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als unternehmerische Hochschule sucht das GRIAT enge Kontakte zur Wirtschaft. Dem Board of Trustees gehört mit Dietrich Möller, CEO und Präsident von Siemens Russland, ein hochrangiger Wirtschaftsvertreter an.

Das GRIAT ist mit anderen vom DAAD geförderten TNB-Projekten vernetzt. Zwischen der International University Liaison Indonesia – einem weiteren TNB-Projekt unter Federführung der TU Ilmenau und der KNRTU-KAI – wurde 2016 ein MoU zur Zusammenarbeit im Bereich Aerospace Engineering unterzeichnet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident des GRIAT ist der Rektor der KNRTU-KAI, Albert Gilmutdinov, als Vizepräsidenten fungieren Peter Scharff, Rektor der Technischen Universität Ilmenau und Jens Strackeljan, Rektor der OVGU Magdeburg. Leitungsorgane des GRIAT sind der Akademische Verwaltungsrat (Academic Council) sowie der Aufsichtsrat (Board of Trustees). Die Gremien setzen sich aus weiteren Vertretern der Universitäten, der Wirtschaft und Politik zusammen. Die TU Ilmenau koordiniert als Konsortialführer die Aktivitäten der beteiligten deutschen Hochschulen und akquiriert neue Partner. Langfristig soll in Kasan eine „Deutsch-Russische Universität“ entstehen – die weltweit erste derartige Lehr- und Forschungseinrichtung in einem Industriestaat. Bis 2020 sollen zehn weitere Masterstudiengänge sowie eine Graduiertenschule angeboten werden.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GRIAT wird im Rahmen des Programms „Transnationale Bildung“ des DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes für den Zeitraum 2014–2017 gefördert. Nach einer Anschubfinanzierung soll sich das Projekt durch Studiengebühren, die in Russland üblich sind, finanzieren. Die Studiengebühren betragen ab dem Studienjahr 2016/2017 pro Jahr 4.000,00 Euro. Für Studierende aus der Russischen Föderation gibt es ein Stipendienprogramm, welches das die Studiengebühren um bis zu 100 % reduziert.

Siemens Russland unterstützte das Projekt 2016 mit der Vergabe von sechs Vollstipendien für Studierende (im Wert von ca. 80.000,00 €), einem Zuschuss für die Flying Faculty in Höhe von 20.000,00 Euro sowie mit der Ausstattung von Laboren (Big Data Lab, Automatization Lab, Electrical Engineering Lab).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. German-Russian Institute of Advanced Technology (GRIAT)