Gidara

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Gidara (westsemitisch für Mauer, aramäisch Raqamatu) war eine Stadt im Altertum und Zentrum eines aramäisches Kleinkönigtums am Oberlauf des Chabur südwestlich von Mardin und nördlich von Guzana. Unter der Regentschaft des assyrischen Königs Tiglatpeleser II. (966–935 v. Chr.) verlor Assyrien die Stadt an das aramäische Arumu. Dennoch dürfte eine Abhängigkeit von Assyrien bestanden haben. Die Bevölkerung der Stadt war sowohl aramäisch als auch assyrisch.[1]

Der letzte König der in assyrischen Quellen Temaniten genannten Aramäer [2] war Muquru, dessen Herrschaft mit seiner Gefangennahme und der Eroberung der stark befestigten Stadt 898 v. Chr. durch den assyrischen König Adad-nirari II. (911–891 v. Chr.) endete. Muqurus Palast wurde geplündert, er selbst mit seinen Brüdern in Bronzefesseln nach Assur verschleppt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael P. Streck, Bruno Meissner (Hrsg.): Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie. Walter de Gruyter, Berlin 1993, Band 1, ISBN 3-11-004451-X, S. 133; und Edward Lipiński: The Aramaeans. Their ancient history, culture, religion. Verlag Peeters, Leuven 2000, ISBN 90-429-0859-9, S. 114f.
  2. Edward Lipiński: The Aramaeans. Their ancient history, culture, religion. Verlag Peeters, Leuven 2000, ISBN 90-429-0859-9, S. 109.
  3. Michael P. Streck, Bruno Meissner (Hrsg.): Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie. Walter de Gruyter, Berlin 1993, Band 1, ISBN 3-11-004451-X, S. 30 und 135 und 295; und Elena Cassin (Hrsg): Fischer Weltgeschichte. Band 4: Die altorientalischen Reiche. Die erste Hälfte des 1. Jahrtausends. Verlag Fischer, Frankfurt 1967, S. 13.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trevor Bryce: The Routledge Handbook of The People and Places of Ancient Western Asia: The Near East from the Early Bronze Age to the Fall of the Persian Empire. Routledge 2009, ISBN 9781134159086, S. 256 (Auszug (Google))