Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen

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Eine gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen (GFS) ist eine Art der Leistungsbeurteilung im Schulsystem von Baden-Württemberg. Dabei sollen die Schüler selbständig im Laufe des Schuljahres je nach Klassenstufe und Schulart ein oder mehrere sich im Lehrplan der jeweiligen Klassenstufe befindliche Themen erarbeiten und ihre Ergebnisse vor der Klasse präsentieren. An manchen Schulen werden auch die Begriffe „Gleichwertige Leistungsfeststellung“ (GLF), „Zusätzliche Lernleistung“ (ZL oder ZLL), „Gleichwertige Schülerleistung“ (GSL), „Hausarbeit mit Präsentation“ (HaP) oder „Allgemeine Lernleistung“ (AL) verwendet.

Ursprünglich mit der Reform der gymnasialen Oberstufe zum Schuljahr 2002/2003 nur für die Kursstufe des Gymnasiums eingeführt, wurde sie im Zuge der Bildungsplanreform in Baden-Württemberg zum Schuljahr 2004/2005 ebenfalls in der Sekundarstufe I von Realschule und Gymnasium sowie an den beruflichen Schulen eingeführt.

Erläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GFS soll das selbständige Arbeiten sowie die Methoden- und die Medienkompetenz der Schüler fördern. Eine GFS kann dabei mehrere Formen annehmen: Referate, schriftliche Hausarbeiten, Projekte (z. B. experimentelle Arbeit), mündliche Prüfungen oder auch andere Formen der Präsentation.

In allgemeinbildenden Gymnasien wird in der Regel eine Präsentation erwartet, die sich am ehesten mit einer Schulstunde unter der Leitung des referierenden Schülers vergleichen lässt. Dabei wird oft die Nutzung von Medien verlangt, wie etwa Tageslichtprojektoren, eine via Videoprojektor gezeigte Präsentation, kurze Filmausschnitte, Plakate und Tafelanschriebe. Nach Abschluss der GFS findet die Benotung statt, wobei das Gesehene und Gehörte kurz in der Klasse diskutiert wird.

Die einzelnen Bedingungen werden durch den Lehrer festgelegt. So variiert beispielsweise die vorgegebene Dauer eines Vortrages zwischen wenigen Minuten und mehreren Schulstunden.

Bewertung und Anzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Jeder Schüler ist zu folgender Anzahl von GFS verpflichtet:

  • in den Jahrgangsstufen 8 und 9 der Realschule: eine GFS pro Schuljahr
  • in den Jahrgangsstufen 7–11 des acht- und neunjährigen Gymnasiums bzw. Klasse 7–10 des achtjährigen Gymnasiums: mindestens eine GFS pro Schuljahr
  • in der Kursstufe des Gymnasiums (12/13 in G9 bzw. 11/12 in G8): drei GFS in beiden Schuljahren zusammen (bis zum Schuljahr 2004/2005 waren vier GFS vorgeschrieben, diese Zahl wurde jedoch auf drei reduziert, so dass eine GFS pro Halbjahr gehalten werden kann, wobei in „Kursstufe 2, 2. Halbjahr“ keine GFS wegen des anstehenden Abiturs gehalten werden muss)

In der gymnasialen Oberstufe kann freiwillig eine vierte GFS abgelegt werden.

Die Gewichtung einer GFS entspricht der einer Klausur und wird zum schriftlichen Teil der Gesamtnote gezählt. In den beruflichen Gymnasien kann nach Entscheidung des Fachlehrers eine Klassenarbeit durch eine GFS ersetzt werden.[1]

Nicht oder nicht rechtzeitig erbrachte Leistungsnachweise werden als Leistungsverweigerung und mit der Note ungenügend (6,0) im jeweiligen Fach bewertet.[2] Wurde bis zu einem von dem jeweiligen Klassenlehrer festgelegten Datum noch kein Fach, in dem die GFS stattfinden soll, ins Klassenbuch eingetragen, darf sich der Lehrer ein Fach aussuchen, in dem er die Note vergibt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medienkompetente Schüler können von der GFS oft profitieren. Daher werden diese auch zur Verbesserung der Note oft in einem ihrer schwächeren Fächer abgelegt.

Durch die GFS kann die Fähigkeit erlernt werden, Inhalte in einem vorgegebenen Rahmen präsentieren zu können, was im Studium und im Beruf von Nutzen sein kann. Ebenso hilft sie den Schülern, sich auf das wissenschaftliche Arbeiten im Studium vorzubereiten.

Schüler, die sich für kein spezielles Thema interessieren, werden mit der GFS dazu gezwungen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dies führt häufig dazu, dass der Schüler nicht für sein künftiges Leben oder aus Interesse an dem Stoff, sondern nur für die Note und den damit verbundenen Status lernt, was wiederum das Bulimielernen fördert.

Der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg kritisiert in seinem Grundsatzprogramm, des Öfteren fehle es innerhalb von Schulen „an einheitlichen Bewertungskriterien“. Dies führe „zu erheblichen Unterschieden bei den Anforderungen und der Bewertung“ einer GFS. Der Landesschülerbeirat fordert deshalb eine gesetzliche Verpflichtung für die Schulen, für jeden Fächerverbund einheitliche Mindeststandards festzulegen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung über die Jahrgangsstufen sowie über die Abiturprüfung an beruflichen Gymnasien vom 5. Dezember 2002, § 6 Klassenarbeiten und gleichwertige Feststellungen von Schülerleistungen
  2. Schulplaner des Johanna-Geissmar-Gymnasiums (Seite 30)
  3. Grundsatzprogramm des Landesschülerbeirats Seite 7 (PDF; 1,2 MB) Abgerufen am 5. März 2018