Global Fund

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Globaler Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria
The Global Fund logo.png
Gründung 2002
Sitz Genf, Schweiz
Personen Peter Sands
Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt medizinische Hilfe
Website Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (englisch The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria) mit Sitz in Genf, Schweiz, ist ein Finanzierungsinstrument zur Bekämpfung der drei großen Infektionskrankheiten AIDS, Tuberkulose und Malaria. Der weltweit in mehr als 100 Ländern tätige Fonds ist eines der wichtigsten Instrumente zur Bekämpfung dieser Krankheiten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fonds wurde im Jahr 2002 gegründet, nachdem sich die G8-Staaten auf ihrem Treffen in Genua 2001 darauf verständigt hatten, die Finanzierung des weltweiten Kampfes gegen die drei schweren Infektionskrankheiten AIDS, Tuberkulose und Malaria zu verstärken. Schon ein Jahr zuvor forderte der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan die Einrichtung eines solchen Fonds[2].

Der Fonds dient der Finanzierung nationaler Maßnahmen gegen die drei Krankheiten einschließlich der Stärkung von Gesundheitssystemen. Er fördert zudem die Eigenverantwortung der Regierungen, die Mitwirkung der Zivilgesellschaft und des privaten Sektors sowie wirkungs- und genderorientierte Maßnahmen gegen Aids, Tuberkulose und Malaria.

Der ehemalige Leiter des US-AIDS-Programms PEPFAR (President's Emergency Plan for AIDS Relief) wurde im Jahre 2012 zum Leiter des Globalen Fonds gewählt. Dybul gilt in Fachkreisen als Visionär im Bereich globaler Gesundheit und hatte maßgeblich an der Gründung und Durchführung des Notfallplans des US-Präsidenten für AIDS-Bekämpfung (PEPFAR) beigetragen. Als Arzt mit dem Schwerpunkt Immunologie

wurde er als Mediziner, Wissenschaftler und strategisch denkender

Verwalter zum ausgewiesenen HIV- und AIDS-Experten[3].

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Organisation hat bisher (Stand: Juli 2018) Mittel in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar von Staaten und privaten Geldgebern eingesammelt[4] und damit mehr als 1'000 Programme in 140 Ländern finanziert. Somit stellt der Fonds ein Viertel der weltweiten Mittel zur Bekämpfung von AIDS zur Verfügung. Darüber hinaus kommen auch zwei Drittel aller Gelder zur Bekämpfung von Tuberkulose und drei Viertel aller Gelder zur Bekämpfung von Malaria aus den Mitteln des Fonds[5].

Als viertgrößter Geber (nach den USA, Frankreich und Großbritannien) leistet Deutschland einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria.[6]

Durch ein Sinken der Mittel besteht die Gefahr, dass bisher mit Medikamenten versorgte Patienten in Zukunft vielleicht keine mehr erhalten und sich durch die unterbrochene Therapie Resistenzen bilden könnten. Der Generalsekretär von UNAIDS Michel Sidibé spricht in diesem Zusammenhang gar von einem 'HIV Nightmare'[7]. TB stellt auch ein global wachsendes Gesundheitsrisiko dar, mit der multiresistenten TB (MDR-TB)[8]. Der Fonds ist die bedeutende internationale Finanzierungsvorrichtung zu kämpfen für MDR-TB.

Anzahl der vom Globalen Fonds geförderten Leistungen 2017
Leistung Anzahl
Menschen in antiretroviraler Behandlung für HIV 17,5 Millionen
HIV-tests durchgeführt 79,1 Millionen
Menschen mit HIV-Prävention Programmen und -leistungen erreicht 9,4 Millionen
An TB erkrankte Menschen behandelt 5 Millionen
Menschen mitarzneimittelresistenter TB in Behandlung 102.000
Moskitonetze verteilt 197 Millionen
Malaria-Fälle behandelt 108 Millionen

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Seit der Globale Fonds 2002 ins Leben gerufen wurde, ist er die Hauptfinanzquelle für Programme geworden, die die Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria zum Ziel haben.[9] Die Programme, die aus dem Globalen Fonds finanziert werden, haben nach Eigendarstellung bereits 27 Millionen Menschenleben gerettet – im Jahr 2017 durch die Vergabe von Medikamenten zur Behandlung von AIDS für 17,5 Millionen Menschen, von Medikamenten zur Behandlung von Tuberkulose für 5 Millionen Menschen, und durch die Verteilung von 197 Millionen Malarianetzen, die mit Insektiziden behandelt wurden.[10]

Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Juni 2016 wurde bekannt, dass die durch eine Spende des Global Fund an Äthiopien finanzierte Beschaffung von rund 69 Millionen Kondome im Wert von umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro entsorgt werden müssen, da die in Indien gefertigten Präservative erhebliche Qualitätsprobleme aufweisen.[11]

Deutschland und der Globale Fonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem spielt das Land als Mitglied des Verwaltungsrats eine entscheidende Rolle dabei, den globalen Fonds bei der Umstrukturierung und Straffung von dessen Betriebsabläufen zu unterstützen, damit die Investitionen der Organisation durchdacht getätigt werden und auf maximale Wirkung ausgerichtet sind.

Außerdem hat der Fonds ein neues Finanzierungsmodell eingeführt. Durch das neue Finanzierungsmodell wird eine stärkere Verantwortung der Länder für Projekte gefördert. Zudem wirkt das neue Finanzierungsmodell als Anreiz für politischen Dialog mit den Programmdurchführungsländern und zielt gleichzeitig auf die Berücksichtigung von Themen der Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und von Menschenrechtsbelangen ab. Der Landesdialog als Schlüsselelement des neuen Finanzierungsmodells bietet außerdem neue Chancen für das Engagement aller Partner, auch aus der Zivilgesellschaft und der freien Wirtschaft.

Neben diesen Beiträgen ist Deutschland auch einer der führenden Schirmherren des Programms Debt2Health des Globalen Fonds, das weltweit zu einem erheblichen Anstieg der Förderung von Programmen des Globalen Fonds geführt hat. Im Rahmen dieser Initiative hat Deutschland in Ländern wie Côte d’Ivoire, Indonesien, Pakistan und Ägypten einen Schuldenschnitt vorgenommen.

Partnerschaften mit deutschen Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Innovation Coalition“ wurde im Dezember 2013, im Rahmen der letzten Geberkonferenz des Globalen Fonds, ins Leben gerufene und ist eine multisektorale Partnerschaft privatwirtschaftlicher Unternehmen und Organisationen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise, Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Global Fund: A Smart Investment. The Global Fund. Abgerufen am 20. Juli 2018.
  2. The Global Fund Archivlink (Memento des Originals vom 2. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.theglobalfund.org History
  3. [1]
  4. Financials. In: The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria. Abgerufen am 21. September 2018.
  5. the Global Fund@1@2Vorlage:Toter Link/www.theglobalfund.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Donor Governments Statistics (Memento des Originals vom 9. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.theglobalfund.org
  7. Hellevik, Siri Bjerkrem: "Is an HIV Nightmare on the Way?" (Memento des Originals vom 30. April 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blog.nibrinternational.no in the NIBR International Blog, August 23, 2010
  8. [2]
  9. Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria. World Health Organization. Abgerufen am 6. August 2018.
  10. Global Fund Results. Friends of the Global Fight Against AIDS, Tuberculosis and Malaria. Abgerufen am 21. September 2018.
  11. Äthiopien entsorgt 69 Millionen Kondome wegen Qualitätsmängeln (Memento vom 25. Juni 2016 im Internet Archive)