Gopnik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der abfällige Ausdruck Gopnik, weiblich: Gopniza (russisch Гопник; Гопница, Plural: Gopniki, Gopniks) ist im russischen Jargon eine Bezeichnung für die Vertreter der kriminellen Jugend oder der Jugend mit kriminellem Verhalten, die oft keine Ausbildung hat und zu schwachen ökonomischen Schichten der Gesellschaft oder zum Prekariat gehört.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausdruck stammt von der russischen Abkürzung „GOP“ (russisch ГОП), Городское Общежитие Пролетариата ‚Staatswohnheim des Proletariats‘. Von dieser Abkürzung stammt das russische Wort „гоп“, das so viel wie „Sprung“ oder „Schlag“ bedeutet. Das Wort leitet sich vom russischen „gop-stop“ ab, was im russischen Slang so viel wie Überfall bzw. Raub bedeutet. Zusammengefasst werden mit „Gopnik“ Straßendiebe und Hooligans bezeichnet.[1][2]

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gopnik ist vor allem ein Lebensstil. Für diese Jugendlichen ist die Begehung von Straftaten nur eine Art der Freizeitgestaltung. Straßendiebstahl und Raub dienen in erster Linie nicht der eigenen Bereicherung, sondern dem Spaß und der Wahrung der Autorität in der Gruppe. Für einen Gopnik ist es wichtiger seinem Opfer Angst zu machen und seine Macht und Gewalt zu zeigen. Das Geld wegzunehmen ist Schlusshandlung.[3]

Die Gewalt und die Aggression der Gopniki sind vor allem gegen die Vertreter verschiedener westlicher jugendlicher Subkulturen (wie Punks, Emo, Gothic u. a.) und gegen die Menschen, welche die ungeschriebenen kriminellen Regeln des Lebens nicht einhalten, gerichtet. So werden auch „homosexuell wirkende“ Männer oft Opfer.

Zu den Merkmalen der Gopniki gehören oftmals Trainingsanzüge, Alkohol auf der Straße sowie klischeemäßig eine Vorliebe für das Sitzen in der Hocke ("Russenhocke").[4] Oftmals werden Passanten von den Gopniki provokativ angesprochen oder zu sich gerufen. Aktionen, die zum Ziel haben, den Passanten zu erschrecken bzw. auszurauben, werden „Gop-Stop“ genannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Жемчужины босяцкой речи – Ростов-на-Дону: Феникс, 1999. (russisch)
  2. Александров Юk. К. Краткий словарь уголовного жаргона (Memento des Originals vom 10. Juni 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/planetaprava.ru (russisch).
  3. Елена Бессонова. Не говори «гоп», пока его не перепрыгнешь… (Memento des Originals vom 28. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rasklad.ru (russisch).
  4. Russia Beyond the Headlines: Die Gopniki: Erfinder der Russenhocke, vom 3. April 2016, geladen am 18. Januar 2018.