Gotische Minuskel

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Kleine Heidelberger Liederhandschrift in gotischer Minuskel, 13. Jahrhundert

Die gotische Minuskel ist eine Schriftart. Es handelt sich um eine Minuskelschrift, die in Skriptorien des Mittelalters in der gotischen Zeit entwickelt wurde und in Handschriften die karolingische Minuskel ablöste. Die gotische Minuskel wurde aber auch für Inschriften eingesetzt. Als seinerzeit moderne Schrift wurde die gotische Minuskel auch zur in Inkunabeln verwendeten Druckschrift, in ihrer Reinform entspricht sie der Textura des Buchdrucks.

Wie alle Minuskelschriften steht die gotische Minuskel in einem Vierlinienschema, bei dem die Zeile in drei Schriftzonen, Unter-, Mittel- und Oberlängenbereich eingeteilt ist. Der Mittellängenbereich wird dabei von der Grundlinie, auf der die Buchstaben stehen, und der Oberlinie des Mittellängenbereichs begrenzt. Bei der gotischen Minuskel ist charakteristisch, dass die Schäfte der Buchstaben an der Grundlinie und der Oberlinie des Mittelängenbereiches brechen, sie ist eine gebrochene Schrift. Die Bögen der Buchstaben können stumpfwinklig abbrechen wie auch spitzwinklig abknicken und werden durch senkrechte und schräge Bestandteile ersetzt.

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