Greiner (Glasbläser)

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Greiner ist der Name einer weitverzweigten Familie von Glasbläsern, die ursprünglich aus Schwaben stammt, vor allem aber in Thüringen wesentlich zum Aufbau der dortigen Glashütten beigetragen hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten fassbaren Mitglieder der Familie, die ursprünglich wohl Klosterhandwerker waren, sind ein Peter Grynner (Greiner), geboren etwa 1415, Glasmachermeister in Nassach im Schurwald nordwestlich von Göppingen und sein etwa 1440 geborener Sohn, der ebenfalls Peter hieß. Dessen Sohn wiederum war möglicherweise Hans Greiner (1465–1532), der im Frühjahr 1525 nach Thüringen auswanderte, dort die Glashütte Langenbach gründete und zum Ahnherrn der großen Familie der Thüringer Greiner wurde. Zu den bekanntesten Vertretern gehörte Hans Greiner (um 1550–1609). Der Urenkel von Hans Greiner baute 1597 zusammen mit Christoph Müller die Glashütte Lauscha auf und war damit Mitbegründer der gleichnamigen Stadt im heutigen Thüringen. Franz Ferdinand Greiner (1808–1855) aus Stützerbach entwickelte das erste industriell gefertigte Thermometer.

Da die Geheimnisse des Glasmachens traditionell vom Vater auf den Sohn übertragen wurden, blieb die Familie über Jahrhunderte (und in manchen Fällen bis heute) mit dem Beruf verbunden. Glasbläser mit Namen Greiner finden sich nicht nur in Thüringen, sondern auch im Fichtelgebirge (Bischofsgrün), Schwarzwald und im Bayerischen Wald. Über den Glasmacherberuf hat sich der Name bereits im 18. Jahrhundert nach Schweden und Norwegen, ins Elsass und im Zuge der allgemeinen Auswanderung im 19. Jahrhundert auch nach Nordamerika ausgebreitet.

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der ursprünglichen Schreibweise Grynner finden sich auch die Varianten Gruner und Grüner, bis sich, wohl noch im 16. Jahrhundert, der Name Greyner und dann Greiner durchgesetzt hatte. Zur Bedeutung des Namens schreibt Gerhard Greiner in seiner Familiengeschichte: „Der Name ist vom Altschwäbischen abgeleitet. Grynerisch bedeutete soviel wie mürrisch, zänkisch.“ Da bei der Entwicklung von Nachnamen im Mittelalter auch Charaktereigenschaften zum Tragen kamen, war eines der frühen Familienmitglieder wohl ein eher unbequemer Zeitgenosse.

Es gibt noch eine zweite – geographische – Ableitung des Namens von der österreichischen Stadt Grein. Auch in dieser Familie, die mit den schwäbisch-thüringischen Greiners nicht verwandt ist, gab es Glasmacher. Einfachstes Unterscheidungsmerkmal ist laut Gerhard Greiner das Glaubensbekenntnis: Während die thüringischen Greiner durchweg evangelisch waren, waren die österreichischen Namensvettern katholisch, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an der Gegenreformation lag. Diese Greiner dürften aus dem Erzgebirge stammen, denn Greiner arbeiteten auf der Jugel im Glasmachergewerbe und lebten auch in Johanngeorgenstadt.

Eine weitere Ableitung des Namens ergibt sich aus dem im Mittelalter von vielen Namensträgern ausgeübten Beruf der Glasmacher. Das mittelhochdeutsche Wort grien steht für ‚grober Sand, sandiges Ufer, sandiger Platz‘. Da Glas aus Sand hergestellt wird und die Greiner den Glasmacherberuf ausübten, ergibt sich die Namensentwicklung Griener-Gryner-Greiner.