Gruppe Rih

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Die Gruppe Rih war eine 1919 gegründete und bis 1920 bestehende Künstlergruppe in Karlsruhe.

Ihr gehörten unter anderem Rudolf Schlichter, Wladimir von Zabotin, Georg Scholz, Oskar Fischer, Julius Kaspar und Walter Becker an. Sie stand dem Dadaismus und dem Kubismus nahe und setzte sich für die Überwindung der Konventionen in der Kunst ein, später fand eine Weiterentwicklung in Richtung Neue Sachlichkeit statt. Auch erkannten ihre Mitglieder die künstlerischen Aspekte von Werken, die Kinder oder Kranke geschaffen hatten. Carl Zuckmayer erwähnt die Gruppe, die er durch Wilhelm Fraenger kennengelernt hatte, in Als wär’s ein Stück von mir und beschreibt die Mitglieder z. T. als recht exzentrisch. Offenbar legten sie großen Wert darauf, nicht übersehen zu werden:

„Besonders häufig fuhren wir nach Karlsruhe, wo es eine Vereinigung moderner Maler gab, die sich die 'Gruppe Rih' nannte - nach Karl Mays unvergleichlichem, über die arabische Steppe dahinfliegenden Rapphengst. Doch hätte sich der keusche May nicht träumen lassen, welch erotomane Bedeutung seinem braven, ehrbaren Schammar-Hengst dort beigelegt wurde. Wenn man um diese Zeit die biedere Stadt Karlsruhe betrat, gleich ob vom Bahnhof her oder aus irgendeiner ländlichen Umgebung, fand man überall, an Häuserwänden und Mauern, ein mit farbiger Kreide gezeichnetes - allerdings kubistisch verschlüsseltes - phallisches Symbol, in seinen Grundformen unmissverständlich, darunter einen Pfeil mit der in kindlichen Schriftzügen angebrachten Weisung: Zur Gruppe Rih!

Folgte man diesem Wegweiser, so gelangte man zu den in einer stillen Seitenstraße gelegenen Ateliers [...]“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Wilhelmi: Künstlergruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1900. Ein Handbuch. Hauswedell, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-7762-1106-1, S. 306–307 (Nr. 182).
  • Marlene Angermeyer-Deubner: Die Gruppe Rih. »Freiheit in den Mitteln...« In: Südwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne 1914 bis 1945. Thorbecke, Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-0396-X, S. 51–54.