Gynaikonitis

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Gynaikonitis (altgriechisch γυναικωνῖτις), auch Gynaikeion (γυναικεῖον), latinisiert Gynaeceum oder Gynoeceum bezeichnet im griechischen Wohnhaus den Frauentrakt, der meist – nach außen eher abgeschlossen – im Obergeschoss lag. Dort befanden sich die Gerätschaften für die wirtschaftliche Produktion der Frauen (Webstuhl, Handspindeln u. a.)

Dem Frauentrakt entspricht das Andron, der den Männern vorbehaltene Bereich.

Gynaikonitis bezeichnet auch in den Kirchen des byzantinischen Ritus die den Frauen vorbehaltenen Galerien zu beiden Seiten des Mittelschiffes, wie sie beispielsweise in der Hagia Sophia vorhanden sind. Die Verbindung der zuvor neutraler als Hyperoa („Obergeschosse“) bezeichneten Galerien mit Geschlechtertrennung ist ab dem 6. Jahrhundert belegt.[1][2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sue Blundell: Women in Ancient Greece. Harvard University Press, Cambridge 1995.
  • Sue Blundell: Women in Classical Athens. Classical World Series. Bristol Classical Press, London 1998, ISBN 1-85399-543-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paulus Silentiarius Descriptio ecclesiae sanctae Sophiae 389, 587
  2. Prokopios von Caesarea De aedificiis 1.1.58 [1]